Regionalliga-Spieler verliert Vertrag wegen Futsal

Holzpfosten-Gegner Paderborn

Das ist dumm gelaufen - sowohl für den betroffenen Spieler als auch für den UFC Paderborn, Gegner der Holzpfosten Schwerte in der Futsal-Regionalliga: Mit Max Wilschrey hat der UFC einen Regionalliga-Fußballer vom SC Wiedenbrück eingesetzt. Der Spieler ignorierte ein Futsal-Verbot seines Vereins mehrfach - und ist nun seinen Vertrag los.

SCHWERTE

, 16.12.2015, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zahlreiche Holzpfosten-Fans hatten sich fürs Topspiel der Futsal-Regionalliga in Paderborn mit Nikolaus-Mützen verkleidet und sorgten für mächtig Stimmung.

Zahlreiche Holzpfosten-Fans hatten sich fürs Topspiel der Futsal-Regionalliga in Paderborn mit Nikolaus-Mützen verkleidet und sorgten für mächtig Stimmung.

Max Wilschrey ist ein 19 Jahre junger Fußballer aus der Jugend von Arminia Bielefeld, der zu Saisonbeginn 2015/16 zum Regionalligisten SC Wiedenbrück gewechselt war. Acht Einsätze und einen Treffer konnte der junge Mann bislang zu den Statistiken seines Teams beisteuern - und dabei wird es auch bleiben.

Trotz Verbot auf Torejagd gegangen

Wilschrey stand nicht nur in Wiedenbrück unter Vertrag, er spielte parallel auch noch Futsal beim UFC Paderborn, überraschend starker Konkurrent der Holzpfosten Schwerte in der laufenden Saison. Und zumindest in zwei Spielen hatte auch Wilschrey einen Anteil daran: Bei seinem Debüt, ein 7:5-Sieg gegen Sennestadt, erzielte er satte vier Treffer. Als sein eigentlicher Verein von der Aktion Wind bekam, gab es eine Verwarnung und das Versprechen des Spielers, nicht mehr Futsal zu spielen.

Aus Sicht des Vereins ein verständlicher Vorgang - man will natürlich eine Verletzung des Spielers vermeiden, denn man bezahlt ihn ja schließlich. Vom Futsal kann hierzulande keiner leben. Wilschrey wiederum kann wohl nicht ohne Futsal leben: Bei der 5:9-Niederlage gegen die Holzpfosten am 5. Dezember spielte er wieder, schoss sogar zwei Tore.

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Und jetzt wird es unsportlich: Der UFC Paderborn tilgte eigenhändig den Namen des Spielers aus der Berichterstattung des Amateursportportals fupa.net, löschte auch Bilder mit ihm aus einer Fotostrecke. Zudem wollte man verhindern, dass die Neue Westfälische Zeitung Wilschreys Namen in der Berichterstattung erwähnt. Dem kamen die Kollegen der Neuen Westfälischen nicht nach. 

So kam es wie es kommen musste: Wiedenbrück erfuhr erneut vom Einsatz seines Spielers und hat den Vertrag mit ihm aufgelöst. Nicht nur auf den Spieler wirft die Geschichte kein gutes Licht: Auch die Paderborner sollten sich fragen, ob sie wirklich zu solchen Mitteln greifen wollen, um die Futsal-Regionalliga aufzumischen.

Ein Spieler, zwei Vereine
Grundsätzlich ist es möglich, dass ein Spieler im Fußball für einen Verein und im Futsal für einen anderen spielt. Bei den Holzpfosten sind zum Beispiel Adjani Ibeme für den VfL Schwerte und David Graudejus für den SV Brackel auf dem Feld im Einsatz. Es liegt mehr oder weniger an den jeweiligen Vereinen und Spielern sich über Einsätze in beiden Sportarten zu einigen.

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