Weniger Derbys: Bezirksliga-Quartett wird auseinandergerissen

dzFußball

Nicht ohne Überraschungen ist die Staffeleinteilung der überkreislichen Amateurligen erfolgt. Denn drei der vier heimischen Bezirksligisten sind umgruppiert worden.

Schwerte

, 20.07.2020, 15:32 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Schwerter Fußball-Landschaft präsentiert sich zur neuen Saison verändert – und das liegt nicht nur am Aufstieg des SC Berchum/Garenfeld in die Landesliga. Denn auch die vier verbleibenden Bezirksligisten haben die Verantwortlichen des Verbands-Fußballausschusses (VFA) im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) auseinandergerissen.

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Nur SC Hennen bleibt in der Staffel 6

Aus der am Montagmittag veröffentlichten Staffeleinteilung geht hervor, dass das Trio ETuS/DJK Schwerte, VfL Schwerte und Geisecker SV umgruppiert worden ist und nicht mehr in der gewohnten Umgebung der Staffel 6 seine sportliche Heimat hat.

Dort verbleibt der SC Hennen, während es der ETuS/DJK, der VfL und die Geisecker in der Staffel 8 mit Gegnern aus dem Raum Dortmund, Unna und Lünen zu tun bekommen.

Bei der Landesliga-Einteilung gab es für die Berchum/Garenfelder keine Überraschung. Sie sind der Staffel 2 zugeordnet worden, die überwiegend Auswärtsfahrten ins Sauerland und Siegerland bereit hält.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Reaktionen auf die Staffeleinteilung fielen unterschiedlich aus – von „wie erwartet“ bis „sehr überraschend“.

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Der Reihe nach: Als die Berchum/Garenfelder Verantwortlichen im Vorfeld mal die Köpfe zusammengesteckt hatten, um zu überlegen, wie die Landesliga-Einteilung denn wohl aussehen konnte, sei man genau auf das Ergebnis gekommen, wie es nun veröffentlicht wurde, verrät der Sportliche Leiter, Thomas Wegener.

„Nullkommanull überraschend“

„Die Einteilung ist nullkommanull überraschend für uns“, sagt Wegener - was aber nichts daran ändert, dass sie es beim SC lieber gesehen hätten, wenn man der Ruhrgebietsstaffel 3 zugeordnet worden wären. Einen entsprechenden Wunsch hatte man im Vorfeld beim Verband geäußert. Dass dieser Wunsch erfüllt wird, davon waren sie in Garenfeld aber nicht ausgegangen.

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So heißen die Gegner des Aufsteigers nun nicht Hombruch, Kirchhörde oder Brackel, sondern FC Arpe Wombach (Ortsteil von Schmallenberg), VfL Bad Berleburg oder Rot-Weiß Erlinghausen.

Gelassenheit beim SC Hennen

Gehen wir eine Liga tiefer: Die Bezirksliga 6 war in den vergangenen Jahren eine „Derby-Liga“, in der von den Vereinen aus dem Bereich des Schwerter Stadtsportverbandes nun aber nur noch der SC Hennen seine sportliche Heimat hat.

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Dessen Sportlicher Leiter Marvin Horn reagiert auf die wegfallenden Lokalduelle gegen die Schwerter Kontrahenten gelassen. „Wenn ich mir unsere Bilanz gegen die Schwerter Teams angucke, kann ich gut darauf verzichten“, sagt Horn, der die Staffel für „durchaus interessant“ hält.

Mehrere nicht bekannte Gegner

Duelle gegen Iserlohner Vereine wie Kalthof oder Letmathe bleiben den „Zebras“ erhalten. Hinzu kommen ein paar Spiele gegen bisher nicht bekannte Mannschaften wie die Hagener Aufsteiger Hellas/Makedonikos oder Herdecke-Ende. Neu in der Liga im Vergleich zur Vorsaison sind außerdem die umgruppierten Sportfreunde Hüingsen sowie die beiden Aufsteiger TuS Ennepe und SV Deilinghofen-Sundwig.

Kamal Hafhaf: „Bin total überrascht“

Und wie reagieren die Verantwortlichen der drei umgruppierten Schwerter Vereine? „Ich bin total überrascht“, gestand Kamal Hafhaf, Sportlicher Leiter des VfL Schwerte, in einer ersten Reaktion – beim VfL hatte man offensichtlich nicht mit einer Umgruppierung gerechnet.

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Hafhaf hält die Staffel 8 mit Mannschaften wie Königsborn, Sölde, Körne oder der Aplerbecker Oberliga-Reserve für „attraktiver, aber auch sportlich stärker als die Staffel 6.“

Haberschuss findet die Umgruppierung gut

Im Gegensatz zu Hafhaf zeigte sich André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK Schwerte, ganz und gar nicht überrascht von der Umgruppierung. „Ich habe damit gerechnet“, sagt Haberschuss. Wie Hafhaf hält auch der Coach der „Östlichen“ die Liga für „fußballerisch stärker“.

Aber das müsse für seine Mannschaft kein Nachteil sein, meint Haberschuss: „Wir haben häufig gegen fußballerisch gute Mannschaften besser ausgesehen als gegen Mannschaften, die über den puren Kampf kommen. Deshalb sehe ich in der Umgruppierung durchaus Vorteile für uns. Und vielleicht kommen ja auch mehr Zuschauer, wenn es mal gegen andere Mannschaften geht.

Auswärts-Entfernungen halten sich in Grenzen

Auch Thomas Redel, Sportlicher Leiter des Geisecker SV, sieht die Umgruppierung positiv: „Von der sportlichen Stärke her kann ich es noch nicht einschätzen. Aber es ist mal was Anderes – das muss nicht verkehrt sein, zumal die Entfernungen zu den Auswärtsspielen sich auch in Grenzen halten“, meint Redel.

Die Staffeleinteilung: Landesliga Staffel 2: FC Arpe Wormbach, VfL Bad Berleburg, SV Hüsten 09, SV Brilon, FSV Werdohl, VSV Wenden, TuS Langenholthausen, SC Obersprockhövel, Rot-Weiß Hünsborn, BSV Menden, RW Erlinghausen, SC Drolshagen, SV 04 Attendorn, SpVg. Olpe, TSV Weißtal, SC Berchum/Garenfeld, RW Lüdenscheid. Bezirksliga Staffel 6: FC Wetter, SSV Hagen, ASSV Letmathe, Türkiyemspor Hagen, SC Hennen, SV Deilinghofen-Sundwig, TuS Ennepe, FSV Gevelsberg, VfB Schwelm, BW Voerde, SF Hüingsen, SSV Kalthof, Sinospor Iserlohn, FC Herdecke-Ende, TSK Hohenlimburg, FC Hellas/Makedonikos Hagen. Bezirksliga Staffel 8: TuS Hannibal, VfL Schwerte, SSV Mühlhausen, TuS Westfalia Wethmar, VfR Sölde, ETuS/DJK Schwerte, Geisecker SV, Türkischer SC Kamen, Königsborner SV, SG Massen, Holzwickeder SC II, BV Brambauer-Lünen, ASC 09 Dortmund II, BW Alstedde, DJK TuS Körne, Lüner SV II.
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