Die Deutsche Post macht es möglich: Ein Schwerter ist Nationaltrainer

dzFußball

Ralf Günther hat allen Grund, das Trikot stolz zu präsentieren. Der Aufdruck „Nationalteam“ lässt erahnen, dass der 48-jährige Schwerter Fußballtrainer etwas ganz Besonderes erreicht hat.

Schwerte

, 26.04.2020, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und so ist es wohl auch, denn Günther darf sich mit Fug und Recht als Nationaltrainer bezeichnen. Die Verantwortlichen seines Arbeitgebers, die Deutsche Post AG, machten den Schwerter Coach zum Trainer der Damen-Auswahlmannschaft des FC Deutsche Post.

Deutscher Meister in der Bispinger Heide

Seit Oktober 2019 ist Günther mit dieser Aufgabe betraut. Einen Monat vorher hatte er mit der Auswahl seiner Niederlassung Hagen/Essen beim groß aufgezogenen Turnier um die Deutsche Meisterschaft im Ferienpark Bispinger Heide den Titel geholt. „Das hat sicher geholfen“, meint Günther rückblickend.

Ralf Günther in der Nationaltrainer-Jacke des FC Deutsche Post.

Ralf Günther in der Nationaltrainer-Jacke des FC Deutsche Post. © Ralf Günther

Unendlich lang war die Schlange der Kandidaten für den Damen-Nationaltrainerposten allerdings nicht, wie Ralf Günther gesteht. Gefreut hat er sich trotzdem, als die Verantwortlichen auf ihn zugekommen sind und fragten, ob er sich vorstellen könne, die Nachfolge des nach 18 Jahren ausscheidenden Wolfgang Jacob anzutreten. Günther musste nicht lange überlegen.

Positiver Multiplikator für das Unternehmen

„Der Fußball hat mir so viel gegeben. Jetzt habe ich Möglichkeit, etwas zurückzugeben“, sagt der 48-Jährige.

Zur Person

Mit Holzen-Sommerberg aufgestiegen

Der Trainer Ralf Dass Ralf Günther (48) als Trainer im Schwerter Vereinsfußball an der Seitenlinie stand, liegt schon ein paar Jahre zurück. Günther trainierte die zweite Mannschaft des VfL Schwerte (Kreisliga A) von 2003 bis Herbst 2004. 2006 übernahm er den TuS Holzen-Sommerberg, wo er knapp drei Spielzeiten blieb und mit dem er 2008 den Aufstieg in die A-Liga schaffte. Zur Saison 2009/10 stieg Günther bei der SG Eintracht Ergste ein. Kurz vor dem Ende der A-Liga-Saison 2010/11 trat er bei der Eintracht zurück. Bei seinem Arbeitgeber, der Deutschen Post AG, fungierte Günther seit 2010 als Damentrainer der Mannschaft der Niederlassung Hagen (später Hagen/Essen) , mit der er im September vergangenen Jahres Deutscher Meister des FC Deutsche Post wurde.

Seine neue Rolle interpretiert er als „positiver Multiplikator für das Unternehmen“. Das dokumentiert sich nach außen in vier bis fünf Events im Jahr, bei denen die Post-Nationalmannschaft für einen wohltätigen Zweck aktiv wird.

Etwa 40 Spielerinnen umfasst der Kader, in dem sich Spielerinnen tummeln, deren Namen im Frauenfußball einen richtig guten Klang haben.

„Würden in der A-Liga oben mitspielen“

Gizem Kilic zum Beispiel, die beim VfL Bochum in der Regionalliga kickt oder Svenja Klimke, früher für die SG Lütgendortmund in der 2. Bundesliga aktiv. „Bei den Männern würden wir mit dieser Mannschaft in der Kreisliga A oben mitspielen“, ordnet Ralf Günther die Leistungsstärke seines Teams ein.

Als nächstes Event, erstmals mit Ralf Günther als Nationaltrainer, war am 9. Mai ein Benefizspiel gegen eine überregionale Auswahlmannschaft geplant, das nun aber wegen der Corona-Krise ausfallen muss. „Das ist sehr ärgerlich“, meint Ralf Günther, „aber das werden wir definitiv zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.“ Ausdrücklich möchte Günther in diesem Zusammenhang die „sehr angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Geisecker SV“ erwähnen.

Cheerleader waren schon bestellt

Auch die Deutsche Post hatte schon eifrig die Werbetrommel für dieses Event gerührt. Cheerleader des Unternehmens waren bestellt, ein Fan-Mobil wäre zur KS-Logistic-Sportanlage zum Buschkampweg gekommen und selbst die Unterkunft der Nationalspielerinnen im Hotel Ostentor war schon gebucht.

„500 bis 800 Zuschauer wären bei gutem Wetter bestimmt gekommen“, meint Günther, „aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.“

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