Rik Amann: „Ein schönes Erlebnis, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen“

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 27.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hammerwerfer Rik Amann ist endlich wieder da, wo er hingehört: im Wurfkäfig

Hammerwerfer Rik Amann ist endlich wieder da, wo er hingehört: im Wurfkäfig © Weitzel (A)

Die erste Woche mit einigermaßen normalen Trainingseinheiten haben wir nun schon hinter uns. Doch was hat sich alles geändert im Vergleich zu den letzten Einheiten vor dem Corona-Lockdown?

Mehr als ich persönlich gedacht hätte. Es ist zum einen die Art, wie eine Trainingseinheit abläuft, aber auch andere Sachen wie die Leistungsform, Trainingsschwerpunkte oder Zielsetzungen, die sich geändert haben. Zunächst muss man sagen, dass es schon ungewohnt ist, immer mit Abstand zu trainieren. Man kann seine Trainingspartner nicht einfach begrüßen oder mit ihnen laufen, wie es früher war.

Nein, es gilt das Gebot: Abstand halten, nicht nur beim Warmmachen, nicht nur zwischen den Würfen, sondern immer und überall. Klingt zunächst einfach, stellte sich jedoch schwerer raus als gedacht. Denn wer darf sein Trainingsgerät zuerst zurückholen, wenn zwei direkt nebeneinander liegen? Oder wie hält man den Abstand, wenn einer in den Wurfkäfig möchte und ein anderer raus? Alles Fragen, die man sich nie gestellt hat, die aber dann doch relativ schnell gelöst werden konnten.

Fahrradfahren verlernt man nicht, Hammerwerfen schon...

In der letzten Woche stand ich dann das erste Mal wieder auf dem Platz zum Werfen. Die Vorfreude war natürlich riesig und man wollte direkt wieder an die Leistungen anknüpfen, die man von sich gewohnt war. Wie sagt man so schön? Fahrradfahren verlernt man nicht! Nun ja Hammerwerfen schon – also zumindest in Teilen.

Natürlich vergisst man nicht alles, was man jemals gelernt hat, aber es sind die Feinheiten, die beim Hammerwerfen riesige Unterschiede ausmachen. Jedes noch so kleine Detail kann dazu führen, das der Hammer nicht bei 50 Metern landet, sondern nur bei 30 Metern. Doch diese Perfektion, die der Hammer von einem verlangt, ist das, was diese Disziplin für mich so besonders macht. Dennoch musste ich mich zunächst damit abfinden, dass man wohl die ein oder andere Woche noch brauchen wird, bis man wieder ein richtiges Gefühl für die Würfe entwickelt hat.

Dennoch ist es ein sehr schönes Erlebnis, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen und seine Trainingspartner endlich mal wieder zu sehen – wenn auch nur mit Abstand.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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