Mit Neuzugang Lars Rustige kommt „ein kleiner Emre Can“ zum FC Nordkirchen

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Lars Rustige ist einer von zwei Neuen, die Trainer Mario Plechaty mit aus Iserlohn nach Nordkirchen bringt. Nach langer Verletzungspause ist er nun wieder voller Tatendrang.

von Nico Ebmeier

Nordkirchen

, 17.03.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als angehender Physiotherapeut ist auch Lars Rustige an die eigene Wohnung gefesselt. Der Grund: Durch das Coronavirus sind alle Fitnessstudios geschlossen. Deshalb kann der Sechser nun schon einmal einen Blick gen Sommer richten. Dann spielt Rustige nämlich beim FC Nordkirchen.

„Montag habe ich ein bisschen draußen gekickt, mehr ist dann ja nicht mehr erlaubt“, beschreibt Lars Rustige die bisherige Woche. Er steht quasi unter häuslicher Corona-Quarantäne, weil er nicht mehr arbeiten darf. „Es wirkt auf den ersten Moment vielleicht etwas krass, aber wenn man sieht, was in Italien gerade los ist, ist es wohl die richtige Entscheidung“, sagt der 22-jährige Neuzugang. „Es geht ja hierbei nicht um uns, sondern um unsere Großeltern und die Kranken. In Italien ist das ganze Gesundheitssystem Gesundheitssystem zusammen gebrochen. Das soll hier nicht passieren.“

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Wenn er ab Juli dann beim FC Nordkirchen unter Vertrag steht, ist es seine vierte Station seit 2018. Nachdem er in Holzwickede spielte, wechselte er zum Lüner SV und dann zuletzt zum FC Iserlohn. Über die gesamte Zeit plagte ihn eine Schulterverletzung. „Beim LSV beispielsweise habe ich mir drei Mal hintereinander die Schulter ausgekugelt.“ Im vergangenen Sommer ließ er sich daraufhin operieren, indem seine Gelenkkapseln genäht wurden.

Lars Rustige glaubt nicht, dass es noch einen Spieltag geben wird.

Danach machte er beim FC Iserlohn kein Spiel mehr. „Ich kam nie richtig in Tritt. Eigentlich war ich nun gerade dabei, wieder einigermaßen durchzustarten und dann hat mit mir Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Dass der Ligabetrieb noch einmal starten wird, glaubt Rustige nicht. „Ich denke, dass alles annulliert wird.“

Mit dem FC Nordkirchen will der Sechser im nächsten Jahr die Bezirksliga möglichst schnell verlassen: „Für mich wird erst in der Landesliga wirklich Fußball gespielt. In der Bezirksliga gibt es oft noch viele Dorfclubs, die vor allem über den Kampf kommen.“

Dass Rustige trotzdem in die Bezirksliga zum FCN gewechselt ist, hat verschiedene Gründe. „Einerseits muss es natürlich finanziell immer auch stimmen und die Anfahrtswege müssen passen. Andererseits habe ich bei Nordkirchen gemerkt, dass sie sich um die Spieler viele Gedanken machen.“ So würde beim FCN zum Beispiel die Arbeitskleidung gewaschen werden, sodass sie immer zum Training frisch ist. „Das klingt vielleicht komisch, aber in Iserlohn hatten wir rote Trainingssachen und das wäscht man eben Zuhause so selten. Da ist es schon cool, dass der Verein das für die Spieler wäscht.“

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Der größte Pluspunkt für den Bezirksligisten ist aber wohl Trainer Mario Plechaty, unter dem Lars Rustige schon beim Lüner SV und in Iserlohn gespielt hat. „Er ist ein überragender Typ und ein toller Trainer. Es macht Spaß unter ihm zu kicken“, sagt der 22-Jährige.

Warum sich Nordkirchen auf Lars Rustige freuen kann, ist für ihn genauso klar. „Ich kämpfe um jeden Zentimeter und gebe niemals auf. Ich will immer gewinnen.“ Weiter vergleicht sich der Neuzugang mit Dortmund Emre Can, nur dass dieser sieben Zentimeter größer ist.

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