Billard-Revolution abgeschmettert: Keine Umstellung aufs Kalenderjahr

dzBillard

Die große Revolution im Billardsport hat nicht stattgefunden. Und die Saison 2019/20 ist endgültig beendet. Mit der Wertung der Spielzeit kann der PBC Schwerte sehr gut leben.

Schwerte

, 07.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Billard-Union (DBU) in Herne galt es, eine Entscheidung über einen Antrag des DBU-Sportrates zu treffen.

Dieser sah vor, die aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 bis zum Ende des Jahres zu verlängern und die Spielzeit ab 2021 auf das Kalenderjahr umzustellen.

Das Präsidium des Verbands hatte sich im Vorfeld der Versammlung zu keiner abschließenden Entscheidung durchringen können.

Präsenzveranstaltung mit 40 Teilnehmern

Die Versammlung unter dem Vorsitz des DBU-Präsidenten Helmut Biermann (Herne) wurde als Präsenzveranstaltung durchgeführt. 40 Teilnehmer aus 15 deutschen Landesverbänden tagten unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen.

Nach vierstündigen intensiven Diskussionen fiel die Entscheidung knapp aus: Die Mitgliederversammlung lehnte den Antrag des DBU-Sportrates mit 53,3 Prozent der Stimmen ab und verhinderte somit eine grundlegende Veränderung der Billard-Welt. Eine Umstellung der Saison hätte alle Billardsportler bis in die untersten Spielklassen der Landesverbände betroffen. Die Revolution fiel somit aus.

Westfalen hatte mit einem klaren Nein votiert

Bei der Abstimmung gab es 51 Enthaltungen von 297 Stimmen. Die jeweils zwei Vertreter der Landesverbände hatten je nach Größe ihres Einzugsbereiches verschiedene Anzahlen an Stimmen. Westfalen hatte mit einem klaren Nein votiert.

Gegen eine Verlängerung der zunächst ausgesetzten Saison über den 30. Juni hinaus standen zudem rechtliche Bedenken entgegen, da eine weitere Durchführung der Wettbewerbe in den ursprünglichen Besetzungen nicht mehr möglich gewesen wäre.

Somit musste als nächstes eine Beschlussfassung über die Beendigung der Saison 2019/20 herbeigeführt werden. Hier fiel das Votum dann aber deutlich aus.

Neustart mit klarer Mehrheit abgelehnt

Die Annullierung der Saison 2019/2020, also die Streichung aller bislang erzielten Spielergebnisse (keine Meister, keine Auf-/Absteiger) und einen kompletten Neustart in der Saison 2020/2021, lehnte die Versammlung mit klarer Mehrheit (85,4 Prozent) ab.

Noch deutlicher (94,9 Prozent) entschied sich die Versammlung gegen ein Hochrechnen der Ergebnisse, um die Abschlusstabellen zu ermitteln.

„Mitglieder sind heiß auf Wettkämpfe“

Nachdem der Vorschlag, die Tabellenstände nach Abschluss der Hinrunde als Endstand zu werten, eine Zustimmung von 82,9 Prozent erhielt, musste über die Wertung der aktuellen Tabellenstände als Endstand nicht mehr abgestimmt werden.

Der Sportwart Westfalens, Volkmar Rudolph, erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Wir haben entschieden, die Saison 2019/20 nach der gespielten Hinrunde abzubrechen. In den Staffeln mit acht Mannschaften steigen die beiden Ersten auf, zwei Teams steigen ab. In den Gruppen mit sieben Teams gibt es einen Aufsteiger und einen Absteiger.“

Und weiter: „Jetzt können wir die neue Saison für September planen, denn unserer Mitglieder sind heiß darauf, wieder mit den Wettkämpfen zu starten und so nicht bis Januar 2021 warten zu müssen.“

Am Aufstieg gab es nichts zu rütteln

Mit der beschlossenen Wertung der Saison durfte auch der PBC Schwerte den Aufstieg der zweiten Mannschaft in die 2. Bundesliga feiern. Die PBC-„Zweite“ führte die Tabelle der Regionalliga West vor dem letzten Doppelspieltag mit drei Punkten Vorsprung vor der Zweitvertretung des BSC Neukirchen-Vluyn an.

Nun war man gespannt darauf, wie die Saison gewertet würde. Zwar wurde die Rückrunde nun nachträglich annulliert. Da die PBC-„Zweite“ aber auch nach der Hinrunde an der Spitze gelegen hatten, gab es an der Rückkehr in die 2. Bundesliga nichts zu rütteln.

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