Lothar Huber: „Ziel ist der Aufstieg, sonst wäre ich nicht gekommen“

dzFußball-Kreisliga A

Ex-BVB-Profi Lothar Huber hat nach seiner aktiven Zeit eine ebenso bewegte wie erfolgreiche Trainerkarriere hingelegt, die eigentlich beendet schien. Eigentlich.

Westhofen

, 16.06.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Doch gut ein halbes Jahr, nachdem er sich vermeintlich in den fußballerischen Ruhestand verabschiedet hatte, präsentierte der VfB Westhofen den 68-jährigen Ex-Borussen vor fünf Monaten als Trainer für die neue Saison – ein echter Coup aus Sicht der Westhofener.

Erste Kontaktaufnahme im Dezember 2019

Anfang Dezember des vergangenen Jahres sei es zur ersten Kontaktaufnahme gekommen, verrät Huber.

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Nicht zuletzt wegen der durchweg positiven Resonanz, die man für die XXL-Jubiläumsfeier anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens ein paar Wochen vorher erfahren hatte, war in der VfB-Vereinsführung die Idee gewachsen, „richtig was auf die Beine zu stellen“, wie es der Vereinsvorsitzende Jürgen Rump damals formulierte.

Und zwar mit Lothar Huber. Er habe schnell gemerkt, „dass hier alle den Fußball leben“, sagt er mit der Überzeugung, auf einer Wellenlänge mit den Westhofener Verantwortlichen zu schwimmen.

Mit Pierre Littbarski in der 2. japanischen Liga

Huber wird dann im Gespann mit dem bisherigen Coach Christoph Pajdzik eine Kreisliga-A-Mannschaft trainieren – das ist Neuland für den Coach, der in seiner langen Laufbahn nie niedriger als Landesliga trainiert hat und den es Mitte der 1990er-Jahre mal als Co-Trainer unter Pierre Littbarski bis nach Japan in die dortige 2. Liga verschlagen hatte.

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Aber das ist lange her. In der jüngeren Vergangenheit waren die TSG Sprockhövel, die er bis in die NRW-Liga führte, und zuletzt der Dortmunder Klub Kirchhörder SC, damals noch Westfalenligist, die Trainerstationen des Ex-Profis.

„Wenn es um Fußball geht, bin ich sehr labil“

„Dazwischen lag eine Pause – und damit auch eine fußballlose Zeit, wie Huber verrät: „Als 2014 in Sprockhövel Schluss war, hat man mich auf keinem Sportplatz mehr gesehen“, erzählt Huber.

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Doch als dann 2016 die Anfrage aus Kirchhörde kam, war Schluss mit der Fußball-Abstinenz. „Wenn es um Fußball geht, bin ich sehr labil – aber ich bin es auch gerne. Es hat einfach wieder gejuckt“, sagt Huber schmunzelnd.

Zum zweiten Mal „rückfällig“ geworden

Mit seinem Engagement beim VfB ist er nun zum zweiten Mal „rückfällig“ geworden. Denn auch als er in Kirchhörde im Sommer 2019 aufgehört hatte, schien dies das Ende von Hubers Trainerkarriere zu sein.

„Mit 67 muss ich nicht mehr dreimal die Woche plus Spiel am Sonntag auf dem Platz stehen“, hatte Huber damals gesagt.

Saisonvorbereitung im luftleeren Raum

Mittlerweile ist er 68 – und erlebt wie alle anderen Amateurfußballer eine Zeit, wie es sie wegen der ungewissen Corona-Entwicklung noch nie gegeben hat.

„Was die Saisonvorbereitung angeht, bewegen wir uns in einem luftleeren Raum. Aber das betrifft ja alle“, meint Huber. Von einem regulären Saisonstart am 9. August geht Huber jedenfalls nicht aus.

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Doch unabhängig von den Fragezeichen um die bevorstehende Saison gibt es an den Ambitionen des erfahrenen Trainers keinen Zweifel.

„Wichtig ist mir, ein Ziel zu haben. Und hier lautet das Ziel, den Aufstieg zu schaffen. Sonst wäre ich nicht gekommen“, sagt Huber klipp und klar.

Klare Ansage ist im Sinne der Vereinsführung

Und es ist keineswegs so, dass die Westhofener Vereinsführung bei dieser klaren Ansage zusammenzuckt – im Gegenteil. „Von Vereinsseite haben wir als Ziel ausgegeben, spätestens in zwei Jahren aufzusteigen. Aber wenn es sofort klappt, haben wir auch nichts dagegen“, sagt Leonard Gashi, Sportlicher Leiter des VfB Westhofen.

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Dass mit der zweiten Mannschaft des ASC 09 Dortmund sowie den beiden Huckarder Mannschaften Blau-Weiß und Westfalia gleich drei Mannschaften aus der Dortmunder Kreisliga A1 in die Bezirksliga aufgestiegen sind, ist bei der Umsetzung der Westhofener Ambitionen sicher nicht von Nachteil.

Lothar Huber: „Ich glaube, dass es gut passt“

Ein Faktor neben Lothar Huber soll dabei auch Christoph Pajdzik sein. Mit seinen 35 Jahren ziemlich genau halb so alt wie Huber, sollen die beiden als gleichberechtigtes Trainergespann fungieren – auch wenn Lothar Huber als Trainer-„Promi“ automatisch mehr im Rampenlicht steht.

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„Ich brauche keinen Assistenten, der nur die Hütchen aufstellt. Im Gegenteil, Christoph kennt die Spieler viel besser als ich“, sagt Huber und fügt einen Satz an, den er über die Zusammenarbeit mit Pajdzik hinaus auch insgesamt auf sein Engagement beim VfB Westhofen übertragen kann: „Ich glaube schon, dass es gut passt.“

So dürfte das Ende der Trainerkarriere des Lothar Huber noch weiter auf sich warten lassen.

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