Was passiert mit der Saison? Alibi-Aktionen und ermüdende Diskussionen

dzKommentar

Bis entschieden wird, was mit der Amateurfußballsaison 2019/20 passiert, wird es noch einige Wochen dauern. Die ständigen Diskussionen darüber helfen nicht weiter, findet unser Autor.

Schwerte

, 26.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am liebsten wäre mir, wenn wir morgen mit dem Fußball wieder anfangen könnten.“ Dem Satz, den Horst Reimann, Vorsitzender des Fußballkreises Iserlohn, vergangene Woche im Zusammenhang mit der Diskussion um den Umgang mit der ausgesetzten Saison der Amateurfußballer gesagt hat, würde in diesen Tagen wohl kein Fußballfreund widersprechen.

Die Funktionäre haben es nicht leicht

Aber natürlich weiß auch Reimann, dass die Realität eine grundlegend andere ist. Denn in Wirklichkeit haben es die Funktionäre des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) in diesen Tagen wahrlich nicht leicht.

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Auf der Suche nach einer Lösung sind die Verbands-Oberen um Transparenz bemüht, das ist prinzipiell löblich. Um ein Stimmungsbild von der Basis zu bekommen, haben sie auch die Vereine befragt – eine gute Idee? Na ja, wohl eher eine Alibi-Aktion.

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Denn ob dieses Votum der Vereine einen nennenswerten Einfluss auf die Entscheidung haben wird, darf man getrost bezweifeln.

Anders als in Bayern und am Mittelrhein

In dem Punkt, dass die Saison abgebrochen werden soll, herrscht jedoch weitgehende Einigkeit – zumindest im FLVW. Anderswo sieht das aber ganz anders aus. In Bayern zum Beispiel haben sie beschlossen, dass die Saison unbedingt zu Ende gespielt werden muss. Wann auch immer.

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Aber so weit in den Süden muss man gar nicht gehen. Der Verband Mittelrhein, also auch noch Nordrhein-Westfalen, will die Spielzeit ebenfalls im Herbst zu Ende spielen – ein wagemutiger Gedanke. Die Herrschaften müssten doch eigentlich wissen, dass zunächst mal die Entscheidungen der Politik zu berücksichtigen sind. Und will heute jemand garantieren, dass der Ball im September wieder rollt?

Warten auf das Rechtsgutachten

Zurück zum FLVW: Hier warten sie – richtigerweise – erstmal das in Auftrag gegebene Rechtsgutachten ab. Auf dessen Basis wird es dann eine Empfehlung für den Verbandstag geben, auf dem letztlich entschieden wird.

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Bis es so weit ist, wird es Juni werden – die Mühlen der Bürokratie mahlen nicht allzu schnell.

Das mag für die Vereine, die endlich Planungssicherheit haben wollen, unbefriedigend sein. Aber es ist nunmal so.

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Und mal ganz ehrlich: Ein Stück weit sind die aktuellen Diskussionen doch auch ermüdend. Es ist Amateurfußball, mehr nicht.

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