Marit Blömer schwimmt schon, seit sie denken kann

SCHWERTE Mit ihren erst kürzlich gewonnen sechs Medaillen bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Sindelfingen hat Marit Blömer erneut auf sich aufmerksam gemacht. Doch die mittlerweile 24-Jährige kann auf eine bewegte Karriere zurück blicken. Ein Porträt.

von Von Bastian Bergmann

, 15.07.2008, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marit Blömer in ihrem Element.

Marit Blömer in ihrem Element.

"Ich schwimme schon, seit ich denken kann", bringt es Marit Blömer auf den Punkt. Die mit Abstand erfolgreichste Schwerter Schwimmerin und bundesweit mindestens unter den Top-20 vertreten, findet in ihrer Familie eine lange Schwimm-Tradition. "Mein Bruder ist geschwommen und mein Vater auch. Er war auch jahrelang Trainer", erzählt Blömer.

Das Talent scheint sie geerbt zu haben. Im zarten Alter von zehn Jahren ging sie schon für die erste Mannschaft des SV Schwerte 06 an den Start. Dort trainierte sie viermal die Woche bis zum Jahr 99. Dann ging´s zum SV Blau-Weiß Bochum. "Mein Vater kannte dort den Stützpunkttrainer", erinnert sie sich.

Ihr Vater hatte ihr zu diesem Schritt geraten, hatte er doch ihr Potenzial erkannt und dies mit mehr Training fördern wollen. Denn Blömer schaffte 1999 bei ihren zweiten Deutschen Meisterschaften den vierten Platz über 200m Rücken und 400m Lagen - die größten Erfolge des SV Schwerte 06 in der Vereinsgeschichte.

Mit Sportstipendium in die USA

Nach zwei Jahren Bochum und weiteren Erfolgen musste Blömer eine schwere Entscheidung treffen. "Ich kam in die zwölfte Klasse, es ging aufs Abitur zu. Meine Mutter ist mit mir neunmal die Woche nach Bochum gefahren." - ein Aufwand, der nicht mehr zu stemmen war. Da kam die SG Bayer Wuppertal mit angegliedertem Sportinternat gerade recht. Blömer zog um und fand optimale Bedingungen. "Die Schwimmhalle neben der Schule¨- das war sehr geil", fasst sie sich kurz.

Das wirkte sich auch auf ihre Erfolge aus. Sie wurde Deutsche Meisterin mit der 4x200m Freistil-Staffel 2002 in Warendorf. 2003 folgten nochmal Silber und Bronze. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Siegen zog es Blömer zurück nach Bochum, ehe sie ein Sportstipendium erhielt und für drei Semester an die University of Houston ging.

"Schwimmerisch war das nur ein Rückschritt. Aber die Erfahrung, auf sich allein gestellt zu sein, kann ich jedem nur empfehlen. Ich würde es immer wieder machen."

"Im Wasser fühle ich mich am wohlsten!"

Nun eben der Triumph in Sindelfingen. Als nächsten sportlichen Höhepunkt peilt Blömer die Europameisterschaft der Masters (ab 25 Jahre) in Spanien im September kommenden Jahres an. Denn ohne ihr Element Wasser hält die 24-Jährige es nicht lange aus.

"Schwimmen macht unglaublich viel Spaß. Ich kann gar nicht ohne. Zwei Tage ohne Schwimmen und ich bin total unausgelastet. Im Wasser fühle ich mich am wohlsten", betont sie.

ZUR PERSON Marit Blömer studiert Anglistik und Geschichte an der Ruhr-Universität in Bochum. 2003 schwamm sie bei der Masters Kurzbahn-DM in Essen die 1500m in 16:58min – eine Fabelzeit. Über 200m Rücken will sie die 2:20min knacken. Damit wäre sie unter den Top-15 in Deutschland. Ihre persönliche Bestzeit über diese Strecke liegt bei 2:20,08min.

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