„Kinder lernen schnell und haben die Abstandsregeln verinnerlicht“

Gastkommentar

Als erster Schwerter Fußballklub hatte der VfL Schwerte das Training unter den Corona-bedingten Einschränkungen wieder aufgenommen. Jugendleiter Frank Samson berichtet über die Erfahrungen.

Schwerte

, 30.05.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Nachwuchs des VfL Schwerte trainiert seit knapp drei Wochen auf dem Sportplatz Schützenhof unter Corona-Bedigungen.

Die Nachwuchs des VfL Schwerte trainiert seit knapp drei Wochen auf dem Sportplatz Schützenhof unter Corona-Bedigungen. © Reinhard Schmitz

„Wir hatten natürlich im Vorfeld die Vor- und Nachteile abgewogen. Wir haben festgestellt, dass die Vorteile eindeutig überwiegen. Die Kinder sind froh, sich wieder bewegen zu dürfen.

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Und die Nachteile? Welche Nachteile gibt es überhaupt? Vielleicht, dass es kein Spaß macht unter Corona-Bedigungen mit Abstand komische Trainingsformen durchzuführen?

Frank Samson (li.), hier mit Robin Klingenhagen, ist Jugendleiter des VfL Schwerte.

Frank Samson (li.), hier mit Robin Klingenhagen, ist Jugendleiter des VfL Schwerte. © Michael Dötsch

Nein, wir haben festgestellt, dass es diese Nachteile gar nicht gibt, wenn man sich als Trainer im Vorfeld Gedanken macht. Man kann Fußballtennis spielen, man kann Technikeinheiten als Wettbewerb auf Zeit durchführen.

Auch daran haben die Kinder sehr viel Spaß.

Auch ohne Trainer wird Abstand gehalten

In den zweieinhalb Wochen, in denen der Nachwuchs ab D-Jugend und älter trainiert, haben wir festgestellt: Kinder lernen sehr schnell. Von Tag zu Tag merkt man mehr, dass sie verinnerlicht haben, Abstand halten zu müssen.

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Wenn sie mal ausnahmsweise schon mal vor dem Trainer auf dem Platz sind und zum Beispiel Elfmeter schießen, dann sieht man, dass sie auch ohne Trainer den Abstand einhalten. So sind unsere Jugendlichen für den 30. Mai schon gerüstet, wenn – in Anführungsstrichen – Vollkontaktsport wieder möglich ist.

Auch die Alten Herren hatten ihren Spaß

Aber unsere guten Erfahrungen hören nicht bei der Jugend auf. Selbst die Alten Herren: Deren Training besteht normalerweise daraus, dass ein Ball in die Mitte geworfen wird - und dann wird gepöhlt.

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Aber nein, die haben letzte Woche angefangen zu trainieren – da hat jeder einen Ball genommen, und da wurde Techniktraining gemacht. Und sie kamen nach anderthalb Stunden von Platz und hatten richtig Spaß.

Man muss Desinfektionsmöglichkeiten haben

So zeigt sich auch insgesamt, dass man unter Beachtung einiger Regeln seinen Spaß haben kann. In diesem Sinne kann ich nur alle dazu ermutigen, sich mit den Dingen zu befassen und sie nicht ganz so schlimm zu nehmen.

Natürlich muss man Desinfektionsmöglichkeiten haben, muss auch die Toiletten desinfizieren. Aber wenn diese Dinge eingehalten werden – und so schwierig ist es nicht, sie einzuhalten – dann lernen die Kinder davon. Und sie lernen nicht nur für die Corona-Zeit, sondern auch möglicherweise für die Zeit, wenn die nächste Grippewelle kommt – dass man mit Abstand länger gesund bleibt.“

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