Reiten: Kirsten Siebers Europareise

SCHWERTE 5300 Kilometer, sechs Tage und Nächte durch sechs europäische Länder an den südlichen Rand Europas; Ställe in Frankreich und Spanien; tagsüber ausruhen und nachts fahren; 37 Grad Wettkampftemperatur und ein 50- köpfiger Tross aus Reitern, Trainern, Tierärzten, Offiziellen, LKW-Fahrern, Familienmitgliedern und Fans - Eckdaten des höchst erfreulich verlaufenen "Abenteuers Europameisterschaft" der jungen Dressurreiterin Kirsten Sieber.

von Von Michael Dötsch

, 30.07.2008, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit gut einer Woche ist sie wieder zu Hause und hat für ihre drei Medaillen (Silber mit der Mannschaft und im Kürwettbewerb und Bronze im Einzel), die sie bei den Titelkämpfen der Jungen Reiter in Lissabon gewonnen hat, ein bevorzugtes Plätzchen gefunden.

Hinter Kirsten Sieber und ihrem zehnjährigen Holsteiner Fuchswallach Charly liegt das bisher größte Erlebnis ihres gemeinsamen Reiterlebens. Die für den ZRFV Schwerte reitende 19-Jährige war die Einzige im deutschen Team der Jungen Reiter, die die Strecke hinter dem Steuer eines Wohnmobils absolvierte, um ihren Charly auch auf der Reise zu betreuen. Aber die Strapazen haben sich gelohnt: Mit ihren Erfolgen war das Paar das Aushängeschild des deutschen Teams bei der Euro 2008 in Portugal.Turnierschrank zu klein für die Ausrüstung

Eine der wichtigsten Entscheidungen war schon im Vorfeld der Titelkämpfe gefallen: Im Trainingslager in Warendorf war Kirstens Turnierschrank zu klein für die gesamte Ausrüstung für 14 Tage. Kurzerhand bekam Kirsten Sieber den alten Schrank der lebenden Reiterlegende Hans Günter Winkler - und dieser brachte offenbar Glück.

Auch im Nachhinein ist Kirsten Sieber der Stolz über das Erreichte noch anzumerken. "Das ist wirklich Gänsehaut-Feeling, wenn man auf dem Treppchen steht und die Nationalhymne gespielt wird," sagt sie. Zudem durfte sie sich über ein dickes Lob des Bundestrainers freuen: "Kirsten hat sich im Trainingslager und im gesamten Turnier kontinuierlich gesteigert und unsere Trainingssystematik perfekt umgesetzt", so Hans Heinrich Meyer zu Strohen, der zudem den Zusammenhalt in der deutschen Mannschaft lobte. "Ein Teamgeist, der nicht alltäglich ist" "Das war ein Teamgeist, der in unserer Individualsportart Reiten nicht unbedingt alltäglich ist", so der Bundestrainer - auch in dieser Hinsicht durfte sich Kirsten Sieber angesprochen fühlen.

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