Andreas Stolzenberg widerspricht Westfalia Vinnum: „Viel versprochen, wenig gehalten“

dzFußball

Westfalia Vinnum steht unter Druck: Will der Verein Neuzugang Florian Yavuz für den Ligaspielbetrieb haben, muss er wohl im Gegenzug Andreas Stolzenberg auch freigeben.

Vinnum

, 07.01.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 3 min

Abmachungen, die jetzt nicht eingehalten werden, und Zusagen, die nie erfüllt wurden - Andreas Stolzenberg (32), Ex-Stürmer von Westfalia Vinnum, hat eine eigene Version zur Trennung seines bisherigen Vereins. Demnach sei es nicht Vinnum gewesen, sondern der Spieler, der dem Verein mitgeteilt habe, dass er gehen möchte.

„Das, was da erzählt wurde, stimmt so nicht“, sagt Stolzenberg am Dienstag, einen Tag nachdem Westfalia Vinnum die Trennung vom Torjäger bekanntgegeben hatte. Nicht Westfalia Vinnum habe dem Spieler mitgeteilt, dass man sich trennen werde - es sei genau umgekehrt gewesen. „Ich habe dem Verein bereits Anfang Dezember mitgeteilt, dass ich wechseln werde. Das finde ich jetzt nicht gut“, so Stolzenberg. Das habe er Trainer Michael Nachtigall mehrfach mitgeteilt - und Stolzenberg konnte das auch mit Whatsapp-Nachrichten belegen.

Andreas Stolzenberg prangert nicht gehaltene Versprechen an

Der Grund: Andreas Stolzenberg sei unter der Voraussetzung nach Vinnum gewechselt, mit Freunden zusammen spielen zu können. Dazu hätten Henrik Sengpiel gehört, aber auch Onur Öztürk, Tejan Sillah und David Olschewski - allesamt gebürtige Dattelner, die gemeinsam in Vinnum ihr Glück versuchen wollten. „Ich habe diese Spieler geholt“, sagt Stolzenberg.

Und dafür hätten die Neuzugänge auch Anreize bekommen. So standen etwa ein Fahrdienst und Zuschuss für Anfahrten im Raum - doch bei den meisten seiner Freunde seien diese Versprechen nicht erfüllt worden. „Es wurde viel versprochen, aber nicht viel gehalten“, sagt der 32-Jährige.

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Das habe Stolzenberg geärgert. Und seine Freunde hätten sich reihenweise abgemeldet, was ihm dann auch den Spaß genommen habe. Zudem sei die Integration nicht gut gewesen. „Es gab das eingeschworene Team in Vinnum und die Neuen waren die Neuen“, sagt Stolzenberg. Den Schritt, nach Vinnum gewechselt zu sein, bereue er deshalb etwas.

Zu viele Torchancen liegen gelassen

Selbstkritik ist beim scheidenden Stürmer vorhanden. „Der Erfolg blieb aus. Die Mannschaft musste sich am Anfang erst finden. Für mich als Stürmer war es auch schwierig, aber es gab auch viele Chancen, die ich machen muss“, sagt Stolzenberg, der auf nur vier Saisontore kam. Viel mehr hatten sich die Vinnumer versprochen.

Andreas Stolzenberg widerspricht Westfalia Vinnum: „Viel versprochen, wenig gehalten“

Andreas Stolzenberg verlässt Westfalia Vinnum. © Sebastian Reith

Lobende Worte hat er für seinen Trainer Michael Nachtigall übrig. „Ein super Typ, Top-Trainer, menschlich geradeaus. Ihm kann ich nichts nachsagen. Wenn du scheiße gespielt hast, hat er dir auch gesagt, dass du scheiße gespielt hast. Aber so ein Training wie bei ihm habe ich nicht mal in der Landesliga gehabt. Er nimmt sich ein Buch und schreibt Übungen auf, die uns fußballerisch weiterbringen“, sagt Stolzenberg.

Gibt es eine Ausstiegsklausel für Andreas Stolzenberg?

Stolzenberg habe sich in seinen Vertrag mit den Vinnumern eine Ausstiegsklausel einbauen lassen und auch einen Ablösefreischein unterschreiben lassen. Der regelt, dass für einen Spieler keine Ablöse fällig wird, wenn er sich für einen Vereinswechsel entscheidet. Er könne deshalb nicht verstehen, warum man ihm jetzt die Freigabe verweigert.

Der Hintergrund ist, dass Stolzenbergs Ex-Klub Schwarz-Weiß Meckinghoven (13.) Interesse an einer Rückkehr bekundet hat. Andreas Tewes, Sportlicher Leiter bei den Meckinghovenern, dementiert das Interesse gar nicht erst: „Für gute Spieler sind wir immer offen.“ Vinnum (14.) würde aber den Abgang zu einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf gerne verhindern. „Man hat mir gesagt, dass der Wechsel dahin unrealistisch ist und ich mir einen anderen Verein aussuchen soll“, so Stolzenberg.

Will Vinnum Florian Yavuz, muss der Verein Stolzenberg freigeben

Meckinghovens Trumpf ist, dass umgekehrt Florian Yavuz und Dennis Apitzsch zu den Vinnumern wechseln wollen. Tewes erklärte, dass sein Verein für beide Spieler noch keine Freigabe erteilt habe. Während Apitzsch nur eine kurze Sperre absitzen müsste, würde es vor allem Yavuz treffen, wenn sich die Vereine nicht einigen sollten. Vinnum ist spätestens seit dem Fall Sven Görlich bekannt dafür, im Winter keine Freigaben zu erteilen.

„Es ist Kreisliga-Fußball. Wir spielen hier nicht um unser Leben. Mir wäre es am liebsten, wenn alle drei frei wären. Es gibt Abmachungen, aber ich glaube nur, was ich schwarz auf weiß sehe - und so viel habe ich noch nicht gesehen. Am Ende muss man schauen, wer sein Wort hält“, sagt Tewes.

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