Was war da los beim A-Jugendturnier? Die Diskussion bleibt emotional

dzJugendfußball-Stadtmeisterschaften

Das Verhalten der A-Junioren des VfL Schwerte und ihres Anhangs wird kritisiert. Aus den Reihen des VfL kommen aber auch Stimmen, die sich in der Berichterstattung schlecht behandelt fühlen

Schwerte

, 21.01.2020, 18:27 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Diskussion bleibt emotional. Auch drei Tage nach den Fußball-Stadtmeisterschaft der A-Junioren wirken die unerfreulichen Vorkommnisse rund um das Turnier am Samstagabend in der Alfred-Berg-Sporthalle noch nach.

Vor allem das Verhalten von einigen Spielern und Anhängern des VfL Schwerte hat den Verantwortlichen des Stadtsportverbandes und des Ausrichtervereins Geisecker SV ganz und gar nicht gefallen.

„Keine Tätlichkeiten außerhalb des Platzes“

Wie berichtet, kam es am Ende sogar zu einem Polizeieinsatz, nachdem die Emotionen im Halbfinale zwischen dem VfL und dem SC Berchum/Garenfeld hochgekocht waren und sich die Berchum/Garenfelder sich nach Turnierende bedroht fühlten.

Jetzt lesen

Am Dienstag äußerte sich nochmal Frank Samson in seiner Funktion als Jugendleiter des VfL Schwerte. „Natürlich sind das keine Kinder von Traurigkeit“, sagt Samson. Aber er lege großen Wert auf die Feststellung, „dass es zu keinem Zeitpunkt außerhalb des Platzes irgendwelche Tätlichkeiten gegeben hat.“

Samson weist Jutta Krügers Aussage zurück

Zudem betonte Samson nochmal, dass er niemanden mit Schlagstöcken gesehen habe, was ihm auch Thomas Redel und Michael Kipka, Sportlicher Leiter und Jugendleiter des Ausrichtervereins Geisecker SV, bestätigt hätten. Die entsprechende Behauptung der Fachgruppenvorsitzenden Jutta Krüger, der dies nach eigener Aussage zugetragen worden ist, könne er nur zurückweisen, so Samson.

Jetzt lesen

Zu schlecht weggekommen in der Berichterstattung sieht den VfL Schwerte auch Mahmud Ercan, der sich - wie weitere Usernach ihm auch noch - auf unserer Facebook-Seite gemeldet hat. Es sei richtig, dass die Fans des VfL Schwerte etwas mehr Fingerspitzengefühl hätten zeigen können, schreibt Ercan.

„Augen verdreht und mit Fingern auf die Fans gezeigt“

„Aber wie in jedem anderen Sport, wo Fans ihre Mannschaft anfeuern, kommt es zu solchen Situationen. Damit muss man klarkommen oder man braucht so eine Veranstaltung gar nicht erst versuchen zu stemmen.“

Statt sich einfach zu freuen, dass die Fans die Mannschaft unterstützen, „hat man lieber die Augen verdreht und mit dem Finger auf die Fans gezeigt. Sie haben uns klasse unterstützt, und das alles ganz ohne Alkohol – im Gegensatz zu anderen Fans, die den Alkohol sogar in die Halle geschmuggelt haben.“

Jetzt lesen

Abschließend beklagt Ercan: „Mal wieder wurde klar, dass ein Team, das zu 80 Prozent aus Spielern besteht, die einen Migrationshintergrund haben, sofort abgestempelt wird.“

Appell an Fair Play und gegenseitigen Respekt

Dieser Auffassung widerspricht Thorsten Rauball vom Geisecker SV vehement. Grundsätzlich sei es lobenswert, wenn die eigenen Fans ihre Mannschaft lautstark unterstützen. „Wenn aber Beleidigungen und Provokationen an gegnerische Fans oder Spieler gerichtet werden, hat dies nichts mehr mit Unterstützung der eigenen Mannschaft zu tun.

Auch Schlachtrufe unterhalb der Gürtellinie und das Mitbringen von eigenen alkoholischen Getränken sind vor allem bei einem Jugendturnier fehl am Platz. Das gilt grundsätzlich für alle Fans und Spieler sowie Besucher einer Sportveranstaltung und hat nichts mit Migrationshintergrund zu tun.“

Denn es gehe grundsätzlich darum, sich angemessen in der Öffentlichkeit zu verhalten. „Fair Play und gegenseitiger Respekt sollten für jeden Sportler und auch für die Fans immer im Vordergrund stehen“, schreibt Rauball.

Gedanke des Sports steht nicht mehr im Vordergrund

Und er fügt hinzu: „Und wenn dann geschrieben wird, dass so etwas dazu gehört wenn man so ein Turnier veranstaltet, dann muss ich vehement widersprechen. Die Konsequenz kann dann nur sein, dass zukünftige Turniere für die A-Jugend nicht mehr stattfinden, weil einfach der Gedanke des Sports nicht mehr im Vordergrund steht.“

Bleibt die Frage, ob der Stadtsportverband (SSV) als Veranstalter der Stadtmeisterschaften aus den Vorfällen Konsequenzen zieht. Wir erinnern uns: Im Jahr 2016 hatte der SSV-Vorstand die Stadtmeisterschaften in der Halle und auf dem Feld mal aus dem Programm genommen – damals allerdings als Folge von verbalen Entgleisungen einiger Eltern und Betreuer.

Schubert: „Werden nichts übers Knie brechen“

Das war zu einer Zeit, als der heutige Stadtsportverbandsvorsitzende Peter Schubert noch nicht im Amt war. Schubert, der am Samstagabend nicht in der Alfred-Berg-Sporthalle war, will noch nichts zu etwaigen Konsequenzen sagen. „Wir werden da nichts übers Knie brechen und haben ja auch keinen Zeitdruck. Wir alle Seiten in Ruhe anhören“, so Schubert.

Möglicherweise kommt das Thema schon an diesem Dienstagabend im Rahmen der turnusmäßigen SSV-Vorstandssitzung, bei der die Berichte aus den verschiedenen Fachgruppen auf der Tagesordnung stehen, auf den Tisch.

Intensiver werden die Vereinsvertreter darüber aber wohl im Rahmen der nächsten Sitzung der Fachgruppe Jugendfußball diskutieren. Terminiert ist diese Sitzung noch nicht. „Wir wollen zusehen, dass wir es noch im Februar hinkriegen“, sagt die Fachgruppenvorsitzende Jutta Krüger – gut möglich, dass es auf dieser Sitzung dann einiges zu besprechen gibt.

Lesen Sie jetzt