SuS Olfen steht vor einem gewaltigen Umbruch - und hält die Augen nach Neuzugängen offen

dzFußball

Vier Abgänge aus dem Olfener Kader sind mittlerweile bekannt. Mit eigenen Jugendlichen kann der SuS Olfen das gemäß seiner Vorstellung in diesem Jahr wohl nicht auffangen. Neuzugänge müssen her.

Olfen

, 18.02.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Torwart André Milewzyk (30), Innenverteidiger Michael Karwot (29), Rechtsverteidiger Daniel Czempik (23) und nun auch Marvin Böttcher (29) - die Liste der Abgänge im Sommer ist beim SuS Olfen schon vier Namen lang. Der Umbruch im Sommer wird gewaltig. Mit eigenen Jugendlichen kann der SuS Olfen die Abgänge wohl nicht auffangen. Was tun?

Die Philosophie beim SuS Olfen ist bekanntlich, auf die Jugend zu bauen. Der Sportliche Leiter Norbert Sander spricht gerne vom „Tafelsilber“, das schon jetzt Begehrlichkeiten bei anderen Klub weckt und das in den nächsten Jahren die Seniorenmannschaften des SuS Olfen verstärken soll. Die starken Jahrgänge stoßen in den nächsten Jahren nach und nach in den Seniorenbereich.

Die starken Jahrgänge kommen erst 2021 aus der Jugend

Aber leider - aus Olfener Sicht - noch nicht im Sommer. Derzeit bilden die Jahrgänge 2001 (Altjahrgang) und 2002 (Jungjahrgang) die A-Jugend. Die Spieler des Jahrgangs 2001 stehen als nächstes vor dem Übergang zu den Erwachsenen. Doch die leistungsmäßig wirklich starken Jahrgänge, die auch einer Bezirksliga-Mannschaft qualitativ weiterhelfen können, sind vor allem die Jahrgänge 2002 bis 2004. Es klafft eine Lücke in der Planung.

Der Sportliche Leiter Norbert Sander (l.) traut Lars Meier (r.) viel mehr zu - Meier ist aber verletzungsanfällig und im Studium eingebunden.

Der Sportliche Leiter Norbert Sander (l.) traut Lars Meier (r.) viel mehr zu - Meier ist aber verletzungsanfällig und im Studium eingebunden. © Sebastian Reith

Das hat auch Norbert Sander erkannt. Er gibt zu: „Es wird ein Übergangsjahr.“ Auf dem Transfermarkt besteht also Handlungsbedarf. Am besten ausgestattet aus Olfener Sicht ist noch die Torwart-Position. Der bisheriger Ersatzkeeper Jan Stember könnte neue Nummer eins werden.

Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten des SuS Olfen

Ob er oder Louis Reitemeier, den der SuS aus Waltrops Landesliga-U19 zurückholt, der Herausforderer ist, wird sich noch zeigen. In Niklas Owsianny aus der Reserve hätte der SuS Olfen einen weiteren Schlussmann in der Hinterhand. Planungen: abgeschlossen.

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Anders sieht das bei den Feldspielern aus. Schon jetzt ist der Kader dünn. 15 Feldspielern aus dem aktuellen Kader spielen nach Vereinsangaben auch nächste Saison weiter für den SuS. Heißt: Von einer Doppelbesetzung für jede Position sind die Olfener weit entfernt.

Norbert Sander hat Okan Akti auf dem Zettel

Am ehesten traut Norbert Sander Okan Akti aus der U19 den Sprung zu, hat aber noch zwei bis drei weitere Kandidaten aus der derzeit von Wolfgang Rödiger betreuten A-Jugend im Visier, „die es schaffen könnten.“ Auf einem ganz anderen Blatt steht dann noch, dass U19-Spieler gestandene Bezirksliga-Stammspieler wohl kaum erstens sofort und zweitens dann auch adäquat ersetzen können.

Die zweite Mannschaft will Sander so wenig anzapfen wie nur möglich, weil sie lange genug ein Olfener Sorgenkind war, mittlerweile intakt ist und Sander die Stabilität des Gefüges nicht ins Wanken bringen will.

SuS Olfen sucht zwei bis drei Neuzugänge

Deshalb hat der SuS Olfen die Fühler längst nach Verstärkung ausgestreckt. „Ich glaube, Zwei plus Zwei könnten reichen“, rechnet Sander vor: Zwei Eigengewächse und zwei externe Verstärkungen. Sander: „An unseren Grundsätzen hat sich nichts geändert. Wir weichen von unseren Prinzipien nicht ab.“ Geld und Prämien für einzelne Spieler werde es weiterhin nicht geben.

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Vor allem auf der linken Außenbahn drückt der Schuh. Der SuS hat mittlerweile fünf verschiedene Spieler als Linksverteidiger getestet. Ein gelernter Linksverteidiger war nicht dabei. Auch im zentralen Mittelfeld und eventuell im Sturm sieht Sander weitere Problemzonen.

Wilhelm-Freigabe war kein Fehler

Julian Wilhelm, der die Sechs bis Zehn auskleiden könnte, in Richtung SG Selm ziehen gelassen zu haben sei trotzdem kein Fehler gewesen. „Er war latent unzufrieden mit seiner Situation und strahlte das auch aus. Deswegen war es kein Fehler. Unzufriedenheit kannst du im Abstiegskampf nicht gebrauchen. Das ist aber keine Kritik an Julian“, erklärt Sander.

Er hofft, dass in der kommenden Saison Lars Meiers Studium wieder mehr Zeit für Fußball zulässt. Der talentierte Offensivmann hat bisher wie auch der lange verletzte Sebastian Rast sein Potenzial in dieser Saison noch längst nicht ausgeschöpft. Aber Sander weiß, dass der Umbruch, dann mit einem neuen Trainer, schwer wird: „Wir haben alle Hände voll zu tun. Das wird eine Mammutaufgabe. Aber ich weiß, dass wir es schaffen können. Das Gerippe bleibt.“ Jetzt muss nur noch etwas Fleisch an die Rippen.

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