Von einem attraktiven Derby, einem Torjäger-Duo des ETuS/DJK und einem neuen Spitzenreiter

dzFußball-Bezirksliga

Der SC Berchum/Garenfeld hat den Geisecker SV als Tabellenführer abgelöst und kann auf eine stolze Serie zurückblicken. Und der beste Torjäger der Liga kommt vom ETuS/DJK Schwerte.

Schwerte

, 28.10.2019, 18:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wen man auch befragte zum Lokalduell zwischen dem Geisecker SV und dem VfL Schwerte, es herrschte Einigkeit: Die beiden Derby-Kontrahenten hatten ein richtig gutes Bezirksligaspiel abgeliefert. Mit dem 1:1 stand unter dem Strich auch ein gerechtes Ergebnis, wobei es auch gut und gerne 5:5 hätte ausgehen können.

Vorsicht, Ironie: „Die ganze Nacht nicht geschlafen“

Die Geisecker sind mit dieser Punkteteilung vom Tabellenthron gepurzelt und auf den dritten Rang zurückgefallen. Aber das löst am Buschkampweg nicht einmal den Ansatz von Frustration aus. Darauf angesprochen, meinte Trainer Thomas Wotzlawski: „Ich konnte deshalb die ganze Nacht nicht schlafen.“ Vorsicht, Ironie!

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Im Ernst: Er sei selbst gespannt darauf gewesen, wie seine Mannschaft auf die Situation zur zweiten Halbzeit reagieren würde – 0:1-Rückstand, nach Luis Pothmanns Ampelkarte in Unterzahl und ein starker Gegner, über den Wotzlawski sagt: „In dieser Verfassung gehört der VfL ins obere Tabellendrittel.“

Nach ihrem couragierten Auftritt in der zweiten Hälfte, in der sogar ein Dreier noch im Bereich des Möglichen lag, können die Geisecker Spieler mit Fug und Recht von sich behaupten, diese Bewährungsprobe bestanden zu haben.

Beim VfL ist eine Weiterentwicklung unübersehbar

Und der VfL? Auch dessen Trainer Dominik Buchwald war nicht unzufrieden, auch wenn es den Blau-Weißen in der zweiten Halbzeit nicht gelungen ist, der Partie mit einem Spieler mehr den Stempel aufzudrücken. „In Überzahl ist die Erwartungshaltung automatisch, das Spiel zu machen. Aber so weit sind wir dann offenbar noch nicht. Das ärgert mich schon ein bisschen“, sagt Buchwald.

Dass sich der VfL im Vergleich zur Frühphase der Saison mittlerweile deutlich stärker präsentiert, ist aber unübersehbar – und sicherlich auch das Verdienst des Trainers.

Ein Sonderlob des Trainers

Standortwechsel, von Geisecke ein paar hundert Meter weiter nach Schwerte-Ost. Wohl dem, der auf zwei solche Stürmer setzen kann, wie sie der ETuS/DJK Schwerte zur Verfügung hat. Da ist zum einen Ismail Ayar, der mit zwölf Treffern die Torschützenliste der Bezirksliga 6 nun alleine anführt und der von Trainer André Haberschuss nach dem 4:0-Erfolg gegen den SC Hennen ein Sonderlob spendiert bekam.

Was die Effektivität angeht, wird Ayar aber von einem Teamkollegen sogar noch übertroffen: Dennis Frohn war die ersten vier Saisonspiele noch gar nicht am Ball und ist seitdem als „Teilzeitarbeiter“ auf Torejagd. Siebenmal hat Frohn schon getroffen, stand aber insgesamt bisher noch keine 300 Minuten auf dem Platz. Etwa alle 42 Minuten schießt Frohn im Schnitt ein Tor – keine schlechte Quote des 34-Jährigen, der offenbar immer noch weiß, wo das Tor steht.

Hennens Stemmann sieht der Realität ins Auge

Gegen Hennen trumpfte das Torjäger-Duo jeweils mit einem Doppelpack auf – und verschärfte damit die prekäre Lage der „Zebras“. Sechste Niederlage in Folge, nur noch drei Punkte von der Abstiegszone entfernt – wie groß sind die Sorgen, die man sich als „Zebra“-Anhänger machen muss? Trainer Holger Stemmann sieht der Realität ins Auge: „Im Moment machen wir uns alle Sorgen. Es gibt nichts schönzureden, es war eine ganz schwache Leistung“, sagt Stemmann. Über Wochen hinweg eine Reihe von Spielern ersetzen zu müssen, gestalte sich zunehmend schwierig, sagt der Coach.

Und natürlich nagt die Negativserie auch am Selbstvertrauen der Spieler. „Wir sind ohnehin nicht die Mannschaft, die mit Leichtigkeit durch die Liga fliegt. Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken – das ist es, was wir in die Waagschale werfen können.“

Weiterentwicklung ist wichtiger als der Tabellenplatz

Ein bisschen im Schatten der beiden Lokalduelle war der SC Berchum/Garenfeld am Sonntag aktiv. Dabei hat auch das Team von Fabian Kampmann eine erhöhte Aufmerksamkeit verdient, schließlich sprechen wir hier vom neuen Tabellenführer, der mit dem überzeugenden 3:0-Erfolg bei Türkiyemspor Hagen an die Spitze gestürmt ist.

„Wichtiger als der Tabellenplatz ist mir die Entwicklung der Mannschaft“, sagt Trainer Fabian Kampmann. Und in dieser Hinsicht sei er sehr zufrieden, sagt der Coach und nennt eine durchaus beeindruckende Zahl: Nach der 2:3-Niederlage im zweiten Testspiel gegen den Westfalenligisten FC Brünninghausen am 13. Juli hat der SC in 25 Partien keine einzige Niederlage hinnehmen müssen – aus diesem holz sind Tabellenführer geschnitzt.

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