Kantersieg für die HVE Villigst-Ergste, böse Überraschung für die HSG Schwerte/Westhofen

Handball-Landesliga

20:0-Punkte - nach einem Spieltag nach Maß hat die HVE Villigst-Ergste nun vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Dagegen ist die Erfolgsserie der HSG Schwerte/Westhofen beendet.

Schwerte

, 08.12.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jan Speckmann beteiligte sich mit drei Toren am 38:21-Kantersieg der HVE Villigst-Ergste gegen Bösperde.

Jan Speckmann beteiligte sich mit drei Toren am 38:21-Kantersieg der HVE Villigst-Ergste gegen Bösperde. © Manuela Schwerte

HVE Villigst-Ergste - DJK SG Bösperde 38:21 (19:7)

Sollte es irgendjemandem im Lager der HVE Villigst-Ergste gegeben haben, der eine Negativwirkung der nicht ganz geräuschlos über die Bühne gegangenen Trainerpersonalie für die nächste Saison auf die Leistung der Mannschaft befürchtet hat, den belehrten die Spieler des Tabellenführers eines Besseren. Gegen den Tabellenzehnten Bösperde kamen die vor allem in der ersten Halbzeit sehr spielfreudigen Villigst-Ergster zu einem 38:21-Kantersieg, nach dem sie die Tabelle nun mit 20:0-Punkten anführen.

Und damit nicht genug der positiven Nachrichten: Mit dem Lokalrivalen HSG Schwerte/Westhofen, der SG Menden 2 und dem TV Olpe ließen gleich mehrere Verfolger Federn – ein Spieltag nach Maß für die HVE, die das Landesliga-Klassement nun mit vier Punkten Vorsprung anführt.

Von Beginn an ließ der Spitzenreiter keinen Zweifel am zehnten Saisonsieg aufkommen. Philipp Koch, mit acht Treffern der erfolgreichste Werfer eröffnete den Torreigen für die Gastgeber, die nach 23 Minuten mit 13:3 in Front lagen – schon zu diesem Zeitpunkt ging es nur noch um die Höhe des HVE-Sieges. Nach der mehr als komfortablen 19:7-Halbzeit-Führung baute die HVE den Vorsprung bis 32:13 aus (52.) – diese 19 Tore Differenz waren der größte Abstand. Am Ende waren es „nur“ noch 17 Tore Unterschied, weil die Villigst-Ergster im Gefühl des sicheren Sieges die Abwehrarbeit nicht mehr mit allerletztem Engagement betrieben.

Dies spielte für Trainer Thorsten Stange aber nur eine Nebenrolle: „In der letzten Viertelstunde waren wir ein wenig unkonzentriert, aber das ist nachvollziehbar. Insgesamt war es eine konsequente Leistung von“, meinte der Trainer zum Spiel.

Villigst-Ergste: Dennis Friedrich, Jan Schulte - Maximilian Jäkel (2), Jan Ludwig (1), Philipp Koch (8), Alexander Hänel (2), Marc Licha (1), Louis Marquis (2), Johannes Stolina (8/1), Robert Stelzer (2), Jannis Mimberg (7/3), Jannik Lehmann (2), Felix Ständker, Jan Speckmann (3).

HSG Schwerte/Westhofen - HSV Werdohl/Plettenberg 28:33 (13:17)

Kai Henning konnte sein Glück kaum fassen. „Ein Traum, dass wir hier gewonnen haben. Ganz ehrlich: Nach der Klatsche vor einer Woche gegen Villigst-Ergste hatte ich schon befürchtet, dass wir hier die nächste Packung kriegen, zumal bei uns sechs Spieler gefehlt haben“, sagte der Trainer der HSV Werdohl/Plettenberg.

Henning, bis Januar 2018 auf der Trainerbank der HSG Schwerte/Westhofen, besiegte am Samstagabend seinen Ex-Verein mit 28:33 – eine böse Überraschung für die HSG, die nach acht Siegen in Folge erstmals wieder als Verlierer aus der Halle ging.

Christoph Kämper (li.) musste mit der HSG Schwerte/Westhofen gegen Plettenberg/Werdohl eine überraschende Heimniederlage hinnehmen.

Christoph Kämper (li.) musste mit der HSG Schwerte/Westhofen gegen Plettenberg/Werdohl eine überraschende Heimniederlage hinnehmen. © Manuela Schwerte

Mit den ersatzgeschwächten Sauerländern gewann am Samstagabend die Mannschaft in der FBG-Halle, die den Sieg mehr wollte. Während HSG-Trainer Mischa Quass dem Gegner „Mega-Einsatz und Mega-Emotionen“ bescheinigte, musste er mitansehen, wie seine eigenen Schützlinge in der Abwehr über die gesamte Spielzeit keinen richtigen Zugriff fanden und im Angriff eine Fahrkarte nach der anderen warfen. Die Folge: Die Gäste, am vergangenen Wochenende noch in eigener Halle 18:35-Verlierer gegen die HVE Villigst-Ergste, gingen schnell in Führung und bauten den Vorsprung im Verlauf der ersten Halbzeit bis auf sechs Tore aus (17:11, 26.).

Aber noch war die HSG nicht geschlagen. Zwar drohte ihr Zeit davonzulaufen, aber als Toni Mrcela mit seinen einzigen beiden Toren der Partie auf 25:28 verkürzte (53.), schien noch eine Wende möglich, zumal die Gäste konditionell nun auch nicht mehr viel zuzusetzen hatten. Doch am Schluss standen sich die Schwerter selbst im Weg. Spätestens, als Christoph Kämper einen Tempogegenstoß verwarf, der seine Farben auf zwei Tore herangebracht hätte, nahm die Negativüberraschung aus Schwerter Sicht konkrete Formen an. Zwei Minuten später war die erste Saison-Heimniederlage der HSG Schwerte/Westhofen amtlich – und Ex-Trainer Kai Henning und sein Team konnten ihr Glück kaum fassen.

Schwerte/Westhofen: Mike Krüner, Daniel Evangelou - Dominik Yaltzis (2), Tim Gurol (3/2), Nico Paukstadt (4/3), Alexandr Denissov (2), Toni Mrcela (2), Lennart Schwies (3), Tim Schlütz (2), Dominik Thäsler (3), Niklas Linnemann (4), Christoph Kämper (3), Peter Hengstenberg.

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