Die Geschichte eines Derbys: mit Torwartinstinkt zum Last-Minute-Ausgleich

dzFußball-Bezirksliga

Kevin Loke erwies sich als höchst effizienter Joker des ETuS/DJK Schwerte. Aber nicht nur deshalb ist die Geschichte des 3:3-Ausgleichstorschützen im Derby gegen den VfL eine besondere.

Schwerte

, 08.04.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das nennt man wohl ein glückliches Trainer-Händchen: In der 85. Minute des Bezirksliga-Derbys gegen den VfL Schwerte zieht André Haberschuss beim Stand von 2:3 seinen letzten Joker und schickt Kevin Loke für den ETuS/DJK Schwerte aufs Feld.

Fünf Minuten später ist Loke der Mittelpunkt der Jubelszenen in Schwerte-Ost. Mit seinem Treffer zum 3:3 hat Loke den „Östlichen“ einen Punkt gerettet. Dabei ist es noch gar nicht allzu lange her, dass es Lokes Aufgabe war, Gegentore zu verhindern – als Torwart.

Aber der Job zwischen den Pfosten ist für den 25-Jährigen Vergangenheit. Vor etwa fünf Jahren sei er an der rechten Schulter operiert worden, Anfang November beim Spiel in Letmathe erwischte es ihn dann links. „Ausgekugelt - eigentlich müsste ich erneut operiert werden“, erzählt Loke, der auf eine weitere OP aber vorerst verzichtet.

Zum Feldspieler umgeschult

So kam es zur „Umschulung“ vom Keeper zum Feldspieler - für Loke ein naheliegender Schritt „Mit zwei kaputten Schultern kannst du nicht mehr ins Tor gehen. Aber mit zwei gesunden Füßen kannst du weiter Fußball spielen“, sagt er launig.

Komplettes Neuland war die Rolle des Feldspielers für Loke übrigens nicht. Als Feldspieler habe er damals beim ETuS/DJK im Kindesalter mit dem Fußball angefangen, erzählt er. Es folgte ein Vereinswechsel nach Aplerbeck, wo er mit elf oder zwölf - so ganz genau weiß er es nicht mehr - Gefallen an der Torwartposition fand. Nach einem C-Jugend-Jahr beim VfL Schwerte und einer Saison bei den B-Junioren des TSC Eintracht Dortmund wechselte Loke dann zu Rot-Weiß Ahlen, wo er es bis in die A-Junioren-Bundesliga schaffte. Es folgten drei Jahre in Holzwickede (Landes- und Westfalenliga), ehe er 2014 zum ETuS/DJK wechselte.

Dort sollte er sich in dieser Saison eigentlich mit Lukas Hedtheyer im Tor abwechseln, aber das hat sich mittlerweile erledigt. Denn Hedtheyer fällt mit einer Knieverletzung bis zum Saisonende aus und Loke fühlt sich längst auch als Feldspieler wohl.

Torwartinstinkte richtig eingesetzt

Und gut genug für die Bezirksliga ist er offenbar auch. „Als klassischer Sechser“ sieht sich Loke selbst. Doch in der Schlussphase des Derbys am Sonntag gab ihm sein Trainer einen anderen Auftrag mit auf den Weg. „André hat mir gesagt: Geh´ vorne rein und mach´ das Tor. Und so habe ich es dann auch gemacht“, erzählt Loke.

In der entscheidenden Szene habe ihm sein Torwartinsinkt durchaus geholfen, verrät er. „Man lernt als Torwart, die langen Bälle richtig einzuschätzen“, erklärt Loke. So habe er darauf spekuliert, dass die lang gezogene Freistoßflanke von Cagdas Yetim am zweiten Pfosten bei ihm landet.

Genau so kam es. Ein paar Sekunden später war der Ball im Netz - und ein ehemaliger Torwart durfte sich im Derby als Last-Minute-Torschütze des ETuS/DJK Schwerte feiern lassen.

Lesen Sie jetzt