SC Capelles neuer Co-Trainer musste acht Operationen in einem Jahr über sich ergehen lassen

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Capelles neuer Co-Trainer ist ein ehemaliger Spieler, der bald aber wieder selbst vor den Ball treten will. Er spielt jetzt seine zehnte Saison für den SC Capelle.

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, 26.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SC Capelle hat einen neuen Co-Trainer vorgestellt. Der neue Assistent von Trainer Reinhard Behlert hat einen Op-Marathon hinter sich. Acht Mal lag er in den vergangenen zwölf Monaten unterm Messer. Das Fußballspielen hat er aber noch nicht aufgegeben.

Keine Beschwerden. Für Fabrizio Pate ist dieser Zustand nach langer Leidenszeit ein Riesenglück. Hinter dem 29-Jährigen, den Fußball-B-Ligist SC Capelle zum Wochenstart als neuen Co-Trainer bekanntgab, liegen Monate mit Schrauben, Schmerzen und Spritzen. Pate verzählt sich sogar, als er seine Vollnarkosen aufzählt: „Sieben waren es, nein, acht“, korrigiert er sich selbst.

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Angefangen hatte das Martyrium im Frühjahr 2019. Da verletzte sich Pate am Oberschenkel - Sehnen und Muskelabriss. Pate musste unters Messer. Doch im Herbst folgte ein Rückschlag. Eine Entzündung hatte sich im Muskel gebildet. Drei Operationen folgten im Dezember. Seitdem war ein Schwamm im Oberschenkel eingelagert.

Fabrizio Pate auf dem Krankenbett um die Jahreswende. Lange hat er nicht mehr für den SC Capelle auf dem Fußballplatz gestanden.

Fabrizio Pate auf dem Krankenbett um die Jahreswende. Lange hat er nicht mehr für den SC Capelle auf dem Fußballplatz gestanden. © SC Capelle

Doch ein Ende der Probleme bescherte die Behandlung nicht. „Es ist nie richtig abgeheilt“, erzählte Pate. Wieder entzündete sich das Gewebe am linken Oberschenkel. Und so wurde Pate erst im April letztmalig operiert, wobei die Ärzte eingesetzte und mittlerweile verkalkte Schrauben entfernten. Seitdem geht es steil bergauf für den Fußballer.

Fabrizio Pates Wunden verheilen endlich

Mittlerweile kann Pate wieder Fahrrad fahren. An erstes Kardio-Training ist auch wieder zu denken. Am Montag erklärte dann Capelles Sportlicher Leiter Sebastian Schimschewski: „Fabrizio Pate ist ab sofort unser Co-Trainer.“ Er bildet damit ein „Dreigestirn“ mit Cheftrainer Reinhard Behlert und Co-Trainer Benedikt Reckmann, der bekanntlich kürzertritt und sich auf das Torwarttraining konzentrieren soll. „Das ist die ideale Lösung. Benedikt Reckmann ist nicht ganz weg, tritt aber kürzer und Fabrizio war die Wunschlösung“, sagte Behlert. Bedeutet das das Karriereende für Pate?

Fabrizio Pate (l.) ist demnächst die rechte Hand von Trainer Reinhard Behlert.

Fabrizio Pate (l.) ist demnächst die rechte Hand von Trainer Reinhard Behlert. © Reith

„Ich will auf jeden Fall nochmal spielen“, entgegnete Pate und kündigt in der Saison 2020/21 Comeback-Pläne an. Doch Trainerämter kann sich Pate auch gut vorstellen. Beim SV Stockum trainierte Pate schon Jugendmannschaften. Und er leitete Aufwärmtraining und Teileinheiten auch schon beim SCC. „Abgesprochen ist, dass ich ein spielender Co-Trainer bin“, sagte Pate.

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Abgeschrieben hat ihn auch der Verein offenbar noch nicht als Spieler. Eingestellt habe man Pate zwar jetzt als Co-Trainer, mittelfristig soll er aber wieder spielen, teilte Schimschewski mit. Und auch Behlert hofft, dass ein neuer Co „seinen Körper wieder in Schuss kriegt, damit er als Spieler wieder dabei ist.“

Pate läuft seit seinem Wechsel vom SV Stockum im Jahr 2011 für den SC Capelle auf. Bei den Schwarzgelben von der Gorfeldstraße geht er im Sommer also in sein zehntes Jahr - mit 29 Jahren aber auch irgendwie ein Neustart.

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