Der Mann mit Pfeil und Bogen: Friedel Greine wird 70 Jahre jung

dz60 Jahre Bogenschießen

Parallel zu seinen sportlichen Erfolgen hat Friedel Greine eine Trainerkarriere hingelegt, die sich sehen lassen kann. Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag!

Schwerte

, 13.06.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich mit der Sportart Bogenschießen in unserer Stadt beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei: Friedel Greine kann auf stolze 60 Jahre zurückblicken, in denen er „seinen“ Sport mit Pfeil und Bogen betrieben hat. An diesem Samstag (13. Juni) wird Greine 70 Jahre jung.

Pionier des westfälischen Bogensports

Friedel Greines Vater war einer der Pioniere des westfälischen Bogensports. Er gewann 1958 die erste Deutsche Meisterschaft des Deutschen Schützenbundes (DSB) und machte damit das Dorf Lippetal-Oestinghausen (Kreis Soest) national bekannt.

Schon als kleiner Junge die perfekte Haltung: Friedel Greine im Alter von zehn Jahren.

Schon als kleiner Junge die perfekte Haltung: Friedel Greine im Alter von zehn Jahren. © Schwerter Bogenschützen

Der grandiose Empfang der Mannschaft, die damals ebenfalls Gold gewann, war ein Schlüsselerlebnis für das zukünftige Sportlerleben des damals achtjährigen Friedel Greine.

Annähernd 100 Landesmeisterschaften

Infiziert vom Bogensport-Virus, schoss Friedel Greine mit zehn Jahren 1960 seine erste von bislang annähernd 100 Landesmeisterschaften und wurde mit vielen Einzel- und Mannschaftsmedaillen und mit Qualifikationen zu Deutschen Meisterschaften in allen Bogendisziplinen belohnt.

Parallel zu seinen sportlichen Erfolgen entwickelte sich eine erfolgreiche Trainerkarriere. Beruflich zog es ihn 1972 nach Schwerte, zehn Jahre später schloss er sich den Schwerter Bogenschützen an, denen er viele Jahre als Sportleiter und 2. Vorsitzender neues Leben einhauchte.

So führte er zum Beispiel die Disziplin Feldbogenschießen ein.

Trainerarbeit ließ den Verein stetig wachsen

Mit den Volkshochschulkursen in Schwerte begann 1988 seine Trainerarbeit, die den Verein stetig wachsen ließ. Mit der Ehrenmitgliedschaft wurde es ihm gedankt.

Viele noch heute erfolgreiche Sportler, wie Martina Schulte und Friedrich Pütter sowie der bereits verstorbene Stephan Planitz entstammen diesen Kursen.

Nach entsprechenden Trainerlizenzen holte ihn 1992 der Westfälische Schützenbund, ein Jahr später der Deutsche Schützenbund ins Boot. In 15 Jahren als Landestrainer und Olympiastützpunkttrainer begleitete Friedel Greine viele Sportler auf Deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen. Die Holzener Olympioniken Detlef Kahlert (1988 in Seoul) und Marc Rösicke (1992 in Barcelona) gehörten dazu.

Manager und schwer erziehbare Jugendliche

Mit der Bogensportschule Westfalen machte Friedel Greine 2004 seine Passion zum Beruf und trainierte über 20 Vereine. Er veranstaltete Seminare und Events für Personen von gestressten Managern bis hin zu schwer erziehbaren Jugendlichen – etwa 1500 Personen führte er an „seinen“ Sport heran.

Ein gesundheitlicher Einschnitt zwang Greine 2010 zur Aufgabe aller Tätigkeiten, doch das Bogenschießen wollte er nicht aufgeben.

Zum Linkshänder umgeschult

Mühsam und hartnäckig schulte er sich von einem Rechts- zu einem Linkshänder um und nahm nach kurzer Eingewöhnungszeit schon wieder für seinen neuen Verein, den SV Holzen, an Meisterschaften teil.

Inzwischen gehört der mit 60 aktiven Jahren dienstälteste Bogenschütze im Westfälischen Schützenbund wieder zu deren Besten seiner Klasse und konnte vor zwei Jahren seinen eigenen, bislang größten Erfolg feiern: Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften.

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