Leichtathletik: Pablo Noltes Weg führt nach ganz oben

SCHWERTE Diskus, Hammer oder Stab - dies sind nur drei Geräte, die Mehrkämpfer Pablo Nolte wie kaum ein anderer Schwerter beherrscht. Ein Porträt.

von Von Sebastian Reith

, 08.07.2008, 19:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass sich der Schüler einmal zu einem Leistungssportler entwickeln würde, hätte Nolte selbst nicht gedacht. "Ich war immer der Schlechteste in der Grundschule", lacht der Westhofener heute.

Dass sich der Schüler einmal zu einem Leistungssportler entwickeln würde, hätte Nolte selbst nicht gedacht. "Ich war immer der Schlechteste in der Grundschule", lacht der Westhofener heute.

Bei der HSG Schwerte/Westhofen spielte er Handball und probierte vor vier Jahren Leichtathletik in Dortmund aus. Das Speerwerfen lag ihm Dank fünfjähriger Handballerfahrung und mit ein wenig Training war er auch über die Hürden gut dabei.

Wurfdisziplinen und Stabhochsprung als Punktelieferanten

Pablo Nolte ist ein Mehrkämpfer, bei dem sich die Wurfdisziplinen und der Stabhochsprung als Punktelieferanten immer bewährt haben. Nach nur einem Jahr in der Leichtathletik begann er als 13-Jähriger mit dem Diskuswurf und Kugelstoßen und stieß schnell auch zum Dortmunder Spezialtrainer für Wurf dazu.

Daraufhin verbuchte Nolte im ersten A-Schüler-Jahr eine gute Leistung von 54 Metern mit der 1kg schweren Diskusscheibe. Letztes Jahr flog der Diskus sogar noch weiter. Auf satte 61,12m schleuderte Nolte sein Wurfgerät, womit er die Deutsche Bestenliste deutlich anführt.

Bei Schülern hat diese einen hohen Stellenwert, weil es auf Schülerebene noch keine Einzelmeisterschaften gibt.

Vier Stunden tägliches Training

Auch in diesem Jahr lief es im Diskuswerfen alles andere als schlecht, denn mit 47,61 (1,5kg) hat sich der 16-Jährige bereits jetzt schon die "Quali" für die Deutschen Meisterschaften in Berlin gesichert. "Ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch an die 52m-Marke heran komme", sagt der B-Jugendliche zuversichtlich. Schließlich trainiert er täglich vier Stunden.

Nur wenn Wettkämpfe vor der Tür stehen, unterbricht er seinen Trainingsrhythmus. Sein Zehnkampf-Debüt gab er beim Mehrkampfmeeting in Bernhausen mit 6041 Punkten, bei dem aber "sechs von zehn Disziplinen misslangen", so Nolte selbst. 6342 Punkte waren es dann bei den Westfälischen Mehrkampfmeisterschaften in Bad Oeynhausen. Auch das bedeutet die Norm für die Deutschen Meisterschaften.

Zwar lief das Diskuswerfen nicht nach Wunsch, dafür sprang er aber mit dem Stab vier Meter hoch. Mit dem Zehnkampftitel vor zwei Wochen hat Nolte dann bisher neun Westfalenmeisterschaften gewonnen. Vier davon natürlich im Stabhochsprung. Das "Pferdchen" für das Hammerwerfen gewann er als 14-Jähriger. Die anderen drei Westfalentitel stammen aus dem Achtkampf im letzten Jahr und aus Mannschaftswettbewerben.

Wo sein Weg hinführt, weiß er in seinem ersten Jahr in der Jugend aber noch nicht so recht. "Vielleicht gehe ich mehr auf Mehrkampf oder vielleicht doch auf Stabhochsprung." In Bochum sprang Nolte mit 4,22m nur acht Zentimeter an der Deutschen Qualifikationsnorm vorbei.

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