Niveau bei den Deutschen Meisterschaften ist geringer - wegen Corona

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 02.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann findet, dass die Teilnehmerfelder in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften nicht die hohe Leistungsdichte aufweisen wie sonst.

Rik Amann findet, dass die Teilnehmerfelder in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften nicht die hohe Leistungsdichte aufweisen wie sonst. © Weitzel

Dass Wettkämpfe in Corona-Zeiten eine organisatorische Herausforderung sind, steht außer Frage. Doch unmöglich sind sie ganz bestimmt nicht. Das hat der SuS Olfen am vergangenen Samstag eindrucksvoll bewiesen. Mit dem Leichtathletik-Meeting auf dem Olfener Steversportpark wurde vielen Athleten eine Möglichkeit geboten, weitere Wettkämpfe in der „Late-Season“ zu bestreiten.

Ein gut strukturierter Zeitplan und eine Auswahl von Disziplinen machten es möglich, diesen Wettkampf durchzuführen und dabei alle Hygieneauflagen einzuhalten. Dafür gab es auch am Ende des Tages von vielen Athleten, Trainern und den Zuschauern – von denen nur 300 gleichzeitig auf dem Sportplatz sein durften – viel Lob für die ganzen ehrenamtlichen Helfer, Kampfrichter und natürlich besonders für den Veranstalter.

Doch mit diesem Meeting in Olfen endet nicht die Saison der Leichtathleten. Die „Late-Season“ nimmt zurzeit erst richtig Fahrt auf. So stehen am kommenden Wochenende die Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn an, trotz steigender Corona-Zahlen im Landkreis Heilbronn. Am 28. August wurde die Teilnehmerliste veröffentlicht. Normalerweise kein Problem, denn jeder Athlet weiß selber am besten, ob er die geforderte Norm geschafft hat oder nicht.

DM mit Teilnehmer-Obergrenzen - trotz Qualifikationsleistung

Doch durch die Hygieneauflagen für diese Meisterschaften gibt es Obergrenzen bei den Teilnehmerzahlen, was zur Folge hat, dass eine Normerfüllung nicht automatisch eine Teilnahme bedeutet. Somit waren die meisten Athleten und Trainer sehr lange in der Ungewissheit – bis zum letzten Freitag. Mit der Veröffentlichung der Teilnehmerliste gab es endlich für alle Gewissheit.

Doch eine Woche vor den ersten Wettkämpfen erst zu wissen, ob man dabei ist oder nicht? Das ist eine hohe Belastung, die der DLV da auf Athleten und Betreuer ablädt. Denn für einen Athleten ist es natürlich sehr schwer, weiter zu trainieren, ohne zu wissen, wofür. Und für Trainer und Betreuer natürlich auch eine Herausforderung, auf die Schnelle eine Anreise und ein Hotelzimmer für eventuelle Übernachtungen zu organisieren.

Das könnte auch eine Erklärung für die teils kleineren und schwächeren Teilnehmerfelder im Vergleich zu den letzten Jahren sein. Denn dass die Teilnehmer-Obergrenzen in einigen Disziplinen nicht mal erreicht wurden, spricht dafür, dass die DM doch nicht so von den Athleten angenommen wird, wie es erhofft wurde.

Viele Normerfüller haben sich nicht angemeldet

Betrachtet man die Deutsche Bestenliste und die Teilnehmerliste der Deutschen Meisterschaften im Vergleich, so zeigt sich: Genügend Normerfüller gibt es, doch sie haben zu großen Teilen nicht gemeldet. Das soll natürlich die Leistungen der startenden Athleten nicht kleinreden, denn auch in den kleinen Feldern finden sich Athleten mit Spitzenleistungen.

Dennoch besitzen diese Deutschen Meisterschaften meiner Meinung nach nicht ganz das Niveau und die Leistungsdichte der letzten Jahre, doch auch da gibt es Ausnahmen. Umso gespannter dürfen wir auf die Leistungen in Heilbronn an diesem Wochenende sein.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
Lesen Sie jetzt

Gleich beim ersten richtigen Härtetest warf Rik Amann (U20) den Hammer wieder über 50 Meter. Damit hat er die Qualifikationsweite für die DM erfüllt. Teilnehmen wird er jedoch nicht.

Lesen Sie jetzt