„Gibt gerade wichtigere Dinge“: Nordkirchener Läufer muss wegen Corona auf Wettkämpfe verzichten

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Das Coronavirus beeinflusst auch den Nordkirchener Läufer Josef Hagemann. Geplante Wettkämpfe werden abgesagt oder die Anreise ist nicht möglich. Doch für ihn gibt es gerade wichtigere Dinge.

Nordkirchen

, 20.03.2020, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wäre Josef Hagemann in rund einem Monat Richtung Polen, genauer gesagt nach Krakau, aufgebrochen. Dort wollte der Nordkirchener Läufer nämlich einen 10-Kilometer-Wettkampf bestreiten. Die Fahrt hatte er bereits über ein Reisebüro, das solche Trips für Läufer organisiert, gebucht. Doch das Coronavirus hat seine Pläne platzen lassen.

„Wir wollten mit dem Bus dorthin, aber durch die Schließung der Grenze geht das nicht mehr. Aber das ist auch alles vernünftig so“, sagt der 68-Jährige. Seitdem Samstag offiziell die Übergänge zum Nachbarland zugemacht wurden, hatte Hagemann schon damit gerechnet, das es für ihn am 23. April nicht nach Krakau geht. Ob der Lauf vor Ort abgesagt wurde, weiß er nicht genau, aber zu vermuten wäre es.

Gibt es Geld zurück?

Gedanken darüber, ob er sein Geld zurück bekommt, stehen bei Hagemann zur Zeit nicht im Vordergrund. „Da müssen wir auch dem Veranstalter entgegenkommen, ein Gutschein für das kommende Jahr wäre aber schön.“ In Krakau wäre es sein 1840. Wettkampf während der vergangenen 44 Laufjahre gewesen.

Eigentlich hätte der Nordkirchener seine Liste durch Läufe in diesem Jahr noch ein bisschen verlängert können. Aber durch das Coronavirus wurden bereits am vergangenen Sonntag ein Lauf in Coesfeld abgesagt. Ob er am Schloss- und Dorflauf in Nordkirchen Ende April teilnehmen kann oder ob das Rennen auch gecancelt wird, steht noch nicht fest.

Verständnis für die Absagen

Verärgert ist Hagemann darüber aber ganz und gar nicht, er zeigt Verständnis für die Absagen und die Maßnahmen, die zur Zeit getroffen werden. „Es geht gerade wirklich um andere Dinge, Sachen die wichtiger sind als Laufen.“

Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass man die jetzige Situation wieder in Griff bekommt. Der 68-Jährige ist froh durch seinen Job als Apothekenfahrer den Menschen in Zeiten des Coronavirus helfen zu können.

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Auf das Laufen verzichtet Hagemann gerade aber nicht, denn ganz ohne Bewegung an der frischen Luft geht es für den sportlichen Nordkirchener nicht. „Vor vier Tagen bin ich mal wieder eine kleine Runde gelaufen. Aber alleine“, erklärt er. Denn normalerweise trainiert er mit einer Bekannten. Mit ihr hat er telefonisch abgeklärt, dass das einsame Laufen gerade einfach sinnvoller ist. Auch seine Fahrradtouren legt er so, dass er nur an Gegenden vorbei kommt, wo nicht so viele andere Menschen unterwegs sind. „Wir müssen jetzt einfach abwarten.“

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