Rik Amann: Die unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten führen zu einem Leistungsgefälle

dzCoronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 09.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass man in der Leichtathletik immer weiter versucht, zur Normalität zu finden, zeigte der SuS Olfen am vergangenen Samstag wieder einmal mit einem gut organisierten Wettkampf.

Denn im Olfener Steversportpark wurden die westfälischen Meisterschaften im Hammerwerfen ausgetragen. Doch auch hier machte sich die Corona-Pandemie bemerkbar. Denn in den vergangenen Jahren waren die westfälischen Hammerwurf-Meisterschaften oft in die NRW-Meisterschaften oder andere Wettkämpfe integriert.

Doch da es dieses Jahr keine NRW-Meisterschaften mehr gibt und aufgrund von Hygiene-Auflagen zu kleinen Teilnehmerfeldern geraten wird, entschied sich die Organisatoren in diesem Jahr dafür, die westfälischen Hammerwurf-Meisterschaften als eigenständige Veranstaltung durchzuführen.

Westfälische Hammerwurf-Familie trifft sich in Olfen

So traf sich am Samstag die westfälische Hammerwurf-Familie in Olfen, um einen der wenigen Wettkämpfe der „Late-Season“ auszutragen. Doch obwohl es für uns Hammerwerfer in der Corona-Zeit extrem schwierig war, adäquat trainieren zu können, zeigten sich doch einige Athleten in guter Form zum Jahresende. So konnte der SuS Olfen mit neun Podestplätzen sowohl organisatorisch als auch sportlich sehr zufrieden mit dieser Veranstaltung sein.

Doch nach diesem Wochenende darf ein Blick auf die Ergebnisse der deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn natürlich nicht fehlen. Unter strengen Hygiene-Auflagen konnten diese Meisterschaften nun doch durchgeführt werden und einige Dinge fielen auf.

Zum einen war es erstaunlich, dass einige Athleten ihre eigenen Bestleistungen in Heilbronn pulverisierten. So zum Beispiel der Sieger im Hammerwurf der männlichen Jugend U20, dem nur 21 Zentimeter zum deutschen Rekord fehlten. Das sind natürlich Leistungen, die niemand in so einem Jahr erwartet hat - schon gar nicht, wenn man einige Wochen im Jahr nicht trainieren konnte.

Bundesweit gab es Unterschiede im Training

Doch da stellt sich die Frage: Konnten wirklich nicht alle Athleten trainieren? Denn es gab und gibt bundesweite Unterschiede, wer wann und wo trainieren darf. So durften zum Beispiel Bundeskader-Athleten schon wieder auf die Sportplätze, während die anderen Athleten noch vor verschlossenen Toren standen.

Ein anderer Punkt, der mir persönlich in einigen Disziplinen aufgefallen ist, hat mit der Leistungsdichte zu tun. Denn ohne Zweifel gab es richtig starke Leistungen bei der Jugend-DM, doch betrachtet man die weiteren Ergebnisse, so fällt oftmals auf, dass es ein, zwei oder drei Athleten gab, welche starke Leistungen zeigen konnten.

Doch meistens blieb es dann auch bei den wenigen Athleten. Nur selten hatte der Fünft- oder Sechstplatzierte überhaupt eine Chance, in den Medaillenkampf einzugreifen. Oftmals war das wahrscheinlich den Einschränkungen im Trainings- und Wettkampfbetrieb in diesem Jahr geschuldet.

Alle Teile der Serie:


In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
Lesen Sie jetzt

Gleich beim ersten richtigen Härtetest warf Rik Amann (U20) den Hammer wieder über 50 Meter. Damit hat er die Qualifikationsweite für die DM erfüllt. Teilnehmen wird er jedoch nicht.

Lesen Sie jetzt