Unentschieden? Gibt‘s nicht. Das Bezirksliga-Quintett freut sich ganz oder gar nicht

Fußball-Bezirksliga

Die fünf heimischen Bezirksligisten blicken mit denkbar gemischen Gefühlen auf den vierten Spieltag zurück. Wir sprechen von zwei Siegern und drei Verlierern.

Schwerte

, 01.09.2019, 21:30 Uhr / Lesedauer: 5 min
Unentschieden? Gibt‘s nicht. Das Bezirksliga-Quintett freut sich ganz oder gar nicht

Der Geisecker SV bejubelte seinen 3:0-Derbysieg beim ETuS/DJK Schwerte. die „Kleeblätter“ rückten vor auf Platz drei. © Bernd Paulitschke

ETuS/DJK Schwerte - Geisecker SV 0:3 (0:1)

Nach dem Schlusspfiff des Bezirksliga-Derbys vor gerade mal hundert Zuschauer im EWG-Sportpark hallten „Auswärtssieg“-Sprechchöre aus der Gästekabine – ein sicheres Zeichen dafür, dass der Geisecker SV seinen 3:0-Erfolg beim ETuS/DJK Schwerte in vollen Zügen genoss.

Ob es zu einem solch deutlichen Geisecker Sieg gekommen wäre, wenn die Gastgeber ihre Mega-Chance nach einer knappen Viertelstunde genutzt hätten, bleibt Spekulation. Fakt ist aber, dass Ismail Ayar am starken Geisecker Torwart Tim Helmdach scheiterte. Stattdessen fiel der erste Treffer der Partie neun Minuten später auf der anderen Seite: Julian Hüser, einer der stärksten Spieler auf dem Platz, drang über die linke Seite in den Strafraum ein und traf ins lange Eck – auch wenn es nach Abseits roch.

Danach entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten – die Pausenführung für die Gäste war nach 45 Minuten ein bisschen glücklich.

Nach Wiederanpfiff hatte Ayar für die „Östlichen“ die erste Möglichkeit, wurde aber abgeblockt – die Handelfmeter-Forderungen seitens der Platzherren waren vergeblich. Stattdessen zeigte Schiedsrichter Reuber (Friesenhagen) in der 57. Minute auf der anderen Seite auf den Punkt: Geiseckes Kliegel und Oguzhan Cona im Laufduell, in dem Letzter der Ball eindeutig an die Hand sprang – eine korrekte Entscheidung des Unparteiischen. Hüser hämmerte den fälligen Strafstoß zum 2:0 für die Gäste unter die Latte – ein Gegentor, das Wirkung zeigte bei der Elf von André Haberschuss, von der nun nicht mehr viel kam.

Geisecke kontrollierte nun das Geschehen und war endgültig auf die Siegerstraße eingebogen, als der bereits verwarnte Ayar sich ein überflüssiges Foul im Mittelfeld erlaubte und mit der Ampelkarte vom Platz flog (72.). Eine Minute später bekam Florian Ruß den Ball in Form eines Mohammad-Querschlägers auf dem Silbertablett serviert und vollstreckte per Direktschuss zum 3:0-Endstand.

Damit waren auch die letzten Zweifel vom Tisch, wer als Sieger aus dem Ost-Derby hervorgeht: Die Geisecker, die damit auf den dritten Platz vorrückten.

Schwerte: Dominik Pfannenschmidt, Yücel Balta, Yannik Körner, Jasmin Smajlovic, Kevin Loke (60. Lorenzo Schlage), Jan Söpper (46. Kevin Kinach), Rodi Mohammad, Oguzhan Cona, Dennis Cela, Ismail Ayar, Kadir Yilmaz.

Geisecke: Tim Helmdach, Julian Boethin, Calvin Höptner, Tom Borkenstein (51. Marius Manecki), Florian Ruß, Patrick Filla, Julian Hüser, Luis Pothmann, Tim Ollerdissen (40. Cangün Akgün), Mert Yildirim (76. Dennis Huck), Florian Kliegel (83. Oguzhan Kutlu).

Tore: 0:1 Hüser (23.), 0:2 Hüser (57., Handelfmeter), 0:3 Ruß (73.).

Gelb-Rot: Ayar (72., Foul).

TSK Hohenlimburg - VfL Schwerte 5:1 (2:0)

Eine erschreckend schwache Vorstellung lieferte der VfL Schwerte am Sonntag bei Aufsteiger TSK Hohenlimburg ab. Mit 1:5 gingen die Schwerter unter und hatten noch Glück, dasss die Gastgeber weitere Chancen liegen ließen.

Ganze zwei Minuten dauerte es, da hatte es zum ersten Mal bei Torwart Lukas Knoblauch eingeschlagen. Nach einem Einwurf konnten die Gastgeber unbedrängt flanken und aus sechs Metern einköpfen – die kalte Dusche für den VfL. Doch es kam noch schlimmer: Nach einem Pressschlag wurde Knoblauch leicht bedrängt und ließ den Ball fallen, TSK-Stürmer Fazio brauchte nur noch einzuschieben – 2:0 (8.).

Danach konnten die Schwerter zumindest das Spiel im Mittelfeld ausgeglichen gestalten und hätten nach einer Viertelstunde durch Maher Alanames den Anschluss herstellen können. Doch er scheiterte an TSK-Keeper Dill. Es sollte der letzte ernst zu nehmende Schuss aufs Tor der Hohenlimburger bleiben in der ersten Halbzeit bleiben. Auch wenn die Spielanteile ausgeglichen waren, kamen die Gastgeber immer wieder gefährlich vors Tor. Der VfL konnte sich bei Knoblauch bedanken, nicht schon hoffnungslos hinten zu liegen. Der eingewechselte Neuzugang Sofoklis Ioannidis sorgte zu Beginn der zweiten Hälfte für mehr Gefahr. In der 50. Minute hatte er die Chance zum 1:2, doch sein Heber wurde gehalten. Vier Minuten später dann die Vorentscheidung: Fast ohne Gegenwehr konnten die Hohenlimburger sich durchkombinieren und erhöhten auf 3:0.

Kurz keimte 180 Sekunden später nochmal Hoffnung auf, als Ioannidis nach Vorarbeit von Stefan Ladkau zum 1:3 traf. Ladkau, normalerweise Torwart, war aus Personalnot im Sturm aufgeboten worden. Doch fast im Gegenzug stellte der Aufsteiger den alten Abstand wieder her (59.).

Die Schwerter leisteten jetzt kaum noch Gegenwehr. Nach vorne ging nichts und defensiv waren sie zu weit vom Gegner weg. Letztlich konnten die VfLer froh sein, dass Hohenlimburg nur noch eine seiner Chancen zum 5:1-Endstand nutzte (75.).

Schwerte: Lukas Knoblauch, Luca Vöckel, Davis Sprungk, Robin Heuft, Stefan Ladkau (68. Gianluca Zocco), Lennard Smits, Lukas Beßlich (45. Sofoklis Ioannidis), Maher Alamanes (77. Halit Yildiz) , Tim Birnkraut, Nicolaz Ortiz, Ayoub Belabbes.

Tore: 1:0 (2.), 2:0 (8.), 3:0 (54.), 3:1 Ioannidis (57.), 4:1 (59.), 5:1 (75.).

SSV Kalthof - SC Hennen 2:0 (1:0)

Im heimischen Naturstadion hat der SC Hennen die Maximalpunktzahl aus zwei Spielen (ohne Gegentor) geholt. Auf fremden Platz sieht die Bilanz ganz anders aus: Nach der 0:2-Niederlage in Kalthof bleiben die „Zebras“ mit einem Torverhältnis von 1:17 auswärts der Punktelieferant.

In der SSV-Arena erlebten die Zuschauer kein spielerisch hochklassiges Spiel, sondern viele Zweikämpfe und Ungenauigkeiten im Offensivspiel prägten das Geschehen auf beiden Seiten. Wenig verwunderlich fiel der Führungstreffer für die Gastgeber aus einer Standardsituation, die Hennen aber auch komplett verschlief: Hegemann flankte auf den zweiten Pfosten, Vasileiou setzte sich robust durch und köpfte ein – 1:0 (25.). Nur fünf Minuten später hatte Hegemann das 2:0 auf dem Fuß, doch seine Direktabnahme blockte Wanzke in höchster Not zur Ecke (30.). In der ersten Halbzeit zeigten sich die Gäste nur einmal gefährlich im gegnerischen Strafraum. Boulakhrif flankte auf Weigelt, der beim Kopfball aus fünf Metern in der Luft gestoßen wurde, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm (45.).

Nach der Pause setzte sich das Bild fort, hitzige Aktionen waren häufiger zusehen als große Torchancen. Wenn es bei Hennen gefährlich wurde, war der Ex-Kalthofer Claudio Ferreira beteiligt. Erst verfehlte er das lange Eck nur knapp (52.), ehe SSV-Keeper Lenzen seinen Schlenzer parieren konnte (54.). Die beste Ausgleichschance vereitelte Lenzen im Verbund mit der Querlatte: Prince verlängerte einen Einwurf per Kopf in den Strafraum und der eingewechselte Bergmann konnte seinen Kopfball nicht im Tor unter bringen (75.). Serter traf zum 2:0-Endstand (85.).

Hennen: Patrick Seeger, Haris Elezovic (86. Dominik Essmann), Brian Osei Prince, Claudio Ferreira, Marcel Kordt (76. Marlon Struck), Michael Weigelt, Nils Krawczyk, Julian Wanzke (64. Jan-Hendrik Bergmann), Hassan Boulakhrif, Jan Loos (42. Joshua Quandt), Marcel Rudzinski.

Tore: 1:0 (25.), 2:0 (85.).

SSV Hagen - SC Berchum/Garenfeld 0:6 (0:4)

Keine Mühe hatte der SC Berchum/Garenfeld, mit einem 6:0-Sieg beim SSV Hagen am Sonntag drei Punkte aus dem Ischelandstadion zu entführen. Dabei glich die erste Halbzeit fast schon einem Spaziergang.

Der Sportclub hatte keine Probleme mit dem etwas holprigen Naturrasen und ging schon nach fünf Minuten in Führung. Nach Vorlage von Ntontos zirkelte Tim Böckenförde den Ball in den Winkel.

Zwei Schrecksekunden hatten die Berchum/Garenfelder zu überstehen. Tavares war einmal auf und davon, allerdings abseitsverdächtig. Doch Hollmann parierte glänzend (11). Und auch als Tavares an Nickel vorbei war, konnte der SC-Schlussmann retten (27.). Ansonsten dominierten die Gäste, die sich auch durch den frühen Ausfall von Amstutz (17.) nicht beirren ließen. Die Adlerträger aus Hagen ließen zu viel Räume und diese nutze die Kampmann-Elf auch. Marcel Grondziel drosch den Ball nach einem Flankenwechsel volley in den Knick. Zwar parierte SSV-Keeper Khokhlunov einmal gegen Külpmann (29.) und Ntontos scheiterte an der Latte (30.), aber Torjäger Nicolas Külpmann (Foto) legte noch vor der Pause zwei Treffer nach. Zunächst traf er auf Vorlage von Grondziel zum 3:0, dann nach einem energischen Antritt zum 4:0. Nach dem Wechsel erhöhte „Külpi“ nach Hacken-Vorlage von Ntontos schnell auf 5:0. Hagen stand im zweiten Abschnitt nun zwar besser, blieb aber nach vorne ungefährlich. Die Gäste konnten aber auch einen Gang zurückschalten – die Entscheidung war längst gefallen.

Becker traf volley aus 16 Metern nur die Unterkante der Latte, Deuerling per Kopf, Ntontos und nochmal Becker vergaben, ehe Böckenförde mit einer Fackel das halbe Dutzend noch voll machte.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Vladimir Kunz, Jerome Nickel, Daniel Wanderer, Christian Deuerling, Justin Amstutz (17. Luca Becker), Daniel Huber (61. Leander Koeser), Tim Böckenförde, Marcel Grzondziel (61. Tobias Neynaber), Georgios Ntontos, Nicolas Külpmann (76. Patrick Pietrzinski).

Tore: 0:1 Böckenförde (5.), 0:2 Grzondziel (18.), 0:3, 0:4, 0:5 alle Külpmann (39., 43., 49.), 0:6 Böckenförde (82.).

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