Warum Moderator Jochen Heringhaus alle Läufer mit Namen begrüßen möchte

dzSchloss- und Dorflauf

Es ist der letzte Einsatz von Jochen Heringhaus beim Schloss- und Dorflauf in Nordkirchen. Der Moderator hört nach über 30 Jahren auf.

Nordkirchen

, 29.04.2019, 22:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er legt im Jahr tausende Kilometer zurück und moderiert fast jedes Wochenende an einem anderen Ort. Moderator Jochen Heringhaus wird an diesem Dienstag den Schloss- und Dorflauf zum letzten Mal moderieren. Der Streckensprecher, der in diesem Jahr 63 Jahre alt geworden ist, geht Ende des Jahres in den Ruhestand. „Es ist aber nicht das letzte Mal, dass ich in Nordkirchen bin. Ich bin ja noch beim Halbmarathon dabei“, sagte Heringhaus am Montag am Telefon. Da befand sich der Vielfahrer gerade von seiner Heimat Worms auf der A61 auf dem Weg nach Leverkusen, von wo er weiter nach Nordkirchen fährt, um den Schloss- und Dorflauf zu moderieren.

Erstmals in Nordkirchen stand er mit Mikrofon Mitte der 90er-Jahre an der Strecke. Das genaue Jahr weiß er nicht mehr. „Ich gehe davon aus, dass es nach 1994 war, ich war auf jeden Fall 25 Mal oder öfter da“, sagte Heringhaus.

Jochen Heringhaus kommt mit komplettem Equipment

3041 - Jochen Heringhaus weiß aber genau, die wievielte Veranstaltung er da am Dienstag in Nordkirchen kommentiert. Seit 1988 moderiert er Laufveranstaltungen für den Sporthändler Runners Point. Veranstalter können Heringhaus über Runners Point anfragen - für seinen Arbeitgeber gutes Marketing, für die Vereine ist der Service kostenfrei. „Wenn man bedenkt, dass manche Moderatoren vierstellige Beträge bekommen“, sagt Heringhaus, der sein Equipment in einem Ford Transit mitbringt. 1,7 Millionen Kilometer (oder 42 Mal um die Erde) hat er seit seinem Moderatorendebüt im Auto zurückgelegt. Der Terminkalender des Moderators ist randvoll.

„Nordkirchen ist eine Veranstaltung, die direkt im Ortskern stattfindet und für jede Alters- und Leistungsklasse etwas bietet“, sagte Heringhaus. Im Ziel wartet Heringhaus und kommentiert den Zieleinlauf. „Ich begrüße auch die im Ziel, die hinten laufen, um sie zu motivieren. Bei einer Veranstaltung von 5000 Läufern versuche ich, mindestens 3000 mit Namen zu begrüßen“, erklärte Heringhaus.

Es geht alles über Startlisten und Papier

Sein Namensgedächtnis werde überschätzt. „Wenn Sie von 68.000 Leuten relativ viele im Ziel begrüßen... Es geht alles über Startnummern und Listen“, sagte Heringhaus. Einige Namen hat er aber doch drauf: wie den des Nordkircheners Josef Hagemann. „Da fällt einem der Name nach einigen Minuten wieder ein“, sagte er. Ansonsten muss er sich auf Papier und Elektronik verlassen.

Einen Lieblingslauf nennt Heringhaus nicht. „Wenn ich einen hervorheben würde, würde ich anderen Unrecht tun. Jeder Lauf hat seinen eigenen Charakter. Aber sicherlich sind die großen Stadtläufe durch die vielen Aktionen mittlerweile zu Kirmesmarathons mutiert“, sagte er nicht ohne Kritik.

Heringhaus selbst hat sein eigenes Laufpensum mittlerweile auf „magere 2500 Kilometer pro Jahr“ runtergeschraubt. Einen Marathon traut er sich aber immer noch zwischen 3:30 und 4 Stunden zu. Nur an seine Bestzeit von 1986, die bei knapp 2:45 Stunden liegt, wird er nicht mehr rankommen. Ende Oktober in Frankfurt könnte dann sein letzter Einsatz an der Strecke anstehen - und der FC Nordkirchen braucht im Jahr 2020 dann einen neuen Streckensprecher.

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