Der SC Hennen begibt sich nach der 1:15-Klatsche auf Spurensuche

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Der 2. Bezirksliga-Spieltag hatte die erste große Überraschung parat: Das 15:1 des SC Berchum/Garenfeld gegen den SC Hennen warf auf auch am Tag danach Fragen bei den „Zebras“ auf.

Schwerte

, 19.08.2019, 15:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dieses (sehr einseitige) Tore-Spektakel hatte sich nicht angedeutet. Auch wenn der SC Berchum/Garenfeld als Favorit ins Lokalduell mit dem SC Hennen gegangen war, war das 15:1 mehr als eine große Überraschung. Fans des SC Berchum/Garenfeld sahen alle sechs Minuten ein Tor ihrer Mannschaft.

Schwierig sei es, für das Ergebnis Worte zu finden – so postete es der SC Hennen am Sonntagabend noch auf seiner Facebook-Seite. Und auch Hennens Trainer Holger Stemmann war am Montag noch etwas mitgenommen. „Richtig zu erklären ist es nicht. So etwas in der Form habe ich auch noch nicht erlebt“, sagt Stemman und gibt zu, dass er sich am späteren Sonntagnachmittag ziemlich ohnmächtig gefühlt habe. „Am Anfang habe ich uns gar nicht so schlecht gesehen und wir waren zwischendurch sogar ganz gut im Spiel“, analysiert Stemmann. Nach dem 1:6 zur Halbzeit habe er noch versucht gegenzusteuern, um sich zumindest noch einigermaßen aus der Affäre zu ziehen. Doch unmittelbar nach Wiederanpfiff legte Berchum/Garenfeld nach. „Das führte dann dazu, dass wir auseinandergebrochen sind.“

Am Montag trafen sich Mannschaft und Trainer das erste Mal nach dem 1:15. Auf gemeinsame Spurensuche werde man sich nun begeben, verspricht Holger Stemmann und meint: „Das Ziel dieser Besprechung muss sein: Mund abputzen! Es geht weiter.“

Berchum/Garenfelds Trainer Fabian Kampmann hat sogar schon mal ein noch höheres Ergebnis in der Bezirksliga erlebt. Vor Jahren gewann er mit dem ETuS/DJK Schwerte einmal 26:0 gegen Inter Bochum. Nun das 15:1 in seinem zweiten Spiel als Seniorentrainer. „Ich habe einen ganz anderen Spielverlauf erwartet“, erzählt Kampmann und gibt fair zu, dass es zwischenzeitlich eben auch ein Spiel auf Augenhöhe gewesen sei. Zudem sah er seine Mannschaft bei mehreren Treffern auch einfach im Glück. Trotzdem: Der neue Trainer hat mächtig Spaß in Garenfeld. „Ich habe einfach gute Fußballer, die wissebegierig und ehrgeizig sind. So macht es richtig Spaß zu arbeiten.“

Geisecker Top-Bilanz
Der Geisecker SV ist perfekt in die Saison gestartet. Er hat nicht nur beide Spiele zum Auftakt gewonnen, sondern steht noch ohne Gegentreffer mit 8:0-Toren da. Auch wenn die sechs Punkte belegen, dass Geisecke in starker Frühform ist, bleibt Trainer Thomas Wotzlawski bescheiden: „Es ist eben noch der Saisonstart, wo alle in der Findungsphase sind. Wir sind aber froh, dass wir mit sechs Punkten gestartet sind.“

Auch wenn die beiden bisherigen Gegner und Landesliga-Absteiger SSV Hagen und FC Wetter vielleicht noch etwas Zeit zur Eingewöhnung in der Bezirksliga brauchen, steht Geisecke nun auf dem zweiten Platz. Bleibt das Wotzlawski-Team dort oben jetzt auch erst einmal? Am kommenden Wochenende gastiert der Tabellenletzte Hohenlimburg am Buschkampweg.

Aslan brachte Schwung
Ähnlich überraschend wie die 6:1-Halbzeitführung des SC Berchum/Garenfeld war auch das Ergebnis zur Pause zwischen dem SSV Hagen und VfL Schwerte. Die Hagener, die der Geisecker SV am 1. Spieltag noch mit einem 7:0 besiegte, führten plötzlich 2:0. „In der ersten Halbzeit ist uns gar nach vorne gar nichts gelungen“, sagt VfL-Trainer Dominik Buchwald, der vor dem Spiel allerdings schon vor Hagen gewarnt hatte. „Umso positiver ist es, wie wir dann in der zweiten Halbzeit gespielt haben.“

Buchwald forderte in der Kabine mehr Mut von seinem Team ein – und wechselte Mert Aslan ein, dem sein Trainer ein „Super-Spiel“ attestierte. Aslan traf ebenso wie Luca Vöckel – und Yannis Schwarze. Der spielende Co-Trainer steht nach seinem Doppelpack in Hagen nun schon bei drei Saisontoren. Auch ihm ist es zu verdanken, dass der VfL das Spiel drehte – und aus einer bösen Überraschung den ersten Saisonsieg machte.

„Hätten niemals verloren“
Die neu installierten Kameras des Videoportals „Soccerwatch“ sorgen dafür, dass ETuS/DJK-Trainer André Haberschuss die Szenen der Heimspiele nun am Bildschirm analysieren kann. Dabei habe er im Nachgang gesehen, dass die späten Hagener Treffer zum 3:1 und 4:1 wie vermutet irregulär waren. Und dass die Rote Karte an Nouri Bah in der 29. Minute durchaus berechtigt war. „Das war natürlich keine böse Absicht von ihm. Trotzdem hat er uns einen Bärendienst erwiesen“, sagt Haberschuss, denn er ist sich sicher: „Bei elf gegen elf hätten wir das Spiel niemals verloren.“

Seine Mannschaft kämpfte eine Stunde lang in Unterzahl und ging sogar nicht unverdient durch Ismail Ayar in Führung. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben läuferisch viel abgeliefert, die Räume eng gemacht und waren gut in den Zweikämpfen. Wir haben das in Unterzahl richtig gut gemacht“, meint André Haberschuss. Trotzdem: Einen Punkt hat der ETuS/DJK somit immer noch nicht. „Irgendwann müssen wir jetzt aber auch mal die Punkte einfahren“, fordert der Trainer.

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