„Eine gewisse Lethargie“: Patrick Roser von Westfalia Vinnum mahnt vor Abstiegsstrudel

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Im Kellerkracher zeigte sich der A-Ligist über weite Strecken zu ideenlos. Deshalb war die Niederlage gegen Disteln auch nicht unverdient. Besonders in der Abwehr läuft es bei Vinnum aktuell nicht.

Vinnum

, 27.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier, sechs, sieben, eins. Diese vier Zahlen sind nicht etwa die aktuellen Lottozahlen, sondern die Anzahl der Gegentore in den letzten vier Spielen vom Fußball-A-Ligisten Westfalia Vinnum. Insgesamt kassierten die Gelb-Schwarzen 29 Gegentore (inklusive eines Elfmeterschießens) in den vergangenen sieben Spiele.

Immer wieder musste Westfalia-Tortwart Patrick Roser also zuletzt hinter sich greifen - eine Entwicklung die Sorgen bereitet. „Es sind ganz sicher mehr Gegentore, als in den vergangenen Jahren. Das hat aber viele Gründe. Verletzungen, schlechte Form der Spieler, ein guter Gegner oder eben auch manchmal Pech“, so Roser.

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Großes Pech gab es zum Beispiel am vergangenen Wochenende. Etwas mehr als 40 Minuten waren am Wochenende im Kellerduell gegen die Zweitvertretung von Vestia Disteln gespielt, da führten die Hertener eine kurze Ecke aus. Der Ball wurde in den Rückraum gepasst, wo Marko Bosnjak eigentlich völlig ungefährlich abzog. Timo Tetzlacht allerdings wollte die Kugel schnell klären und schoss dabei an den eigenen Pfosten. Von dort aus sprang der Ball an den Rücken von Patrick Roser und dann ins Vinnummer Tor.

„Das nervt mich so sehr“, erinnert sich der Westfalia-Schlussmann zurück. „Ich habe mir das ein paar Mal nach dem Spiel angeschaut und rege mich jedes Mal darüber auf.“ Vinnum kam nach dem Gegentor auch nicht wieder zurück und verlor das Spiel mit 0:1. Dennoch weiß Patrick Roser: „Wir müssen trotzdem weitermachen. Mund abwischen und wieder gewinnen.“

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Es scheint aktuell eine Saison zu sein, die die Vinnummer unbedingt vermeiden wollten. Im vergangenen Jahr wurde die Westfalia, auf einem Abstiegsplatz liegend, durch den Abbruch vom Gang in die B-Liga gerettet. In diesem Jahr sprachen einige Spieler dann sogar von hohen Sphären. Eine Platzierung unter den besten Fünf in der Recklinghauser A-Liga nannten viele als Wunsch.

Patrick Roser: „Wir gehören ins Mittelfeld“

„Das haben wir so nie wirklich öffentlich gesagt. Als Verein war uns klar, dass wir eher ins Mittelfeld gehören. Gerade nach dem vergangenen Jahr, wo so viel passiert ist. Dennoch ist es natürlich extrem schlecht, dass es aktuell so läuft“, ordnet Roser ein.

Denn nach einem starken Vier-Punkte-Start aus zwei Spielen, holte Vinnum seitdem kein einziges Pünktchen. „Wir sind super gestartet, aber dann kam so eine gewisse Lethargie auf. Die müssen wir jetzt unbedingt ablegen“, mahnt der Keeper.

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Gegen Disteln hatte zumindest ein Vorhaben schon geklappt - die Westfalia kassierte nur ein einziges Gegentor. „Wir wollten etwas tiefer stehen und die Gegner mehr kommen lassen. Das hat auch sehr gut funktioniert, nur leider haben wir dann nicht wirklich einen Ball nach vorne bekommen“, so Roser, der abgesehen vom Tor auf beiden Seiten keine wirklichen Chancen sah.

Wenn es dann aber doch zu Stellungsfehlern oder gar Gegentoren kommt, wird Patrick Roser auch gerne mal zum Heißsporn. „Da bleibt mir doch gar keine andere Möglichkeit“, sagt er und lacht. „Dafür bin ich als Torwart doch letztendlich auch da. Ich sehe das ganze Spiel vor mir und möchte die Mannschaft führen. Dann muss man eben auch mal laut werden.“

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