Wie geht es weiter? Die schwierige Suche nach einer fairen Lösung

dzFußball

Die Lage ist kompliziert. Nur allzu gerne würden die Verantwortlichen des Deutschen Fußballbundes die Saison 2019/20 zu einem sportlichen Ende bringen. Aber wie soll das gehen?

Schwerte

, 09.04.2020, 18:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie eine Klagewelle befürchten, wollen die DFB-Verantwortlichen einen Saisonabbruch möglichst vermeiden und haben Anfang der Woche Gedankenspiele öffentlich gemacht, welche Optionen möglich scheinen.

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Von Play-off-Runden ist da die Rede oder sogar einer Verlängerung der Saison bis Oktober oder November.

SC Berchum/Garenfeld und Holzpfosten 05

Aus Sicht des heimischen Fußballs gibt es zwei erste Mannschaften, für die nach aktuellem Tabellenstand ein möglicher Aufstieg ein Thema ist: Der SC Berchum/Garenfeld hat als Tabellenzweiter der Bezirksliga 6 mit sechs Punkten Rückstand hinter Spitzenreiter Lüdenscheid noch eine – wenn auch nicht allzu große – Chance auf den Sprung in die Landesliga.

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Und in der Iserlohner Kreisliga B West steht Holzpfosten Schwerte 05 an der Spitze.

Kampmann: „Wichtig sind ganz andere Sachen“

Mit einer Klage dieser beiden Vereine müssen die DFB-Verantwortlichen im Falle eines Saisonabbruches übrigens nicht rechnen.

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Jedenfalls sagt Berchum/Garenfelds Trainer Fabian Kampmann: „Natürlich möchte ich gerne aufsteigen. Aber wenn der Verband die Saison annulliert und nur der Erste hochgeht, ist das auch legitim. Letztlich ist es aber auch ziemlich egal, ob wir nächste Saison in der Bezirksliga oder Landesliga spielen – wichtig sind ganz andere Sachen.“

Fabian Kampmann, Trainer des SC Berchum/Garenfeld.

Fabian Kampmann, Trainer des SC Berchum/Garenfeld. © Manuela Schwerte

Und Kampmanns Holzpfosten-Trainerkollege Ben Gottstein sagt: „Im Endeffekt können wir mit jedem Szenario leben: Wertung der aktuellen Tabelle oder der Wintertabelle, Play-offs oder auch Annullierung der Saison – beeinflussen können wir es ja nicht wirklich. Ich hoffe nur, dass bald eine Entscheidung getroffen wird, damit wir irgendwann mal Planungssicherheit haben.“

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Andere Schwerter Vereine haben weder mit Auf- noch mit Abstieg etwas zu tun. Eine Meinung zur Thematik haben aber auch deren Trainer, von denen sich einige an unserer kleinen Umfrage beteiligt haben.

Dominik Buchwald (VfL Schwerte): „Es ist ein schwieriges Thema. Ich kann nicht beurteilen, wann wir wieder spielen können. Aber vor Juni kann ich es mir nicht vorstellen. Fakt ist, dass die Saison so oder so unter Bedingungen zu Ende geht, die ich nicht als regulär ansehen kann.

Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte.

Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte. © Bernd Paulitschke

Die lange Pause und dann ein schneller Wiederbeginn sind für mich inakzeptabel. Die Verletzungsgefahr ist enorm. Wenn man viele Englische Wochen hätte, wäre das noch wahnsinniger. Man bekommt zudem zeitlich ein Problem mit den Sommerferien.

Buchwald hält Saisonabbruch für unumgänglich

Alle Planungen für die neue Saison muss man in Frage stellen, wenn diese Saison bis Oktober und November geht. Für Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, ist es dann schwierig.

Und Spieler, die den Verein wechseln wollen, müssten einige Monate noch länger bei dem alten Verein spielen. Das kann keiner wollen. Ehrlich gesagt, ist ein Saisonabbruch für mich unumgänglich. Allerdings sage ich das, ohne die wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen seriös einschätzen zu können.“

Thomas Wotzlawski (Geisecker SV): „Es wird keine Lösung geben, mit der alle zufrieden sind. Wir beim Geisecker SV sehen es sportlich total entspannt, denn wahnsinnig viel wird sich für uns eh nicht ändern in der aktuellen Spielzeit. Was wir alle wollen ist, endlich wieder vor die Tür.

Thomas Wotzlawski, Trainer des Geisecker SV

Thomas Wotzlawski, Trainer des Geisecker SV © Manuela Schwerte

Und was die Freizeit betrifft, auch endlich wieder auf den Platz zu dürfen – ob die Saison dabei zu Ende gespielt wird oder nicht.

Dominic Pütz (SG Eintracht Ergste): „Ich würde mich persönlich sehr freuen, wenn ich in meiner letzten Saison mit der leider auseinander gehenden Mannschaft noch einmal auf dem Platz stehen und um Punkte kämpfen könnte.

Dominic Pütz, Trainer der SG Eintracht Ergste.

Dominic Pütz, Trainer der SG Eintracht Ergste. © Bernd Paulitschke

Am Ende nehmen wir es aber, wie es kommt. Wie schonmal gesagt: Es gibt Wichtigeres als Kreisliga-Fußball.“

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Arne Werner (TuS Holzen-Sommerberg): „Meiner Meinung nach sind noch zu viele Spiele zu spielen, dass man die Tabelle so nimmt, wie sie aktuell ist. Ich kann die Problematik beim DFB gut nachvollziehen, da eine richtige und faire Lösung nur sehr schwer zu finden ist.

Arne Werner, Co-Trainer des TuS Holzen-Sommerberg.

Arne Werner, Co-Trainer des TuS Holzen-Sommerberg. © Bernd Paulitschke

Eine Regelung mit Spielen unter der Woche halte ich für schwierig, weil in vielen Teams auch Leute spielen, die unter der Woche in anderen Städten arbeiten oder studieren. Die Planungen für nächste Saison sind so natürlich auch nicht leichter. Keiner weiß, wann man einen potenziellen Neuzugang zum Training einladen kann, oder Testspiele und Vorbereitung zu planen sind.“

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