Wenn aus den angezeigten fünf Minuten am Ende acht werden...

Fußball-Bezirksliga

Jeweils ein Gegentor in der Nachspielzeit brachte den ETuS/DJK Schwerte und den SC Berchum/Garenfeld um den Sieg. Dagegen war der VfL Schwerte erfolgreich, der SC Hennen aber nicht.

Schwerte

, 18.02.2019, 10:23 Uhr / Lesedauer: 4 min
Wenn aus den angezeigten fünf Minuten am Ende acht werden...

Jasmin Smajlovic (re.) traf zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung für den ETuS/DJK Schwerte. © Bernd Paulitschke

ETuS/DJK Schwerte - Rot-Weiß Lüdenscheid 3:3 (0:2)

Das ist bitter, sehr bitter sogar. Der ETuS/DJK Schwerte fühlte sich beim 3:3-Remis gegen den Tabellenzweiten aus Lüdenscheid um zwei Punkte gebracht. Fünf Minuten Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Shahin Araghi aus Ennepetal angezeigt. Drei mehr wurden es am Ende – für das Haberschuss-Team mit fatalen Folgen. Marcel Schoenrath traf nach einem langen Schlag in die Spitze zum 3:3, nachdem er sich im Rücken der Abwehr weggeschlichen hatte.

Der ETuS/DJK, der aus einem 0:2-Pausenrückstand zuvor mit einer Willensleistung ein 3:2 gemacht hatte, war da nur noch zu Zehnt auf dem Platz, weil Nouri Bah die Ampelkarte gesehen hatte (84.). Sein zweites Foul war gelbwürdig. Das erste Vergehen mit Gelb zu bewerten, war hingegen falsch.

Nur zwei Versuche aus der Distanz von Serkan Arslan (35., 72.) brachten das Tor der Rot-Weißen bis kurz vor dem Ende in Gefahr. Ansonsten versuchte man es viel zu oft mit langen Bällen ins Zentrum, die ein gefundenes Fressen für den kopfballstarken Besirlioglu waren.

Schnell über Außen ging es beim 1:2. Kadir Yilmaz flankte und in der Mitte nickte Ergün Yildirim ein. Auch am 2:2 war Yilmaz beteiligt. Seine Hereingabe fand Ismail Ayar und Florian Neuke lenkte das Ball ins eigene Tor.

Und der Wahnsinn ging weiter, denn aus spitzem Winkel traf Jasmin Smajlovic zum viel umjubelten 3:2 (87.). Binnen zehn Minuten hatte der ETuS/DJK den Spieß umgedreht.

Das hätten sich die Lüdenscheider wohl nie träumen lassen. Der Tabellenzweite hatte in den ersten 45 Minuten alles im Griff, verpasste es aber, höher als nur mit 2:0 zu führen.

Schwerte: Lukas Hedtheyer, Florian Bartel (85. Filipe Fereira), Yannik Körner, Dennis Cela, Marcel Neumann (46. Kadir Yilmaz), Nouri Bah, Ismail Ayar, Ergün Yildirim, Kevin Loke (71. Dustin Schürholz), Jasmin Smajlovic, Serkan Arslan.

Tore: 0:1 (10.), 0:2 (20.), 1:2 Yidrim (77.), 2:2 (82., Eigentor), 3:2 Smajlovic (87.), 3:3 (90.+8).

Gelb-Rot: Bah (84., Foul).


VfB Schwelm - VfL Schwerte 0:3 (0:1)

Viel besser kann man kaum aus den Startlöchern kommen: Mit einem souveränen 3:0-Erfolg kehrte der VfL Schwerte vom Duell zweier Tabellennachbarn aus Schwelm zurück.

Noch keine zwei Minuten waren gespielt, da durfte Schwerte erstmals jubeln: Gianlucca Zocco war mit seinem ersten Saisontor zur Stelle und sorgte für Sicherheit im Spiel. Schwelm war zwar feldüberlegen, brachte den aufmerksamen VfL-Keeper Lukas Knoblauch aber kaum in Gefahr.

Nach Wiederanpfiff versuchten es die Gastgeber vermehrt mit langen Bällen. Doch Kapitän Robin Heuft sowie Chris Lengowski, der nach einer knappen Stunde mit einer Wadenverletzung raus musste, und Dennis Uhle waren meistens Herr der Lage. Doch Schwelm ließ sich nicht hängen – auch nicht, als Lars Maron mit einem Kopfball-Abstauber auf 2:0 für die Blau-Weißen erhöhte.

So ließ die endgültige Entscheidung noch etwas auf sich warten, auch weil Florian Kliegel eine hundertprozentige Konterchance versemmelte, als er den Torwart schon ausgespielt hatte und den Ball an den Pfosten des verwaisten Tores setzte.

Torjäger Alexander Bahr machte es dann kurz vor Schluss besser und machte den Deckel drauf. Da fiel auch nicht mehr ins Gewicht, dass der kurz vorher eingewechselte Yannis Schwarze bei seinem Saisondebüt eine dicke Chance vergab. „Und zwar kläglich“, wie Trainer Silberbach frotzelnd hinzufügte.

Schwerte: Lukas Knoblauch, Robin Heuft, Chris Lengowski (56. Lukas Beßlich), Dennis Uhle, Tim Birnkraut, Simon Ortiz (85. Yannis Schwarze), Sebastian Kozlowski, Lars Maron (74. Florian Kliegel), Nicolas Ortiz, Alexander Bahr, Gianlucca Zocco.

Tore: 0:1 Zocco (2.), 0:2 Maron (72.), 0:3 Bahr (88.).


SC Hennen - Türkiyemspor Hagen 1:3 (1:1)

Der SC Hennen kann auch im ersten Spiel nach der Winterpause die Negativserie nicht stoppen. Die 1:3-Niederlage gegen Türkiyemspor Hagen am Sonntag im Naturstadion war die sechste Pleite in Folge für die „Zebras“ in der Meisterschaft. Den letzten Sieg konnten die Hennener am 28. Oktober (5:3 gegen Letmathe) feiern.

Zumindest ein Teilerfolg wäre gegen die Hagener Gäste durchaus möglich gewesen, doch Hennen war nicht kaltschnäuzig genug vor dem Tor und schaltete in der entscheidenden Situation einfach ab.

Diese spielte sich in der 67. Minute ab. Die „Zebras“ hatten gerade erst selbst zwei gute Angriffe schlecht zu Ende gespielt, als sich Harun Babayigit, über die linke Seite kommend, an der Grundlinie durchspielte. Der verdutzte Nils Krawczyk reklamierte, dass der Ball bereits im Aus war und blieb stehen. Und auch alle anderen Hennener Akteure schalteten ab, obwohl der Pfiff ausblieb. Babayigit ließ sich nicht beirren und schoss zum 2:1 ein. Damit war das Spiel gelaufen, denn von Hennener Seite kam nun nicht mehr viel Gegenwehr.

Babayigit hatte seine Farben auch im ersten Abschnitt bereits in Führung gebracht (19.), doch die Gastgeber konnten nur fünf Minuten später durch Faouzi Mokhtari egalisieren, als er aus knapp 16 Metern einschoss. Vor der Pause verlief die Partie auch ausgeglichen, wenn auch die Hagener bereits leichte Vorteile hatten.

Die größte Chance zur Führung hatte nur drei Minuten nach dem Wechsel Jan-Hendrik Bergmann, der aber aus drei Metern noch über den Kasten schoss. Bergmanns Abschluss blieb auch nach einer Stunde zu harmlos. Babayigit machte es in der 67. Minute besser und Lorenzo Restieri machte mit dem 3:1 (87.) letztlich den Deckel drauf.

Hennen: David Grochla, Robert Wiesner, Nils Krawczyk, Nils Berg, Tim Keweloh (68. Janis Pienkoß), Kai Hintzke (68. Salvatore Militano), Faouzi Mokhtari, Michael Weigelt (72. Luca Bühren), Benjamin Hederich, Claudio Ferreira, Jan-Hendrik Bergmann.

Tore: 0:1 (19.), 1:1 Mokhtari (24.), 1:2 (67.), 1:3 (88.).


SpVg Hagen 11 - SC Berchum/Garenfeld 2:2 (0:1)

180 Sekunden fehlten dem SC Berchum/Garenfeld zum Sieg bei der SpVg Hagen 11. Doch dann traf Ropkas aus kurzer Entfernung ins Tor zum 2:2-Ausgleich. Trotzdem konnte das Iske-Team erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Denn sie hatten dem Tabellenführer die ersten Punkte abgetrotzt.

Zu Beginn der Partie spielten die Gastgeber nach bekannten Muster. Mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte versuchten die „Elfer“ das Mittelfeld zu überbrücken. Doch Trainer Dieter Iske hatte sein Team gut darauf eingestellt und kam auch offensiv besser ins Spiel. In der 22. Minute die Führung der Gäste: Eine Ecke wurde zu kurz abgewehrt. Leander Koeser versuchte es aus 20 Metern und Georgios Ntontos hielt den Fuß rein – 1:0.

In der Folgezeit neutralisieren sich beide Teams vor den etwa 350 Zuschauern. In der 40. Minute dann noch mal Aufregung, als Tim Böckenförde im Strafraum von Hagens Keeper Nieder gefoult wird. Doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb in dieser Szene stumm.

Nach der Pause hatte zunächst Dennis Zuhmann die Chance zum 2:0, doch er scheiterte aus drei Metern. In der 55. Minute dann der verdiente Ausgleich. Ein Doppelpass hebelte die Abwehr aus und Hollmann im SC-Tor war geschlagen. Hagen 11 erhöhte nun den Druck, doch klare Chancen sprangen nicht heraus. Nach 70 Minuten verletzte sich Keeper Hollmann nach einem Zusammenstoß und wurde durch den 54-jährigen Klaus Boelke ersetzt.

Wer glaubte, Hagen könnte dies nutzen, sah sich getäuscht. Denn Koeser brachte sein Team in Front, als er einen Freistoß aus 30 Metern im Tor versenkte. Allerdings ging diesem Treffer ein klarer Torwartfehler voraus.

Hagen warf nun alles nach vorne, doch Boelke erwies sich als sicherer Rückhalt – bis zur vierten Minute der Nachspielzeit.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann (70. Klaus Boelke), Benjamin Rüster, Tim Böckenförde, Georgios Ntontos, Tim Eickelmann (58. Marcel Grzondziel), Dennis Zuhmann (62. Lasse Jochheim), Leander Koeser, Alexander Rüster, Christian Deuerling, Manuel Pais, Jerome Nickel.

Tore: 0:1 Ntontos (22.), 1:1 Möller (55.), 1:2 Koeser (78.), 2:2 Ropkas (90.+4).

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