Julian Rohlmann: „Die Tore gehören zu 70 bis 80 Prozent Felix Lohmann“

dzSV Südkirchen

Julian Rohlmann rettete den SV Südkirchen am Sonntag mit einem Dreierpack. Lob gab der Dreifachtorschütze an Sturmpartner Felix Lohmann, der daran entscheidenden Anteil hatte.

Selm

, 07.11.2019, 12:36 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seinen 30. Geburtstag hatte Julian Rohlmann vor einem Jahr im Vereinsheim des SV Südkirchen groß mit der Mannschaft gefeiert. Am Freitag hat der Torjäger des SV Südkirchen wieder Geburtstag. Der 31. soll diesmal nur in kleiner Runde begossen werden. Dabei hätte Rohlmann nach seinem Dreierpack und dem 3:3 in letzter Minute gegen Tabellenführer BW Ottmarsbocholt allen Grund zur Freude. Sonntag (12.30 Uhr, Kardinal-von-Galen-Straße, Werne) geht es dann ins Derby gegen seinen Ex-Klub.

Am vergangenen Sonntag im Spiel gegen den SC BW Ottmarsbocholt haben Sie einen Dreierpack erzielt. Das gab’s schon länger nicht mehr.

Ja, das stimmt schon. Ich hatte in den letzten Wochen ein kleines Formtief. Da hat in den entscheidenden Momenten irgendwas gefehlt. Aber Felix Lohmann hat mir auch alle drei Tore richtig gut vorgelegt. Er stand öfters mit dem Rücken zum Tor und hat mir die dann zugespielt.

Wie viel Prozent der drei Tore gehen auf das Konto von Felix Lohmann?

Locker 70 oder 80 Prozent. Bei zwei der drei Tore musste ich den Ball wirklich nur noch über die Linie drücken, weil er ihn mir so gut vorgelegt hat.

Zwischenzeitlich lag der SV gegen Ottmarsbocholt mit 0:3 in Rückstand. Haben Sie noch dran geglaubt, dass da noch ein Punkt gegen den Tabellenführer möglich ist?

Es sah auf jeden Fall schlecht aus, weil sie sogar noch mehr am Drücker waren. Da kamen noch ein Lattentreffer und noch zwei Möglichkeiten hinterher. Ottmarsbocholt hätte locker auf 4:0 oder 5:0 erhöhen können, dann wäre das Ding durch gewesen. Es war wichtig, dass wir noch vor der Halbzeitpause das 1:3 gemacht haben. Dadurch sind wir dran geblieben.

Wie hat Ihr Team dann noch einen Punkt geholt?

In der Halbzeit haben wir uns dann nochmal gepusht. Die erste Viertelstunde in der zweiten Halbzeit hat Ottmarsbocholt dann keinen Stich mehr gemacht. Da haben wir dann aber das 2:3 noch nicht gemacht. Der letzte Pass hat aber noch gefehlt. Das war aber eine super Leistung, danach ging es dann nur noch über den Kampf. Ottmarsbocholt war aber trotzdem die ganze Zeit gefährlich vorne, wenn dann das 1:4 fällt, ist das Thema durch. Nach dem 2:3 war aber die zweite Luft bei uns.

Julian Rohlmann: „Die Tore gehören zu 70 bis 80 Prozent Felix Lohmann“

Julian Rohlmann (l.) behauptet hier den Ball gegen Andre Cruz da Silva. © Jura Weitzel

Wie hat das Trainerteam die Mannschaft in der Halbzeitpause motiviert?

So wie in Drensteinfurt. Alles ist quasi möglich. Wir sollten die Köpfe nicht hängen lassen. Wir sind eine Mannschaft. In der zweiten Halbzeit konnte es nur besser werden. Gegen Drensteinfurt lagen wir auch 0:2 zurück und haben auch in der 90. noch das 3:2 gemacht.

Das 3:3 ist wieder sehr spät gefallen - wie oft haben Sie sich das Video noch angeguckt?

Es ist klar, dass man sich das Tor nochmal anguckt. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe innerhalb der Mannschaft, wo das natürlich auch gut geht. Im Video sieht man auch die einzelnen Spielzüge. Marvin Schulz hat schon über außen gerufen, dass ich den Ball verlängern soll. Er konnte dann in den Sechszehner eindringen und auf Felix querlegen.

Jetzt geht es nach Werne auf den Kunstrasen im Lindert, wo Sie auf einige bekannte Gesichter treffen - eine besondere Rückkehr?

Eine besondere Rückkehr ist es schon. Ich habe dort zweieinhalb Jahre gespielt, wir sind in die Landesliga aufgestiegen. Da sind auch noch Leute, mit denen ich in der Bezirksliga zusammengespielt habe. Es ist aber nicht weltbewegend.

Die Top-Mannschaften in der Liga schwächeln. Die letzten fünf Spieltage gewann der jeweilige Tabellenführer nie. Jetzt sind neun Teams auf sechs Punkte zusammengerückt. Schöpfen Sie wieder Aufstiegshoffnungen?

Das Gute ist, dass wir gegen Mannschaften spielen, die oben stehen. Wenn wir dort erfolgreich sind, punkten diese Mannschaften nicht. Gegen unten haben wir uns schwer getan. Die Mannschaften oben liegen uns mehr, weil wir dann nicht das Spiel machen müssen.

Julian Rohlmann: „Die Tore gehören zu 70 bis 80 Prozent Felix Lohmann“

Julian Rohlmann (l.) erzielte Sonntag einen Dreierpack gegen BW Ottmarsbocholt. © Jura Weitzel

Sind Umschaltspiel und Konter zwei der Südkirchener Stärken?

Wenn die Räume da sind, ja. Über außen haben wir schnelle Spieler, auf die man auch mal lang spielen kann. Wenn Mannschaften wie Ottmarsbocholt auch nach vorne spielen, fehlen hinten irgendwo die Leute. Das hat man mit den Mannschaften, die unten stehen, nicht.

Woran liegt es, dass die die oberen Teams nach 13 Spieltagen schon fünf Mal nicht gewonnen haben?

Die Ausgeglichenheit der Liga hat sich stark geändert. Vor zwei Jahren sind wir Fünfter geworden, aber zwei Teams machten die Meisterschaft unter sich aus.

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Wie sieht Ihre Zukunft aus? Bleiben Sie nächste Saison in Südkirchen?

Das weiß ich noch nicht, das liegt in den Sternen.

Südkirchen, Karriereende oder etwas ganz anderes?

Etwas ganz anderes auf keinen Fall. Entweder bleibt es bei Südkirchen oder es wird darauf hinauslaufen, dass ich kürzertrete. Das steht aber noch nicht fest.

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