„Überrascht und pikiert“: Michael Nachtigall zum Aus bei Westfalia Vinnum

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Freitag gab Westfalia Vinnum die Trennung von Michael Nachtigall bekannt. Im Gespräch mit uns sagte der Ex-Trainer, was er darüber denkt. Der Grund für das Aus war nicht nur die sportliche Situation.

Vinnum

, 30.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Nachtigall ist nicht mehr Trainer des Fußball-Kreisligisten Westfalia Vinnum. Das wurde am Freitag bekannt. Doch die Entscheidung ist die Folge einer mehrmonatigen Entwicklung.

„Das war ein langer Prozess. Sowas entscheide ich nicht aus dem Bauch heraus. Vor zwei Monaten haben Giuliano (Anm. d. Red.: Buccini, Nachtigalls Co-Trainer), Patrick (Anm. d. Red.: Roser, Torwart der ersten Mannschaft und Sportlicher Leiter) und ich uns bei einer lockeren Runde zusammengesetzt“, sagte Nachtigall. Das Thema sei die Kaderplanung für die kommende Saison gewesen.

„Wir haben geguckt, wer bleiben würde und wer nicht. 14, 15 Spieler verlassen die Mannschaft aus unterschiedlichen Gründen. Wir bräuchten mindestens 14 neue Spieler. Ein Grundstock der Mannschaft fällt weg. Das ist schon eine Hausnummer. Nächstes Jahr wird es eher schwieriger.“

Damals habe man sich darauf geeinigt, dass sie sich Ende des Jahres nochmal zusammensetzen. Dieser Zeitpunkt war am Mittwochabend gekommen. Neben der personellen Situation habe aber auch die sportliche Entwicklung eine Rolle für die Trennung gespielt.

Der richtige Zeitpunkt für die Trennung

„Kurz gesagt, die sportlichen Interessen gingen auseinander. Wir wollten in ruhige Fahrwasser, oben mitspielen. Die Ergebnisse kamen aber nicht.“ Der Zeitpunkt vor Beginn der einmonatigen Saisonpause sei für Nachtigall der richtige gewesen „A, die Mannschaft kriegt einen neuen Impuls, eine neue Chance. B, der Verein kann planen, wie es weitergeht“, zählte Nachtigall auf.

Im Team, das für den Ex-Trainer immer im Vordergrund gestanden habe, habe die Entscheidung für erstaunte Gesichter gesorgt. „Ich hatte das Gefühl, der ein oder andere war überrascht und pikiert.“ Am Donnerstag verabschiedeten er und sein Co-Trainer sich vom Team. „Giuliano und ich haben uns bei Mannschaft bedankt. Das haben wir auch bei der Zweiten, die uns besonders in der letzten Zeit personell unterstützt hat.“

Auch den Verantwortlichen dankt er für die Zusammenarbeit. „Wir haben immer ehrlich und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Wir trennen uns nicht im Bösen oder Groll. Es tut weh. Ich habe gerne hier gearbeitet.“

Nachtigall wird der Westfalia auch zukünftig verbunden bleiben. „Ich werde öfter nochmal hier sein und Spiele schauen. Ich bin überzeugt, dass sie unten rauskommen.“

Michael Nachtigall sieht seine Zukunft als Trainer

Seine Zukunft sieht er weiterhin an der Seitenlinie. „Ich möchte weiter als Trainer arbeiten und bin offen für Neues, aber es muss passen.“ Erstmal wolle er aber durchschnaufen und den nächsten Monat, gezwungenermaßen, fußballlos zu Ende bringen.

„Wenn ab Dezember aber wieder gespielt werden sollte, werde ich wieder auf dem Platz zu finden sein. Wenn auch zunächst nur als Zuschauer.“

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