SG Selm/Südkirchen steht vor einem sehr ungewöhnlichen Aufstieg

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Bei einem Saisonabbruch würde die SG in die Kreisliga A aufsteigen. Nach einer überragenden Hinrunde wäre es der verdiente Lohn. Trainer Marc Wenge spricht trotzdem von einem „komischen Gefühl“.

von Carl Brose

Südkirchen, Selm

, 15.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach einer fabelhaften Saison scheint das Frauen-Team der SG Selm/Südkirchen mit dem Aufstieg belohnt zu werden. Als Tabellenerster der Hinrunde und Zweitplatzierter in der aktuellen Tabelle, bei einem Spiel weniger, dürfte die Mannschaft im Falle eines Saisonabbruchs in die Kreisliga A aufsteigen.

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Bei Trainer Marc Wenge hinterlässt diese Aussicht noch gemischte Gefühle: „Es fühlt sich komisch an. Man würde es natürlich lieber sportlich schaffen, denn dieser Moment des Abpfiffs, bei dem man Gewissheit hat, wird ein so ein bisschen genommen. Auch das gemeinsame Freuen und Feiern wird etwas nach hinten verschoben.“

Ähnlich sehe es bei seinen Spielerinnen aus, die sich auch gewünscht hätten den Erfolg auf den Platz zu feiern. „Aber ich halte es für genau die richtige Entscheidung des Verbands, die Saison zu beenden. Der Fußball ist aktuell einfach nebensächlich, die meisten Leute haben im Moment andere Sachen im Kopf“, sagt der Trainer.

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„Letztlich haben wir uns den Aufstieg auch einfach verdient. Wir haben einmal gegen alle gespielt und bisher nur zwei Niederlagen kassiert. Da hat man auch irgendwas richtig gemacht und die Freude überwiegt“, so Wenge weiter. Ganz sicher ist der Aufstieg allerdings noch nicht. Noch bleibt der endgültige Entschluss im Juni abzuwarten, ob die Saison nicht doch noch fortgesetzt wird.

„Keiner kann sagen , ob er den Virus in sich trägt“

„Ich kann mir eine Fortsetzung einfach nicht vorstellen. Keiner kann sagen, ob er den Virus in sich trägt. Gerade für ältere Trainer oder Betreuer ist das eine Gefahr. Dazu haben wir im Damenbereich viele Spielerinnen, die in systemrelevanten Berufen im Krankenhaus oder Altersheim tätig sind. Von den könnten sicherlich auch einige nicht spielen“, sagt Wenge mit Blick auf eine mögliche Weiterführung der Saison.

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Falls es doch noch weitergehen sollte, sehe er sich in einem Zwiespalt: „Ich wäre dann hin- und hergerissen. Ich würde es auf jeden Fall den Spielerinnen selbst überlassen, ob sie spielen wollen. Es würde aber sicherlich eine riesige Verzerrung geben.“

Aktuell beschränke sich die Mannschaft auf digitale Mannschaftsabende. Eine Rückkehr auf den Fußballplatz liegt für Wenge noch in weiter Ferne: „Wir müssten erstmal abwarten, wie unsere Vereine entscheiden. Dann müssten wir uns noch auf die ganzen Auflagen vorbereiten und diese umsetzen. Das funktioniert nicht von jetzt auf gleich, da müssen noch einige Dinge gelöst werden im Vorfeld.“ Trotzdem freue er sich darauf, der Mannschaft irgendwann auch wieder „face-to-face“ gegenüber zu stehen.

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