Lasse Sobiech: Individualtraining in Köln statt belgische Profieinsätze mit der Nummer 44

dzFußball

Der Start in neuer Umgebung war durchaus verheißungsvoll. Doch dann hat die Spielpause wegen des Coronavirus auch den Schwerter Profifußballer Lasse Sobiech ausgebremst.

Schwerte

, 27.03.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein belgisches Trikot hat Lasse Sobiech nicht mehr an. Nur noch das rote Unterziehshirt mit seiner neuen Nummer, der 44. Um ihn herum drängen sich mehrere Fans von Royal Excel Mouscron. Sie zücken ihr Handy, um den neuen, großen Mann mit der 44 zu fotografieren.

Lasse Sobiech steht parat. Erschöpft vom Spiel lächelt er scheinbar etwas schüchtern in die Handykameras der belgischen Fans. An diesem 8. Februar fühlt es sich noch richtig gut an für Sobiech.

Im zweiten Spiel das erste Tor

Wenige Minuten zuvor hatte der Schwerter Fußballprofi nicht nur den ersten Sieg mit seinem neuen Klub geholt, sondern in der 61. Minute per Kopfballtor sogar das erste Tor im erst zweiten Spiel erzielt.

Damit hat er knapp zwei Wochen nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln dem belgischen Verein bewiesen: Es war eine goldrichtige Entscheidung ihn auszuleihen.

„Es war cool, wieder auf dem Platz zu stehen“

„Für mich war es sehr cool, wieder auf dem Platz zu stehen. In Mouscron habe ich eine ganz andere Rolle als in Köln. Hier kann ich die Mannschaft führen und mit meiner Erfahrung unterstützen“, sagt Sobiech, „eigentlich war ich megahappy.“

Dann verschärfte sich die Situation rund um das Coronavirus. Nunmehr ist in Belgien wie in Deutschland weder an Fußballspiele noch an Mannschaftstraining zu denken.

Nach nur sechs Spielen endete die Saison beim belgischen Erstligisten für Sobiech erst mal wieder. Wie viele seiner Teamkollegen ist er bis auf weiteres in die Heimat zurückgekehrt.

Das Homeoffice eines Profifußballers

In Köln spult Sobiech jetzt ein knackiges Individualtraining ab. Morgens eine Laufeinheit, nachmittags Krafttraining in der Wohnung – das Homeoffice der Fußballprofis in Corona-Zeiten.

Nebenbei nutzt Sobiech die Zeit ohne Kontakte, um sich verstärkt seinem Wirtschaftsfernstudium zu widmen.

Verantwortungsvoller Umgang

Wie es weitergeht, ist komplett ungewiss. Offiziell setzt Sobiechs Verein den Trainingsbetrieb bis zum 6. April aus. Dass die Zwangspause verlängert wird, dürfte jedoch sicher sein. „Positiv gesehen könnte ich mir vorstellen, dass man die Saison in vielen Englischen Wochen zu Ende gespielt bekommt“, mutmaßt Sobiech.

„Dazu müsste aber viel gut verlaufen. Ich hoffe, dass es irgendwie so kommen wird. Aktuell steht der verantwortungsvolle Umgang mit der weltweiten Krise aber einfach an erster Stelle.“

Mehrere Berufungen in die Spieltags-Elf

In Belgien konnte Sobiech beim Tabellenzehnten in kurzer Zeit auf sich aufmerksam machen, wurde mehrmals in die Elf des Spieltags berufen. Für den Innenverteidiger ist die Spielpause insofern bitter, als es nach nur einem Spiel in der Bundesliga-Hinrunde für Köln jetzt in Belgien für ihn richtig verheißungsvoll begonnen hatte.

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Vertraglich ist Sobiech noch zwei Jahre an den 1. FC Köln gebunden. Theoretisch kehrt er im Sommer also wieder fest in die Domstadt zurück.

Nach der Karriere soll es „etwas ganz Verrücktes“ sein

Irgendwann wird es auch im Profifußball weitergehen – mittel- wie langfristig. Für die Karriereplanungen hat der 29-Jährige längst Ideen: „Ich würde gerne noch zwei, drei Jahre auf einem richtig guten Niveau spielen. Danach reizt mich eine Erfahrung im Ausland – Amerika, Südafrika, irgendwas ganz Verrücktes. Da will ich mich jetzt konkret noch gar nicht so festlegen.“

Kurzfristig würde Sobiech sein halbes Jahr bei Royal Excel Mouscron sehr gerne auf dem Platz beenden – und Momente wie am 8. Februar noch ein paar Mal wiederholen.

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