Drei Niederlagen, ein Unentschieden und ein Sieg: So lief der Rückrundenauftakt

Fußball-Bezirksliga

So hatte man sich den 16. Spieltag beim SC Berchum/Garenfeld, VfL Schwerte und ETuS/DJK Schwerte nicht vorgestellt. Anders beim Geisecker SV. Und der SC Hennen verlor wenigstens nicht.

Schwerte

, 01.12.2019, 21:22 Uhr / Lesedauer: 6 min
Drei Niederlagen, ein Unentschieden und ein Sieg: So lief der Rückrundenauftakt

Während Rot-Weiß Lüdenscheid im Hintergrund den späten Auswärtssieg bejubelt, kann Berchum/Garenfelds Kapitän Alexander Rüster seine Enttäuschung über die 1:2-Niederlage nicht verbergen. © Bernd Paulitschke

SC Berchum/Garenfeld - Rot-Weiß Lüdenscheid 1:2 (1:0)

Welch bittere Schlussminuten aus Sicht des SC Berchum/Garenfeld! Da liegt die Elf von Trainer Fabian Kampmann im Topspiel der Bezirksliga vor 350 Zuschauern gegen Rot-Weiß Lüdenscheid bis zur 88. Minute mit 1:0 in Führung, um am Schluss mit leeren Händen vom Platz zu schleichen. Ein sehenswerter Freistoß des Lüdenscheider Kapitäns Dissing und ein Treffer im Anschluss an eine Ecke, als die Nachspielzeit sich schon dem Ende näherte, raubten dem SC die Punkte.

So feierten die Lüdenscheider am Schluss mit ihrem zahlreichen und lautstarken, zum Teil aber ziemlich niveaulosen Anhang im Garenfelder Waldstadion, während die SC-Spieler niedergeschlagen am Boden kauerten. Allerdings gilt es auch festzustellen: Unverdient war der Sieg für Lüdenscheid beileibe nicht. Denn in der zweiten Halbzeit war Rot-Weiß die eindeutig bessere Mannschaft.

Vor dem Seitenwechsel sah das aber anders aus. In einem intensiven und attraktiven Bezirksligaspiel gingen die Platzherren nach einer guten Viertelstunde in Führung: Ein missratener Abschlag des Lüdenscheider Torwarts Brackmann landete bei Justin Amstutz, der auf Luca Becker weiterleitete. Dessen langer Ball von der rechten Seite landete am Innenpfosten und prallte von dort ins Tor – eine verunglückte Flanke ins Berchum/Garenfelder Glück.

Dieser Treffer gab dem SC-Spiel zusätzliche Sicherheit. Ein einziges Mal musste Keeper Dominik Hollmann eingreifen, als er bei einem Flachschuss von Dissing auf dem Posten war (35.) – mehr ließ Berchum/Garenfeld nicht zu.

Kurz nach Wiederanpfiff hätte Torjäger Nicolas Külpmann beinahe auf 2:0 erhöht, doch seine Direktabnahme nach Beckers flacher Hereingabe ging knapp am Tor vorbei. Danach aber spielte fast nur noch Lüdenscheid – zunächst allerdings, ohne sich gegen die stabile SC-Defensive nennenswerte Chancen herausspielen zu können. Doch das änderte sich in der Schlussviertelstunde: Erst schoss Liga-Toptorjäger Raphael Schwarzer in aussichtsreicher Position knapp drüber (75.), zwei Minuten später klärte Hollmann gegen Schwarzer mit einer starken Fußabwehr – mit etwas Glück schien sich Berchum/Garenfeld ins Ziel retten zu können.

Aber es kam dann doch noch anders. Erst Dissings Freistoß in den Winkel, dem Hollmann nur hinterherschauen konnte, dann das Lüdenscheider Siegtor, als die SC-Abwehr nach einer Ecke unsortiert war – und plötzlich war aus den drei Punkten, von denen man gar nicht so weit entfernt war, die erste Saisonniederlage geworden.

So führt Rot-Weiß Lüdenscheid nach dem Rückrundenauftakt das Bezirksliga-Klassement mit drei Punkten Vorsprung auf Berchum/Garenfeld an – das hätten sie gerne anders gehabt beim SC.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Luca Becker, Justin Amstutz, Thomas Koblitz (64. Dennis Zuhmann), Nicolas Külpmann, Marcel Grzondziel (71. Georgios Ntontos), Vladimir Kunz, Alexander Rüster, Daniel Wanderer, Christian Deuerling, Tobias Neynaber (80. Patrick David Pietrzinski).

Tore: 1:0 Becker (16.), 1:1 (88.), 1:2 (90.+4).

SSV Kalthof - VfL Schwerte 2:0 (0:0)

Mit einem hochklassigen Bezirksligaspiel konnte bereits im Vorfeld nicht gerechnet werden, zuviel Personalprobleme hatten beide Teams. Während der VfL Schwerte aus den letzten vier Partien zwei Zähler ergattern konnte, holte der SSV Kalthof einen Punkt aus den letzten vier Bezirksligaspielen und verlor zudem im Kreispokal. Am Ende setzten sich die Gastgeber in der SSV-Arena verdient mit 2:0 durch.

Dabei hatte die Schwerter zunächst das Spiel im Griff und kamen in den ersten 20 Minuten zu Torchancen. So prüfte Till Nicolaßen SSV-Torwart Mike Lenzen mit einem Fernschuss (5.) und zehn Minuten später spielte David Sprungk nach einem Fehlpass von Lenzen Nicolaßen frei, doch dieser scheiterte erneut an Lenzen.

Glück hatten die Kalthofer auch als Kai Hintzke aus 16 Metern nach einer Flanke von Ioannidis abzog, doch der Schuss abgefälscht im Toraus landete (20.).

In der Folge wurde Kalthof bis zur Pause aktiver, hatte mehr Ballbesitz, ohne sich aber Chancen herauszuspielen. VfL-Keeper David Graudejus verlebte eine eher ruhige erste Halbzeit.

Dies wurde aber nach dem Wechsel anders. Nun verloren die Blau-Weißen völlig den Faden und nach einem Ballverlust im Mittelfeld drosch Zamir Kapkov aus 18 Metern ins lange Eck – 1:0 (50.). Fast hätte sogar Lamghizarti erhöht, doch nach einer Flanke von Sarikaya kam er um eine Fußspitze zu spät (52.).

Der VfL bekam noch seine Großchance, um ins Spiel zurückzukommen, denn in der 69. Minute entschied der Unparteiische auf Elfmeter nach einem Foul an Nicolaßen. Doch Robin Heuft scheiterte vom Punkt an Lenzen.

Zehn Minuten später machte Marc Andre Schwab auf der Gegenseite mit dem 2:0 dann alles klar, denn dem VfL fehlte es einfach an Durchschlagskraft, um etwas Zählbares aus Kalthof mitzubringen.

Schwerte: David Graudejus, Luca Vöckel (81. Janis Dworak), Nils Berg, Robin Heuft, Tim Birnkraut, Kai Hintzke (71. Ayoub Belabbes), Sebastian Kozlowski, Lukas Beßlich (71. Gianluca Zocco), David Sprungk (79. Kadir Günaydin), Sofoklis Ioannidis, Till Nicolaßen.

Tore: 1:0 (50.), 2:0 (79.).

ETuS/DJK Schwerte - Blau-Weiß Voerde 2:4 (0:1)

Da war der Wurm drin: Nach sechs Spielen in Folge ohne Niederlage hat es die Elf von Trainer André Haberschuss wieder erwischt. Die 2:4-Niederlage gegen die Blau-Weißen aus Voerde war eine verdiente zugleich.

Irgendwie hatte man nur selten das Eindruck, dass der ETuS/DJK an diesem Tag dem Spiel seinen Stempel hätte aufdrücken können. Vieles blieb Stückwerk, dazu kamen viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau. Da aber auch die Ennepetaler zunächst nicht viel auf die Kette bekamen, bibberten die wenigen Zuschauer immer mehr der Pause entgegen.

Drei Niederlagen, ein Unentschieden und ein Sieg: So lief der Rückrundenauftakt

Dennis Frohn, Yücel Balta und Yannik Körner (v.li.) in Erwartung des Balles. Am Ende gab es für den ETuS/DJK Schwerte beim 2:4 gegen Voerde keinen Blumentopf zu gewinnen. © Bernd Paulitschke

Die beste Chance zur Führung vergab noch Ismail Ayar, der Keeper Michel Hakenberg nicht überwinden konnte (25.). Der Torwart behielt auch gegen Dennis Frohn die Oberhand, beim Abpraller stand und vermeintlichen 1:0 durch Ayar stand der Schütze aber im Abseits (40.). Wie aus dem Nichts fiel dann doch noch ein Tor: Marc Kiewitt war am Strafraum mutterseelenallein und hämmerte den Ball aus 15 Metern genau in den Winkel (44.).

Ein Diagonalpass genügte dann, um die „Östlichen“ beim 0:2 auszuhebeln. Lukas Hedtheyer versuchte noch zu retten, das Laufduell gewann dann aber Sinan Avan, der ins leere Tor traf (49.). Von da an ging es immer weiter bergab mit dem Gastgeber. Voerde deckte die Schwächen knallhart auf und blieb weiter ein Muster an Effizienz: Sinan Hajra und Jannis Pflüger legten bis zur 66. Minute. Jeder Schuss war ein Treffer.

André Haberschuss brachte dann mit Serkan Arslan und Kadir Yilmaz zwei frische Kräfte, die dann in der Schlussphase auch Wirkung zeigten. Erst verkürzte Yilmaz auf 1:4, dann machte es Arslan mit dem 2:4 aus Schwerter Sicht ein bisschen erträglicher.

Mit der Nachspielzeit blieben dem ETuS/DJK Schwerte dann noch vier Minuten. Eine Torchance sprang aber nicht mehr heraus. Einen Punktgewinn hatte man an diesem frostigen Tag aber auch nicht verdient.

Schwerte: Lukas Hedtheyer, Dennis Cela (66. Kadir Yilmaz), Yücel Balta, Yannik Körner, Oguzhan Cona, Nouri Bah, Filipe Ferreira, Kevin Loke, Ismail Ayar, Jasmin Smajlovic (60. Serkan Arslan), Dennis Frohn (66. Kevin Kinach).

Tore: 0:1 (44.), 0:2 (49.), 0:3 (55.), 0:4 (66.), 1:4 Yilmaz (83.), 2:4 Arslan (88.).

SSV Hagen - Geisecker SV 1:7 (1:3)

Eine gute halbe Stunde benötigte der Geisecker SV, um in Tritt zu kommen. Dann bestimmten die „Kleeblätter“ aber die Partie und siegten beim SSV Hagen mit 7:1. Dabei begann die Partie, wie es sich Coach Thomas Wotzlawski vorgestellt hatte. Nach einem Freistoß von Florian Kliegel stand Luis Pothmann richtig und köpfte zur Führung ein (4.).

Doch ein Fehler von Tim Helmdach im Geisecker Tor brachte die Gastgeber wieder ins Spiel. Der Keeper vertändelte einen Rückpass, und es stand 1:1 (11.). In der Folgezeit entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, wobei beiden Teams sehr viele Abspielfehler unterliefen und ein Spielfluss auch selten zustande kam. Fast aus dem Nichts dann die Führung für die Gäste: Lukas Schäfer erlief einen zu kurzen Rückpass, umkurvte den Torwart und traf zur erneuten Führung.

Ab diesem Zeitpunkt hatten die Geisecker die Partie im Griff. Noch vor der Pause flankte Dustin Schütte flach vors Tor und ein Hagener Abwehrbein grätschte den Ball ins eigene Tor – 1:3 (44.).

In der zweiten Hälfte lief der Ball fast nur noch in eine Richtung. Zunächst vergaben Kliegel und Schäfer noch, ehe Kliegel zum 4:1 erhöhte. Der Rest der Partie ist schnell zusammen gefasst: Geisecke vergab noch einige hochkarätige Möglichkeiten und Helmdach musste auch noch zweimal freistehend retten.

Ein Elfmeter von Gökhan Hizarci – Schäfer war gefoult worden – sorgte für den fünften Treffer. Der eingewechselte Jannis Kassel machte das halbe Dutzend voll, ehe Mathis Leuer für den Schlusspunkt unter eine am Ende einseitigen Partie machte.

Geisecke: Tim Helmdach, Mathis Leuer, Julian Boethin (63. Nico Gerl), Patrick Fila, Linus Scheen, Luis Pothmann, Florian Kliegel, Gökhan Hizarci, Damian Wielgosz (58. Julian Hüser), Dustin Schütte (76. Jannis Kassel), Lukas Schäfer (76. Marius Manecki.

Tore: 0:1 Pothmann (4.), 1:1 (11.), 1:2 Schäfer (36.), 1:3 (44., Eigentor), 1:4 Kliegel (61.), 1:5 Hizarci (71., Foulelfmeter), 1:6 Kassel (80.), 1:7 Leuer (88.).

Sinopspor Iserlohn - SC Hennen 1:1 (0:0)

Seit dem 8. September wartet der SC Hennen auf einen dreifachen Punktgewinn in der Bezirksliga. Auch am Sonntag beim Tabellenvorletzten Sinopspor Iserlohn, den man im Hinspiel noch mit 1:0 bezwingen konnte, reichte es nicht zu einem Sieg. Aber immerhin brachten die „Zebras“ ein 1:1 mit nach Hause.

Und dieses Remis erkämpften sie sich in Unterzahl, denn bereits in der 39. Minute hatte Haris Elezovic die Rote Karte gesehen. Elezovic hatte nach einer Schiedsrichterentscheidung reklamiert und sich dabei wohl im Ton vergriffen, denn der Unparteiische wertete dies als Beleidigung und schickte den Hennener in die Kabine – eine schwere Hypothek für die Elf von Trainer Holger Stemmann, die sich zunächst in die Halbzeit rettete.

Doch trotz Unterzahl gingen die Gäste am Seilersee Mitte der zweiten Halbzeit sogar in Führung. Michael Weigelt, der gerade erst Vater geworden war, erzielte mit seinem fünften Saisontreffer das 1:0. Zum Sieg sollte dieses Tor aber nicht reichen, denn Sinopspor schlug eine Viertelstunde vor dem Ende zurück. Dmitrij Gikst stellte den Endstand im Kellerduell her.

Da der ASSV Letmathe gleichzeitig sein Heimspiel gegen den VfB Schwelm mit 1:6 verlor, baute der SC Hennen durch das Remis seinen Vorsprung auf die Abstiegszone aber sogar auf sechs Punkte und 13 Tore aus.

Hennen: Jonas Krause, Haris Elezovic, Moritz Hupach (46. Luca Bühren), Brian Prince, Hauke Reimann, Michael Weigelt (75. Nick Weinrich), Nils Krawczyk, Hassan Boulakhrif (90.+3 Kevin Rudzinski), Jan Loos, Dominik Essmann (88. Claudio Ferreira), Marcel Rudzinski.

Tore: 0:1 Weigelt (68.), 1:1 (76.).

Rot: Elezovic (39., Schiedsrichterbeleidigung).

Lesen Sie jetzt