Kritik an Größe der Teilnehmerfelder bei den Deutschen Meisterschaften

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 08.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann versteht nicht, warum die Teilnehmerfelder in den technischen Disziplinen kleiner sein sollen als in den Bahnwettbewerben.

Rik Amann versteht nicht, warum die Teilnehmerfelder in den technischen Disziplinen kleiner sein sollen als in den Bahnwettbewerben. © Weitzel

Die 120. Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen stehen in einigen Wochen bevor. Nun hat der DLV die Ausschreibungen für die Titelkämpfe in Braunschweig veröffentlicht. Ein erster Anhaltspunkt auch für die Jugendmeisterschaften, da dort die Ausschreibungen ähnlich aussehen werden. Jedoch stehen für die Jugendmeisterschaften weder Datum noch Austragungsort fest, sodass man da noch mit der ein oder andere Überraschung rechnen muss.

Jedoch möchte ich diese Woche ein paar Dinge über die Ausschreibung und Durchführung der Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen sagen, auch wenn ich dort nicht selber starten kann. In der am Sonntag veröffentlichten Ausschreibung gibt es einige Punkte, die ich persönlich nicht verstehen kann.

Mittel- und Langstrecken sind wieder im Programm

Nach Protesten vieler Athleten, Trainer und Funktionäre hat der DLV nun doch die Mittel- und Langstrecken mit in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Jedoch gibt es dabei laut DLV noch zwei denkbare Szenarien. Zum einen kann man darauf hoffen, dass bis zum Start der Meisterschaften die Corona-Regeln weiter gelockert werden und Wettkämpfe mit Körperkontakt wieder genehmigt werden. Bei dem anderen Szenario würde der DLV mithilfe von Corona-Tests die Genehmigung der Läufe ab 800 Meter durchsetzen wollen.

Jedoch muss man an dieser Stelle anmerken, dass der DLV zurzeit mit dem ersten Szenario plant. Doch wann möchte man mit der Organisation der Tests anfangen? Wer stellt eine Isolation der getesteten Athleten sicher? Und wer kann falsch negative Ergebnisse ausschließen? Wer trägt die Verantwortung, sollte es doch zu Ansteckungen mehrerer Athleten kommen?

Mindestvoraussetzungen sind unterschiedlich

Ein anderer Punkt sind die maximalen Teilnehmerzahlen sowie die Qualifikationsvoraussetzungen. Für die Mindestleistungen heißt es laut Ausschreibung, dass Ergebnisse der Freiluftsaison 2019 und 2020 berücksichtigt werden. Warum 2019? Weil es bestimmt Athleten gibt, die 2020 nicht richtig trainieren konnten. Warum 2020? Weil es in den technischen Disziplinen Athleten gibt, die im letzten Jahr mit anderen Gewichten geworfen haben und somit keine Leistungen aus dem Jahr 2019 vorweisen können.

Doch wer kann denn so garantieren, dass auch wirklich die besten Athleten meldeberechtigt sind? Hinzu kommen die Teilnehmerbeschränkungen aufgrund der maximalen Personenzahl bei Veranstaltungen. Hierbei finde ich es sehr verwunderlich, dass in den Laufdisziplinen 16 oder teilweise 20 Teilnehmer zugelassen werden, bei allen technischen Disziplinen jedoch nur 10.

Mit welcher Begründung? Nur weil größere Teilnehmerzahlen in den Laufwettbewerben besser umzusetzen sind? Es vermittelt ein wenig das Gefühl, dass der Fokus auf den Laufwettbewerben liegt. Mit dieser Ausschreibung hatte der DLV ein weiteres Mal kein glückliches Händchen. Denn mit Gleichberechtigung der Athleten und fairen Titelkämpfen hat das nichts mehr zu tun.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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