Saisonabbruch - und zwei unverhoffte Aufstiegsoptionen für HSG und HVE

dzHandball

Der Handballverband Westfalen (HVW) hat wie erwartet entschieden: Die laufende Saison wird abgebrochen. Bei der Wertung hat sich der Verband für eine Quotientenregelung entschieden.

Schwerte

, 19.04.2020, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Fortsetzung und Beendigung der Saison 2019/20 ist aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Verbandes vom Sonntagnachmittag.

Damit steht die erste Herrenmannschaft der HVE Villigst-Ergste, aktueller Tabellenführer der Landesliga 4, als Aufsteiger in die Verbandsliga fest - das war letztlich keine Überraschung mehr.

Aufstiegschance als Tabellenfünfter

Aber besagte Regelung bedeutet auch, dass Vereine, bei denen noch eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie auf sportlichem Weg einen Aufstiegsplatz erreichen würden, eine Wildcard für die nächsthöhere Liga bekommen.

Dies hat positive Auswirkungen für die beide Schwerter Damenmannschaften. Denn sowohl die HSG Schwerte/Westhofen, Tabellenfünfter der Verbandsliga, als auch die HVE Villigst-Ergste, die in der Landesliga ebenfalls auf Rang fünf steht, kommen in den Genuss einer solchen Wildcard.

Zur Erläuterung der erwähnten Quotientenregelung und deren Folgen: Die Wertung der Saison erfolgt nach dem so genannten „norwegischen Modell“ und für alle bis zum 12. März durchgeführten Spiele: Dabei werden die erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Der ermittelte Wert ist mit 100 zu multiplizieren und auf eine Stelle nach dem Komma zu runden.

Rückstand darf maximal 39,9 Punkte betragen

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „In Ergänzung der Auf- und Abstiegsregelung wird beschlossen, dass allen Vereinen, die nicht auf einem Aufstiegsplatz liegen, auf diesen aber maximal einen Rückstand von 39,9 Quotientenpunkte auf die jeweilig letzte aufstiegsberechtigte Mannschaft der Staffel haben, eine Wildcard angeboten wird.“

Bei den HSG-Frauen liegt dieser Punktewert bei 35,3, bei den HVE-Frauen sind es 29,4 Punkte.

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Ob sie die Wildcards für die beiden Teams annehmen, konnten die Klubverantwortlichen am Sonntag noch nicht sagen. „Es ist sicher eine Option, darüber nachzudenken. Aber das müssen wir erst intern besprechen. Für eine endgültige Aussage ist es definitiv noch zu früh, wir hatten uns ja vorher auch gar nicht mit diesem Szenario beschäftigt“, sagt HSG-Frauentrainer Mischa Quass.

Die Verbandsliga-Frauen der HSG Schwerte/Westhofen mit Trainer Mischa Quass (kniend) bekommen als Tabellenfünfter die Option, in die Oberliga aufzusteigen.

Die Verbandsliga-Frauen der HSG Schwerte/Westhofen mit Trainer Mischa Quass (kniend) bekommen als Tabellenfünfter die Option, in die Oberliga aufzusteigen. © Manuela Schwerte

Thorsten Gollnik, Sportlicher Leiter der HVE, war genauso überrascht, dass dem Villigst-Ergster Frauenteam die Möglichkeit eines Verbandsliga-Aufstiegs geboten wird.

Mit dieser Wildcard-Regelung war nicht zu rechnen

„Mit dieser Wildcard-Regelung haben sie mich kalt erwischt, damit war nicht zu rechnen. Wir werden uns sicherlich drüber unterhalten, aber das ist jetzt alles noch ein bisschen zu frisch. Und wir haben ja auch noch Zeit“, sagt Gollnik mit dem Hinweis darauf, dass die Vereine bis zum Stichtag 20. Mai ihre Mannschaftsmeldungen abgegeben haben müssen.

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Aus HVE-Sicht gibt es übrigens noch eine positive Konsequenz der Verbandsbeschlusses. Denn wie schon vorher angekündigt, haben die Verbandsfunktionäre entschieden, dass es keine Absteiger gibt. Davon profitiert die zweite Herrenmannschaft der HVE als Tabellenvorletzter der Bezirksliga.

„Es tut mir richtig leid für die Jungs“

Und trotzdem gibt es einen Wermutstropfen im Villigst-Ergster Freudenbecher. Natürlich freue er sich sehr darüber, dass die „Erste“ in der nächsten Saison um Verbandsliga-Punkte spielen darf, sagt Gollnik.

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„Aber andererseits tut es mir richtig leid für die Jungs, dass sie auf diese Art und Weise aufsteigen und es gar nicht richtig feiern können. Das hätten wir natürlich alle gerne anders gehabt“, so Gollnik.

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