Katharina Krüger: Die Couch ist nicht ihr Ding

Triathlon

Katharina Krüger ist Deutsche Meisterin im Triathlon und hat sich in Marbella für die Weltmeisterschaft in Nizza qualifiziert. Was ihr Musikgeschmack für Folgen beim Training hat.

Schwerte

, 13.06.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Katharina Krüger: Die Couch ist nicht ihr Ding

Immer in Bewegung: Ein Ruhetag ohne jegliches Training ist für Katharina Krüger die absolute Ausnahme. © Manuela Schwerte

Mai 2018. Eine ganz normale Rad-Trainingsfahrt kurz vor dem Saisonstart der 1. Triathlon-Bundesliga. Katharina Krüger, ein halbes Jahr vorher zum Bundesstützpunkt nach Potsdam gewechselt, will einem Schlagloch ausweichen, kommt dabei ins Trudeln und stürzt. Sie fällt unglücklich auf den Ellenbogen und bricht sich den Arm.

Mai 2019. Katharina Krüger, mittlerweile wieder in ihren Heimatort Ergste zurückgekehrt, wird in Heilbronn Deutsche Meisterin der 18- bis 25-Jährigen über die Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und ein Halbmarathon-Lauf).

Highlight in Marbella

Und nicht nur das: Sechs Wochen vorher hatte die 19-jährige Ergsterin auch auf internationaler Ebene ein echtes Highlight gesetzt. In Marbella gewann sie ebenfalls die Altersklassenwertung und wurde dafür mit einem Ticket für die Weltmeisterschaft in Nizza Anfang September belohnt – was für ein Comeback, knapp ein Jahr nach dem unglücklichen Trainingsunfall.

Auch mit ein paar Wochen Abstand ist die Erinnerung an den Marbella-Wettkampf bei der Ergsterin noch sehr präsent. „So etwas Hartes wie diesen Wettkampf hatte ich vorher noch nie gemacht. Wäre das abschließende Laufen nur einen Kilometer länger gewesen, wäre ich wohl nicht ins Ziel gekommen“, blickt die 19-Jährige zurück.

Das liegt wohl auch daran, dass Krüger bis zu ihrem Armbruch auf der Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) unterwegs war. Aber nachdem der nicht ganz komplikationslos verlaufene Heilungsprozess inklusive einer zweiten Operation im August dann endlich abgeschlossen war, entschied sich Krüger für einen Neuanfang – nicht nur räumlich mit der Rückkehr ins elterliche Zuhause, sondern auch sportlich mit dem Wechsel auf besagte Mitteldistanz.

Eine schlechte Entscheidung war das offenbar nicht. „Ein bisschen verrückt“ sei die WM-„Quali“ aber schon, sagt sie lachend, „schließlich war das meine erste Mitteldistanz überhaupt. Einen Halbmarathon war ich vorher noch nie gelaufen.“

Die Konkurrenz vorher gegoogelt

Aber nachdem sie die Stärken und Schwächen ihrer zehn Altersklassen-Konkurrentinnen des Marbella-Wettkampfes gegoogelt hatte, wusste Krüger, dass sie es schaffen kann. Und so kam es dann auch – Krüger gewann die Altersklassenwertung mit etwa fünf Minuten Vorsprung und darf sich nun auf Nizza freuen, wo es am ersten September-Wochenende um WM-Ehren geht.

Und fünf Wochen später werden dem Papa die Daumen gedrückt. Denn dann geht Olaf Krüger zum vierten Mal beim Hawaii-Ironman an den Start – woher Katharina Krüger ihre Leidenschaft für den Triathlon hat, liegt auf der Hand. Aber ist es nicht trotzdem manchmal schwierig, die nötige Energie und Disziplin aufzubringen, um diese trainingsintensive Sportart ambitioniert zu betreiben? „Natürlich braucht man ein hohes Maß an Eigenmotivation. Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann geht es auch“, sagt die Ergsterin, „und nur auf der Couch zu liegen und Netflix zu gucken, ist sowieso nicht mein Ding.“

Training mit dem Papa eher nicht

Gemeinsame Trainingseinheiten mit Papa Olaf seien übrigens eher selten, erzählt die Tochter schmunzelnd. „Vor allem beim Radfahren geht das gar nicht. Wir trainieren viel auf der Rolle, und da hört man Musik dazu – und da passt es einfach vom Musikgeschmack her nicht mit uns beiden.“

So absolviert Katharina Krüger ihr Pensum überwiegend alleine. Mit 20 bis 25 Stunden pro Woche beziffert sie ihren Trainingsaufwand, ein Ruhetag ohne jegliches Training ist die absolute Ausnahme. Erst recht nicht, wenn man so ein großes Ziel wie die WM-Teilnahme vor Augen hat.

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