Louis Reitemeier vom SuS Olfen: „Als Torwart muss man auch einen am Nagel haben“

dzFußball-Bezirksliga

Louis Reitemeier ist die Nummer eins im Tor bei Fußball-Bezirksligist SuS Olfen. Er bezeichnet sich als ein wenig verrückt. Das hat auch mit seinen Vorbildern Oliver Kahn und Manuel Neuer zu tun.

Olfen

, 14.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schuldlos war Louis Reitermeier an der 0:1 (0:0)-Niederlage seines SuS Olfen in der Fußball-Bezirksliga bei Teutonia Waltrop sicher nicht. Beim Gegentreffer stand der Torwart ein Stück zu weit vor dem Kasten. Die alleinige Verantwortung für den Einschlag trug Reitemeier aber auch nicht.

Das bestätigt auch sein Trainer: „Er sieht da natürlich nicht glücklich aus“, meint Jupp Ovelhey, „aber wir verteidigen das als Mannschaft nicht gut. Wir waren beim Gegentor zu unsortiert. Meinem Torwart mache ich keinen Vorwurf.“

Der Ball senkt sich hinter Reitemeier ins Tor

Auch Reitemeier gibt zu, etwas unglücklich beim Treffer gewirkt zu haben. „Ich musste da ein wenig spekulieren. Es hätte sein können, dass der Angreifer einen Pass in die Tiefe spielt, wie er das schon zuvor getan hat. Da wäre der Stürmer dann alleine vor mir aufgetaucht. Und dann hält er einfach aus 20, 25 Metern drauf.“

Jetzt lesen

Der Ball flog über Reitemeier hinweg und senkte sich kurz unter der Latte ins Tor - der 1:0-Siegtreffer für Waltrop. „Das war ein absoluter Sonntagsschuss. Den trifft er nicht nochmal so genau“, ärgert sich Reitemeier. Immerhin war der Schlussmann zur Stelle und einer der Gründe, warum der SuS lange im Spiel blieb.

Jan Stember kann derzeit verletzungsbedingt nicht mitwirken.

Jan Stember kann derzeit verletzungsbedingt nicht mitwirken. © Jura Weitzel

Dass die Waltroper Reitemeier im Tor überrumpelten, könnte auch mit dessen geringer Erfahrung zu tun haben. Schließlich spielt Reitemeier gerade mal sein erstes Seniorenjahr. „Die Umstände“, sagt der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Reitemeier, „sind aber nicht die schönsten“. Denn der Torwart, der aus der Jugend des VfB Waltrop nach Olfen wechselte, profitiert derzeit von der Verletzung von Jan Stember. „Trotzdem ist es eine Ehre, im Tor zu stehen“, sagt Reitemeier, der am Ende dieses Schuljahres sein Abitur ablegen will.

Reitemeier erhält viel Spielpraxis beim SuS Olfen

Dadurch erhält Reitemeier einerseits viel Spielpraxis, gleichzeitig lastet aber auch Druck auf den Schultern des jungen Torwarts. „Durch die Verletzung von Jan ist er in einer starken Verantwortung“, sagt Ovelhey. „In einigen Spielen muss er mehr leisten, als er eigentlich kann. Er wird da ins kalte Wasser geworfen.“

Trotzdem vertraut Ovelhey Reitemeier und lobt seine Stärken: „Er ist gut auf der Linie, er ist einer, der mitspielt, der eine gute Technik hat und den man auch anspielen kann.“

Allerdings sei er in einigen Situationen noch zu verspielt, manchmal zudem noch zu hektisch. „Das ist eine Sache der Routine“, sagt Ovelhey, „die kann er noch nicht haben. Aber er ist ein sehr lernwilliger Torwart, der weiterkommen will.“

Louis Reitemeier versucht am Spiel teilzunehmen und ist deswegen auch außerhalb des Strafraums zu finden.

Louis Reitemeier versucht am Spiel teilzunehmen und ist deswegen auch außerhalb des Strafraums zu finden. © Matthias Henkel

Reitemeier selbst ist zunächst zurückhaltend, wenn er auf seine Stärken angesprochen wird. Ohne gespielte Bescheidenheit sagt er dann aber noch: „Ich bin am Ball sicher nicht der Schlechteste.“ Außerdem sieht er die Kommunikation auf dem Platz als ein Plus. In Sachen Zweikampfhärte in der Luft müsse er sich noch verbessern, so Reitemeier.

Reitemeier eifert Oliver Kahn und Manuel Neuer nach

In diesem Aspekt eifert er seinen beiden Vorbildern im Tor nach: Oliver Kahn und Manuel Neuer. „Die haben das Torwart-Spiel auf eine ganz andere Ebene gebracht“, sagt Reitemeier. „Und die sind ein bisschen verrückt - wie ich“, meint Reitemeier mit einem Lachen, aber: „Als Torwart muss man auch einen am Nagel haben.“

Jetzt lesen

Reitemeier ist in jedenfalls froh, seine Verrücktheit auf dem Feld ausleben zu können. „Ich freue mich, dass ich starten darf und dass ich mich beweisen kann“, sagt der 19-Jährige. „Es macht einfach mega Spaß, mit den ‚Großen‘ zu spielen.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt