Ohne schnelle Trendwende bei den Corona-Zahlen kann es nur eine Lösung geben

dzMeinung

Sportartübergreifend ist die Saison 2020/21 zurzeit ausgesetzt, nun auch im Handball bis zum Jahresende. Mindestens. Kann man die Saison überhaupt noch fortführen? Das meint unser Autor.

Schwerte

, 16.11.2020, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Handballverband Westfalen hat den Spielbetrieb der laufenden Saison bis zum Jahresende ausgesetzt – ist irgendwer überrascht von dieser Entscheidung?

Wer nicht komplett die Augen vor der Realität verschließt, der muss zu dem Schluss kommen: Zu dieser Entscheidung gibt es angesichts der unverändert hohen Infektionszahlen keine Alternative.

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Nachdem zuvor schon die Verbände anderer Sportarten (zum Beispiel der Westdeutsche Basketballverband oder der Westdeutsche Tischtennisverband) ihre Aktiven gezwungenermaßen in den vorzeitigen Winterurlaub geschickt hatten, haben die Handballer nun nachgezogen.

Was nicht ist, kann ja noch werden

Die Entscheidungsträger im Fußball und Volleyball haben dagegen bisher noch nicht verkündet, den Lockdown über den November hinaus zu verlängern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Egal, welche Sportart – zu beneiden ist in diesen schwierigen Zeiten kein Funktionär, der die Aufgabe hat, die Weichen für den weiteren Saisonverlauf zu stellen.

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Nehmen wir den Handball als Beispiel: Allein schon aus terminlichen Gründen dürfte es schwierig werden, die Saison mit einer ganz normalen Hin- und Rückrunde durchzuziehen – wohin mit den ganzen Nachholspielen? Stattdessen also nur eine Einfachrunde ab Januar? Falls dies Corona überhaupt zulässt.

Was ist dann beispielsweise mit der Oberliga, die derzeit aus zwei Staffeln besteht? Hier soll eine Hin- und Rückserie gespielt werden, auf die anschließend Playoff-Runden um Auf- und Abstieg folgen sollen – das dürfte kaum möglich sein.

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Fantasie wird gefragt sein, welches weitere Vorgehen sinnvoll ist – auch unter Berücksichtigung juristischer Aspekte.

Neustart mit der Saison 2021/22?

Wagen wir eine Prognose: Wenn es bei den Corona-Zahlen nicht schleunigst zu einer Trendwende kommt (und danach sieht es zurzeit ja nun wirklich nicht aus), wird es irgendwann ohnehin kaum eine andere Lösung geben können, als einen Haken an diese Spielzeit zu machen und mit der Saison 2021/22 neu zu starten – so bitter das im Einzelfall für den einen oder anderen Verein sein mag.

Die Fußballer haben diese Alternative schon in ihre Statuten aufgenommen – wenn in einer Liga nicht mindestens die Hälfte der Saisonspiele ausgetragen werden kann, wird die Spielzeit nicht gewertet. Für andere Sportarten dürfte kein Weg daran vorbei gehen, sich ähnliche Gedanken zu machen. Dies nicht zu tun, wäre fahrlässig.

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