Fußballer Dominik Klann aus Olfen begreift die Regionalliga mit Preußen Münster als große Chance

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Dominik Klann (21) bekommt in der Vorbereitung bei Preußen Münster viel Spielzeit. Der Abstieg aus der Dritten Liga könnte für Klann bedeuten, dass er in der ersten Mannschaft endlich auch Ligaeinsätze erhält.

Olfen

, 27.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach dem Testspiel Mitte August unterhielt sich Dominik Klann noch lange mit Robin Schwick. Man kennt sich: Der Profi von Preußen Münster und der Herberner Youngster, der erst im Sommer den Schritt vom FC Nordkirchen zum Landesligisten gewagt hat, sind nicht weit weg voneinander aufgewachsen, sind ein Jahrgang und spielten bei Union Lüdinghausen einst in einer Mannschaft.

Und sie haben noch etwas gemeinsam: Beide versuchen es in dieser Saison eine Liga höher. Schwick will den Sprung in die Landesliga schaffen. Klann, der Top-Kraft in Preußens Oberliga-Reserve, soll jetzt der Durchbruch in der Regionalliga gelingen. Den Abstieg aus der Dritten Liga begreift der gebürtige Olfener Dominik Klann vor allem: als Chance.

Dominik Klann (l., SC Preußen Münster) und Robin Schwick unterhalten sich.

Dominik Klann (l., SC Preußen Münster) und Robin Schwick unterhalten sich. © Jura Weitzel

Im Interview spricht Klann dann ruhig und klar. Der 21-Jährige, der 2009 den SuS Olfen in Richtung Lüdinghausen verließ und dann die Schalker Knappenschmiede durchlief, bis er in Münsters Bundesliga-U19-Mannschaft landete und auch in die Senioren übernommen wurde, wirkt im Gespräch zurückhaltend. Fast etwas schüchtern.

Sechs Spieler hatten nach dem Abstieg Vertrag - Klann war einer von ihnen

„Danke für den Glückwunsch“, erwidert Klann nach dem 6:2-Sieg des SC Preußen Münster gegen die Herberner, „ich glaube, die Gegentore waren etwas unnötig und die Torchancen hätten wir auch besser nutzen können. Aber alles in allem waren gute Ansätze dabei, die wir weiter nutzen können.“

Der Abstieg aus Liga drei ist erst wenige Wochen her. Bei dem Aushängeschild des Fußballkreises Münster und Gründungsmitglied der Bundesliga stand nach dem Absturz in die Viertklassigkeit erstmal wieder alles auf Anfang. Nur sechs Spieler besaßen einen Vertrag für die Regionalliga West.

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Dazu gehörte auch Dominik Klann, für den Ex-Sportchef Malte Metzelder den Titel „Brückenspieler“ erfand. Perspektivisch Qualität für die erste Mannschaft, aber vergangene Saison einfach noch nicht soweit. Klann war nach der Jugend mit der Westfalenliga-Truppe in die Oberliga aufgestiegen, gehörte hier zu den Stützen. Er sollte an die Dritte Liga herangeführt werden, so der Plan.

Dominik Klann (M.) saß gegen Herbern auf der Bank.

Dominik Klann (M.) saß gegen Herbern auf der Bank. © Jura Weitzel

„Ich glaube, dass wir beide sehr vom regelmäßigen Trainingsbetrieb profitieren. Da steckt schon ein anderes Tempo, eine andere Körperlichkeit drin. Das lässt sich gut in die Oberliga transportieren“, sagte er in einem Interview mit den „Westfälischen Nachrichten“ vor gut einem Jahr.

Ein Drittligaspiel bestritt Dominik Klann bisher nicht

Auf sein Drittligadebüt wartete der 1,78 Meter große Abwehrspieler die ganze Saison, nachdem er die Vorbereitung mit absolviert hatte. Zum Zuge kam er nicht. Neun Mal stand er im Kader. Im Abstiegskampf konnte er nicht eingreifen.

Klann begreift die Situation jetzt auch als Chance für sich selbst. Als die Preußen gegen den SV Herbern am Mittwoch vor einer Woche gewannen, kursierte die Zahl von 14 Spielern am Berg Fidel, die unter Vertrag sind. In den Folgetagen kamen weitere hinzu.

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„Natürlich wird sich noch einiges verändern, weil wir einfach noch nicht so viele Leute beisammen haben. Wir werden uns da sicherlich noch verstärken, haben aber auch eine junge Mannschaft. Aber viel Qualität ist da und Potenzial sowieso.“ Trotzdem wird es auch aufgrund der finanziell begrenzten Möglichkeiten der Münsteraner in der Regionalliga mehr auf Klann ankommen als noch in der Dritten Liga.

Dominik Klann ist dankbar für die Möglichkeit, in Münster Fußball zu spielen

„Erstmal bin ich natürlich froh, dass ich diese Plattform bekomme, weil es eine Liga höher ist als das, was ich bisher erreicht habe. Aber ich bin natürlich durchaus gewillt, noch Höheres zu erreichen. Aber erstmal will ich hier Fuß fassen und auf Spielzeit kommen“, erzählt Klann.

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Gespielt hat er in den bisherigen Vorbereitungsspielen viel, teilweise natürlich auch mangels dicker Spielerdecke. Gegen den MSV Duisburg, den 1. FC Gievenbeck, Holzwickede und Jeddeloh begann Klann. Gegen Hamm und Herbern kam er von der Bank - immer spielte er. Verloren hat Münster nur gegen Duisburg (0:1).

Dominik Klann spielte gegen Herbern eine Halbzeit lang in der Kette der Münsteraner.

Dominik Klann spielte gegen Herbern eine Halbzeit lang in der Kette der Münsteraner. © Jura Weitzel

Klann jedoch bietet sich an und präsentiert sich in guter Verfassung. Er ist gut über den Sommer und durch die Corona-Pause gekommen. „In der Zeit, in der wir nicht trainieren durften, hatten wir einen umfangreichen Trainingsplan, den wir zu Hause abarbeiten konnten. Im Mai durften wir zum Glück wieder starten, sodass von der Fitness her alles so ist, wie es sein sollte. Ich fühle mich gut“, sagte der Verteidiger.

Zweimal pro Tag trainiert Klann - die Bedingungen in Münster sind professionell. Trotzdem hat er sich für ein Studium entschieden. Klann studiert Deutsch und Sport in Münster auf Lehramt. „Das bietet sich an. Ich versuche, möglichst viel zu schaffen“, sagte der 21-Jährige, der auch in Münster wohnt, aber so häufig wie möglich auch nach Olfen kommt.

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