Wie Hammerwerfer Rik Amann die Corona-Krise erlebt - Teil 6

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 22.04.2020, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann fordert eine Absage seiner eigenen Deutschen Meisterschaften, um Planungssicherheit zu haben. Derzeit weiß er nicht, ob er sich besser für 2021 oder noch das Highlight 2020 vorbereiten soll.

Rik Amann fordert eine Absage seiner eigenen Deutschen Meisterschaften, um Planungssicherheit zu haben. Derzeit weiß er nicht, ob er sich besser für 2021 oder noch das Highlight 2020 vorbereiten soll. © SuS Olfen

Nun sind es schon mehr als fünf Wochen, dass alle Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen gesperrt sind und alle Sportler sich in irgendeiner Weise zuhause fit halten müssen. Lediglich Olympiakader-Athleten und Spitzensportler dürfen wieder die Sportanlagen nutzen, wenn auch nur unter einigen Auflagen.

Ein großer Faktor in dieser Zeit ist für uns Sportler die unsichere Planung, auf die ich auf jeden Fall auch zu sprechen kommen möchte. Einige Veranstaltungen werden verschoben, andere komplett abgesagt und dann gibt es wieder Veranstalter, die an den bisherigen Terminen festhalten. Keiner weiß so richtig, wie man mit der jetzigen Situation umgehen soll.

Der ehemalige Zehnkampf-Weltmeister Frank Busemann rechnet im nächsten Jahr und besonders bei den Olympischen Spielen 2021 mit großen Leistungsexplosionen. Diese Einschätzung ist auch gut nachzuvollziehen, da in diesem Jahr eine gute Basis gelegt werden kann, um im nächsten Jahr gezielt auf dieses eine Event zu trainieren. Doch da reden wir nur von Spitzensportlern, die den Sport professionell betreiben und nicht von uns Hobbysportlern.

DM der U20 ist noch nicht abgesagt

Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Jugend U18 und U20 sind noch nicht abgesagt. Also was macht man nun? Als Sportler beschließen, an dieser Meisterschaft nicht teilzunehmen – auch wenn sie stattfindet – und sich auf das nächste Jahr konzentrieren? Kaum vorstellbar, da die Deutschen Meisterschaften das größte Ereignis in einer Saison sind. Man ist im nächsten Jahr eventuell in einer anderen Altersklasse oder kann sich nicht qualifizieren oder ist verletzt.

Da will man die Meisterschaft in diesem Jahr natürlich nicht verpassen. Trainiert man dann doch lieber weiter und hofft, dass es dieses Jahr noch Wettkämpfe gibt, um überhaupt die geforderte Norm zu werfen und sich zu qualifizieren? Doch wo soll man richtig trainieren? Denn so eine Norm wirft man nicht im und schon gar nicht ohne Training.

Verband sollte Meisterschaft absagen

Da ist der NRW-Hammerwurf-Cup meiner Meinung nach mit einem guten Beispiel vorangegangen. Die Umsetzung war nicht mehr möglich und daher haben sich die Veranstalter dazu entschieden, den Cup für dieses Jahr abzusagen, wenn auch schweren Herzens.

Diese Einstellung wünschen sich auch viele Sportler vom Deutschen Leichtathletik-Verband, damit es eine Planungssicherheit für die Zeit nach der Coronakrise gibt. Also mein Appell an den DLV: In diesen Zeiten steht Sport hinten an. Sagt die Deutschen Meisterschaften ab!

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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