Leichtathletik-Meisterschaft ist terminiert, aber es gibt noch viele Probleme

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 22.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Pokal für den „Leichtathleten des Jahres“ beim SuS Olfen hat Rik Amann bereits gewonnen.

Den Pokal für den „Leichtathleten des Jahres“ beim SuS Olfen hat Rik Amann bereits gewonnen. © SuS Olfen

Knapp sieben Wochen vor der Deutschen-Jugendmeisterschaften hat der DLV die Ausschreibungen veröffentlicht. Und auch hier hat es wieder die ein oder andere Stelle gegeben, über die man sicherlich diskutieren kann. Doch alles der Reihe nach.

Am Dienstag der letzten Woche war die Ausschreibung auf der Internetseite des DLV veröffentlicht worden. Damit stand fest: Es wird die Jugend-DM in diesem Jahr geben. Was hingegen bis dahin niemand wusste: In welcher Form wird sie stattfinden? Mit wie vielen Athleten? Und mit welchen Disziplinen?

Liest man nun die Ausschreibungen, bekommt man auf diese und weitere Fragen mehr oder weniger hilfreiche Antworten. Denn obwohl die Ausschreibung 15 Seiten umfasst, bleiben einige Fragen doch noch unbeantwortet.

Nur Leistungen aus 2020 sollen anerkannt werden

Der erste Punkt, über den ich beim Lesen gestolpert bin, waren die Qualifikationsanforderungen. Hierbei heißt es, anders als bei den Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen, dass nur Leistungen aus dem Jahr 2020 zählen.

Das bedeutet, dass man weniger als acht Monate Zeit hat, die geforderte Leistung zu erbringen. Klingt erstmal relativ viel, berücksichtigt man jedoch, dass manche Athleten die Altersklasse und somit das Gewicht ihrer Wurfgeräte gewechselt haben, dass es in der Wintersaison kaum Wettkämpfe gibt und dass durch das Coronavirus viele Wettkämpfe abgesagt wurden, so sind acht Monate nicht gerade viel Zeit.

Maximale Teilnehmerzahlen begrenzen Teilnehmerfeld trotz Quali

Erfüllt man jedoch trotzdem die Qualifikationsanforderung, so kann man noch lange nicht mit einer Teilnahme planen, wie es sonst die Jahre der Fall war. Denn es müssen vorgeschriebene maximale Teilnehmerzahlen eingehalten werden. Dies bedeutet im Umkehrschluss wieder, dass einige Athleten, die bereits diese Qualifikationsleistung erbracht haben, wieder aussortiert werden können.

Doch woher weiß man nun, ob man mit seiner Leistung einer derjenigen ist, die melden dürfen oder ob man aussortiert wird? Eine Liste, die dafür erstellt werden soll, fehlt bis heute, die aktuelle Deutsche Bestenliste ist unvollständig und selbstständiges Zusammensuchen aller Leistungen ist schlicht unmöglich.

Einiges läuft in die falsche Richtung

Das ist nur einer von mehreren Punkten, welche meiner Meinung nach nur schwer vertretbar sind, wenn die Leichtathletik ein Sport für die breite Masse sein und bleiben will und sich nicht nur auf die Topleistungen einiger weniger Athleten konzentrieren will.

Vielleicht sind einige von mir hier kritisierten Punkte dennoch nachvollziehbar, doch dafür fehlt beim DLV leider die Transparenz. Wenn Athleten und Trainer bei der Jugend-DM einem Durchführungs- und Hygienekonzept zustimmen und dieses befolgen sollen, welches bisher nicht veröffentlicht ist, dann läuft doch einiges in die falsche Richtung.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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