Missratener Jahresabschluss der HVE Villigst-Ergste und der HSG Schwerte/Westhofen

Handball-Landesliga

Im Topspiel bei der HSG Hohenlimburg hat sich der Tabellenführer HVE Villigst-Ergste den Schneid abkaufen lassen. Und für die HSG Schwerte/Westhofen lief es in Bösperde nicht besser.

Schwerte

, 15.12.2019, 14:58 Uhr / Lesedauer: 3 min
Torwart Mike Krüner, auf dessen Schultern wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit seines Keeper-Kollegen Daniel Evangelou die Alleinlast zwischen den Pfosten lag, kassierte mit der HSG Schwerte/Westhofen nach dem 28:33 gegen Plettenberg/Werdohl (Foto) auch in Bösperde eine Niederlage.

Torwart Mike Krüner, auf dessen Schultern wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit seines Keeper-Kollegen Daniel Evangelou die Alleinlast zwischen den Pfosten lag, kassierte mit der HSG Schwerte/Westhofen nach dem 28:33 gegen Plettenberg/Werdohl (Foto) auch in Bösperde eine Niederlage. © Manuela Schwerte

HSG Hohenlimburg - HVE Villigst-Ergste 22:20 (11:11)

Im letzten Spiel des Jahres hat es sie dann doch noch erwischt: Mit der 20:22-Niederlage im Topspiel bei der HSG Hohenlimburg hat die HVE Villigst-Ergste ihre ersten beiden Minuspunkte der Landesliga-Saison 2019/20 hinnehmen müssen.

„Natürlich haben wir uns das letzte Spiel des Jahres anders vorgestellt. Aber im Prinzip ist nicht viel passiert. Wir werden den Kopf wieder hochnehmen“, fasste HVE-Trainer Thorsten Stange die hart umkämpften 60 Minuten in der voll besetzten Hohenlimburger Rundturnhalle zusammen. Mit zwei Punkten Vorsprung auf Hohenlimburg steht die HVE weiterhin oben.

Ein spielerischer Leckerbissen war das Gipfeltreffen des Tabellenzweiten gegen den Spitzenreiter nicht. Dafür ging es in kämpferischer Hinsicht umso mehr zur Sache. Als „sehr rabiat“ bezeichnete Stange nach dem Spiel die nicht gerade zimperliche Gangart der Gastgeber, die er trotz eines Zeitstrafenverhältnisses von sechs Zwei-Minuten-Stafen gegen Hohenlimburg und zwei für die HVE nur unzureichend geahndet sah.

Hängende Köpfe nach der ersten Saisonniederlage der HVE Villigst-Ergste (v.li.): Jannik Lehmann, Felix Ständker, Co-Traner Oliver Neuhausen, Marc Licha, Johannes Stolina, Jan Ludwig, Robert Stelzer, Jonas Mag, Philipp Koch und Jan Speckmann.

Hängende Köpfe nach der ersten Saisonniederlage der HVE Villigst-Ergste (v.li.): Jannik Lehmann, Felix Ständker, Co-Traner Oliver Neuhausen, Marc Licha, Johannes Stolina, Jan Ludwig, Robert Stelzer, Jonas Mag, Philipp Koch und Jan Speckmann. © Michael Dötsch

Doch die Schuld an der ersten Saisonniederlage auf die Unparteiischen zu schieben, würde der Sache nicht gerecht. Denn vor allem die Angriffsleistung des Tabellenführers ließ zu wünschen übrig. Dabei ging es gut los: Als Philipp Koch nach einer knappen Viertelstunde zum 6:4 für die Gäste traf, war dies schon das vierte Tor des Rückraum-Mitte-Spielers, der der Partie im weiteren Verlauf seinen Stempel aber nicht mehr aufdrücken konnte.

Auch Kochs Mitspieler taten sich schwer gegen die körperbetonte Abwehrarbeit der hochmotivierten Hausherren, die vier Minuten vor der Pause mit zwei Toren in Front gingen (11:9). Per Doppelpack glich Jannik Lehmann aber zum 11:11-Halbzeitstand aus – längst war das Spitzenspiel die allgemein erwartete „enge Kiste“.

Die zweite Hälfte begann nicht gut aus Sicht der Villigst-Ergster, die mit 11:14 ins Hintertreffen gerieten. Doch zweimal Jan Ludwig von Linksaußen sowie ein Siebenmeter von Johannes Stolina sorgten für den 14:14-Ausgleich. Und es kam noch besser: Kreisläufer Alex Hänel traf in Überzahl zum 20:18 für die Gäste, die nun Oberwasser zu kriegen schienen.

Doch mit diesem Tor in der 53. Minute hatten sie ihr Pulver schon verschossen und verzettelten sich zunehmend in Einzelaktionen. Hohenlimburg glich durch zwei Überzahltore zum 20:20 aus und ging dann mit zwei weiteren Treffern sogar mit 22:20 in Führung. Mit dem verworfenen Siebenmeter von Stolina bei diesem Spielstand war die erste Saisonniederlage der HVE Villigst-Ergste eine knappe Minute vor Spielschluss dann besiegelt, die sich von einem unangenehm zu spielenden Gegner den Schneid abkaufen ließ.

Villigst-Ergste: Jan Schulte, Dennis Friedrich - Jonas Mag (2), Jan Ludwig (2), Philipp Koch (4), Alexander Hänel (1), Marc Licha, Louis Marquis, Johannes Stolina (5/3), Robert Stelzer (1), Jannis Mimberg (1), Jannik Lehmann (2), Felix Ständker, Jan Speckmann (2).

DJK SG Bösperde - HSG Schwerte/Westhofen 34:30 (18:16)

Das Vorhaben der HSG Schwerte/Westhofen, sich für die erste Heimniederlage der Saison gegen Plettenberg/Werdohl zu rehabilitieren, ist misslungen. Die Schwerter verloren am Samstagabend beim Tabellenzehnten in Bösperde mit 30:34 und knüpften dabei nahtlos an die schwache Abwehrleistung des Vorwochenendes an.

„Im Innenblock hatten wir Riesenprobleme mit der Abstimmung, sodass Bösperde zu vielen einfachen Toren gekommen ist“, meinte HSG-Trainer Mischa Quass. Darüber hinaus ließ die HSG einige Torchancen ungenutzt, was die Bösperder mit Tempogegenstoßtoren bestraften.

Entscheidend für die Niederlage war eine Phase zu Beginn des zweiten Spielabschnitts. Der 16:18-Rückstand zur Pause war aus Schwerter Sicht noch kein Beinbruch, auch beim 18:20 (35.) war noch nicht viel passiert. Doch dann blieb die HSG gut sieben Minuten torlos und musste in diesem Zeitraum drei Gegentreffer schlucken – fünf Tore Abstand war für die letzten 20 Minuten eine schwere Hypothek, zumal die Gastgeber nun auch Rückendeckung von den Rängen bekamen. „Die Halle kochte“, berichtete Quass.

Doch seine Spieler ließen sich nicht hängen und konnten den Abstand mehrfach auf zwei Tore verkürzen. Doch in derselben Regelmäßigkeit, in der der HSG-Anhang auf ein Kippen der Partie hoffte, gab es wieder ein Gegentor – die HSG konnte einfach nicht mehr entscheidend verkürzen. „Und deshalb haben wir letztlich auch verdient verloren“, musste Trainer Quass feststellen – den Jahresabschluss hatte sich der Coach ganz anders vorgestellt.

Schwerte/Westhofen: Mike Krüner - Tim Gurol (4/3), Nico Paukstadt (3), Alexandr Denissov (3), Toni Mrcela (4), Lennart Schwies (1), Sönke Braß (3), Alexander Nickolay, Tim Schlütz (3), Dominik Thäsler (3), Peter Hengstenberg, Niklas Linnemann (1), Christoph Kämper (5).

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