Keine Wettkämpfe, stattdessen schwimmt Katharina Krüger auf der Stelle

dzTriathlon

So hatte sich Katharina Krüger ihr Triathlon-Jahr 2020 nach ihrem Wechsel ins Profilager ganz sicher nicht vorgestellt. Das Coronavirus hat ihre ambitionierten Ziele ausgebremst.

Ergste

, 13.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Top-Triathlet Jan Frodeno Anfang April öffentlichkeitswirksam einen Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen) in der eigenen Wohnung absolvierte, war Katharina Krüger auch dabei. Die Ergsterin klinkte sich digital über eine App ein und begleitete Frodeno sechs Stunden lang auf dem Rollenfahrrad. Natürlich ebenfalls bei sich zu Hause.

So ist das Corona-bedingt auch bei Triathleten.

Es sollte ein besonderes Jahr werden

Das Virus hat die ambitionierten Ziele der 20-jährigen Triathletin ausgebremst; zumindest zunächst einmal. Denn 2020 sollte ein besonderes Jahr für Katharina Krüger werden, nachdem sie im vergangenen Deutsche Meisterin der 18- bis 25-Jährigen wurde und bei der WM auf dem vierten Platz landete.

Sie wagte den Wechsel von der Kurz- auf die Mitteldistanz und löste für dieses Jahr eine Profilizenz. Krüger hätte sich dann mit den besten Sportlerinnen gemessen. Das erste Highlight-Rennen als Profi-Triathletin wäre Ende April im andalusischen Marbella gewesen. Es wurde abgesagt. Ob sie in dieser Saison überhaupt noch Rennen machen wird, ist fraglich.

Schwimmtraining mit Gummiband um die Hüfte

Immerhin: Triathleten genießen das Privileg, ihre drei Disziplinen problemlos selbst bei geltendem Kontaktverbot zu trainieren – einzig die geschlossenen Schwimmbäder störten da etwas. Aber Familie Krüger, durch Katharinas Vater Olaf als mehrfacher Ironman-Finisher auf Hawaii ohnehin Triathlon-„abhängig“, handelte früh.

Das Coronavirus hat Katharina Krügers ambitionierte Ziele ausgebremst.

Das Coronavirus hat Katharina Krügers ambitionierte Ziele ausgebremst. © Krüger

Sie kaufte sich kurzerhand einen Swimmingpool für den Garten und platzierte diesen in der Nähe eines Baums. Jetzt befestigt sich Katharina Krüger ein Gummi um ihre Hüfte, das mit dem Baum verbunden ist, und schwimmt auf der Stelle.

Frodeno hat zu Hause eine Gegenstromanlage installiert, Krüger musste da etwas kreativer werden. „Länger als 30 Minuten geht das aber im eigenen Pool noch nicht. Das ist draußen schon noch ziemlich kalt“, sagt sie lachend.

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Gestraffter Stundenplan an der Uni

Fürs Training hat die Lehramtsstudentin gerade ausgiebig Zeit – auch weil sich ihr Uni-Stundenplan durch die Online-Vorlesungen etwas gestrafft hat. „Wenn es was derzeit etwas Positives gibt, dann, dass das Training einfacher umzusetzen ist“, sagt sie.

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Für Krüger, die sich 2015 für den professionellen Triathlon entschieden hat, heißt das: jeden Tag stundenlanges Training. 20 Trainingsstunden in der Woche sind bei ihr eher die Ausnahme, meist sind es noch mehr.

Die Pläne auf die Post-Virus-Zeit verschieben

Doch eigentlich hätte 2020 für die schwimmstarke Triathletin ganz anders aussehen sollen als jetzt. Nun bleibt ihr nicht viel mehr, als ihre Pläne auf eine Post-Virus-Zeit zu verschieben.

„Ich wollte mir für die Mitteldistanz am Anfang noch nicht die ganz hohen Ansprüche setzen, hatte Platzierungen im Bereich der Plätze vier bis sechs angestrebt, danach vielleicht das Podium“, sagt Krüger – und fügt hinzu. „Ich hoffe einfach, dass dieses Jahr noch etwas stattfinden kann.“

Immerhin: Ab dem 20. Mai darf sie durch die angekündigten Lockerungen des Landes zum Trainieren wieder ins Freibad – und kann den Swimmingpool zu Hause dann ausschließlich für die Regeneration nutzen.

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