Westfalia Vinnum setzt mit Trainerverlängerung ein Zeichen

dzKommentar

Westfalia Vinnum hält am Trainer fest und verlängert trotz Abstiegskampf und unsicherer sportlichen Situation mit dem Trainer. Das ist bemerkenswert, findet unser Autor.

Vinnum

, 18.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Bilanz spricht eigentlich klar gegen Michael Nachtigall, Trainer von Westfalia Vinnum. In der Fußball-Kreisliga holte seine Mannschaft nur sieben Punkte. Es dauerte fast ein halbes Jahr, bis Vinnum unter ihrem Trainer den ersten Sieg einfuhr. Der Abstieg droht.

Unter diesen Umständen hätten viele andere Klubs ihren Trainer wohl längst vor die Tür gesetzt. Westfalia Vinnum macht das Gegenteil und beschließt, mit dem Coach sogar eine über das Saisonende hinausgehende Zusammenarbeit. Mehr Rückendeckung geht eigentlich kaum.

Zumal Nachtigall selbst auch einen Anteil an der sportlichen Misere trägt. Natürlich sind in erster Linie auch Spieler in der Pflicht. Nachtigall selbst kann die Tore nicht schießen wie in alten Zeiten. Er muss sich auf seine Leute auf dem Platz verlassen.

Aber mindestens unglücklich waren viele Transfers, die Nachtigall eingestielt oder mitgetragen hat. Er war in die Kaderplanung und den Umbruch zentral eingebunden und schlug sogar viele Spieler vor, etwa auch die aus der Datteln-Connection, die letztlich aber nicht zu Vinnum passten.

Doch selbst der wechselwillige Andreas Stolzenberg lobte Nachtigall in höchsten Tönen. Trainingsarbeit und Spielidee, so hört man aus Vinnum, seien gut. Alles verkehrt hat Nachtigall also nicht gemacht. Und deshalb hat der Verein ihm auch das Vertrauen ausgesprochen.

Umgekehrt zeigt Nachtigall auch, dass er nicht einfach von Bord geht, wenn es mal schwierig wird, dass er kämpfen will und dass er die Saison wieder geradebiegen will. Das spricht für ihn.

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