Fusion zwischen VfL Schwerte und TuS Wandhofen? Das steckt dahinter

dzFußball

Mit einer offiziellen Erklärung haben die Vereinsvorstände des VfL Schwerte und des TuS Wandhofen ihren Willen zu einer Fusion deutlich gemacht. Wir beleuchten die Hintergründe.

Schwerte

, 18.05.2020, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist die Fusion schon in trockenen Tüchern?

Nein. Die Pressemitteilung vom vergangenen Freitag ist als eine Willenserklärung und noch nicht als eine rechtliche Handlung zu verstehen. Ohne das Votum ihrer Mitglieder können die Führungsgremien des jeweiligen Vereins ohnehin nichts machen. Denn letztlich entscheiden die Mitglieder, ob sie eine Fusion haben wollen oder nicht.

Was versprechen sich die beiden Vereine von einer Fusion?

Im Vordergrund bei dem Vorhaben, die Kräfte zu bündeln, steht eindeutig die neue Sportanlage, die im Gewerbegebiet Wandhofener Bruch entstehen soll. Der Wille zu fusionieren ist als deutliches Signal an die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung zu werten, dass man einträchtig die neue Anlage nutzen möchte und damit nicht die unterschiedlichen Interessen zweier Vereine zu berücksichtigen sind.

Jetzt lesen

Warum ist die neue Anlage aus Sicht der beiden Vereine so wichtig?

Der Kunstrasenplatz des VfL Schwerte am aktuellen Standort Schützenhof ist dringend sanierungsbedürftig. Eine Renovierung in Eigenregie kann der Verein finanziell nicht stemmen – die Alternative, schweren Herzens vom Schützenhof wegzugehen und an dem neuen Standort eine sportliche Heimat zu finden, ist nach Ansicht der VfL-Vereinsführung die einzig mögliche, um den Verein am Leben zu halten.

Und der TuS Wandhofen?

Der TuS ist mittlerweile der einzige Schwerter Fußballverein, der seine Heimspiele noch auf Asche austrägt. Auch wenn es hart klingt, aber aus Wandhofener Sicht wäre mit der Marschrichtung „Weiter so“ die Existenz des 109 Jahre alten Traditionsvereins bedroht.

Der TuS Wandhofen ist der einzige Schwerter Fußballverein, dessen Mannschaften ihre Heimspiele noch auf Asche austragen.

Der TuS Wandhofen ist der einzige Schwerter Fußballverein, dessen Mannschaften ihre Heimspiele noch auf Asche austragen. © Bernd Paulitschke

Wie sind die beiden Vereine sportlich aufgestellt?

In der zurzeit ausgesetzten Saison 2019/20, deren Abbruch nur noch eine Formsache ist, hatte der VfL Schwerte ein Team in der Bezirksliga am Start sowie zwei weitere Seniorenmannschaften in der Kreisliga C. Zudem gibt es elf Jugendmannschaften und ein Altherrenteam.

Jetzt lesen


Der TuS Wandhofen hat eine Herrenmannschaft im Spielbetrieb der Kreisliga C. Hinzu kommt eine Damenmannschaft und im Nachwuchsbereich eine weibliche D-Jugend. Der TuS ist der einzige Schwerter Verein, der Damen- und Mädchenfußball zu bieten hat.

Ist die geplante Größenordnung der neuen Sportanlage im Wandhofener Bruch nicht überdimensioniert? Und ist das Projekt nicht auch zu teuer?

„Die Wirtschaftlichkeit ist gewährleistet“, sagt Bernd Arnhold, Wirtschaftsratsvorsitzender des VfL Schwerte. Die Rechnung ist ganz einfach: Die Vermarktung der beiden jetzigen Sportplätze des VfL Schwerte und des TuS Wandhofen soll mehr Geld einbringen als der Stadionneubau im Wandhofener Bruch kostet.

Was ist an den beiden Standorten konkret geplant?
Ein Discounter, eine Kindertagesstätte sowie Wohnbebauung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) sollen auf der Brachfläche des ehemaligen Spaßbades sowie auf der Fläche des jetzigen Sportplatzes Schützenhof entstehen. Auch die Fläche des Ascheplatzes des TuS Wandhofen (Ruhrtalkampfbahn) soll für Wohnbebauung vermarktet werden.

Wie geht es in der Sache nun weiter?

In der nächsten Ratssitzung am 10. Juni soll das Thema Stadion auf der Tagesordnung stehen. Dann ist eine Entscheidung der politischen Parteien zu erwarten. Wenn diese Entscheidung positiv ausfällt, wäre aus Sicht der beiden Vereinsvorstände ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht. Anschließend sollen dann die besagten Mitgliederversammlungen den geplanten Zusammenschluss besiegeln.

Lesen Sie jetzt