Trainingsstart: Coach Mario Plechaty braucht keine Eingewöhnungszeit beim FC Nordkirchen

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Der FC Nordkirchen hat das Training aufgenommen. Mario Plechaty hat einen ordentlichen Kader zur Verfügung und ist mit dem Start auch äußerst zufrieden.

Nordkirchen

, 12.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rote Trainingssachen kennt Mario Plechaty (49). Beim Lüner SV trug er jahrelang rote Anzüge an der Seitenlinie. Auch der FC Iserlohn hat Rot in seinen Vereinsfarben. Der FC Nordkirchen eigentlich nicht. Doch Trainerstab und Betreuer sind beim Fußball-Bezirksligisten ebenfalls mit Rot ausgerüstet worden. Und Trainer Plechaty ist offenbar auch der Typ, der die Vereinssachen trägt.

Blickt man ins Fotoarchiv der Redaktion und sucht nach Mario Plechaty, findet man fast nur Aufnahmen, die ihn bei Spielen in offiziellen Vereinsklamotten mit entsprechendem Branding zeigen. Plechaty im Polo von Mengede 08/20. Plechaty im Trainingsanzug des Lüner SV. Plechaty im Shirt mit dem LSV-Wappen. Plechaty im Hoodie des FC Iserlohn. Aussagekraft besitzt, was man nicht findet: Plechaty in Jeans. Plechaty in Freizeitklamotten. Und schon gar nicht: Plechaty in Klamotten eines Ex-Vereins.

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Das verrät einiges über den wichtigsten Vereinsangestellten, der offiziell noch keine zwei Wochen im Amt ist. Es ist Ausdruck von Professionalität und davon, dass Plechaty sich seiner Außenwirkung bewusst ist. Er steht im Dienste des Vereins, den er auch repräsentiert als Trainer. Auch im Training. Und man darf interpretieren, dass Plechaty arbeitswillig ist. Der Ex-Profi (zehn Bundesligaminuten für Borussia Dortmund) trägt Sportkleidung. Kein Schickimicki. Er ist einer von ihnen. Aber auch eine Respektsperson.

Der FC Nordkirchen hat kurz vor dem Saisonstart seinen Betreuerstab noch einmal ergänzt. Robert Goelzner ist Sporttherapeut und Podologe. Bereits beim Lüner SV arbeitete Plechaty mit ihm zusammen.

Der Sonntagmorgen war Plechatys dritte Einheit als Trainer am Schlosspark. Und der Beobachter bekommt den Eindruck, als wäre Plechaty schon wesentlich länger aktiv beim FC Nordkirchen. Der Rasenplatz ist für das Training vorbereitet.

Plechaty sei gut angekommen in Nordkirchen, sagt er: „Es macht Spaß. Die Mannschaft zieht gut mit. Man sieht schon in den ersten Trainingseinheiten, dass da richtig Potenzial vorhanden ist.“

Ob er da eine Aufstiegsmannschaft zusammengestellt habe, die sich gerade warmläuft? Plechaty lacht. „Darüber spreche ich noch nicht. Ich glaube, dass wir eine gute Mannschaft haben und einen guten Konkurrenzkampf“, sagt Plechaty.

FC Nordkirchen hat sich ordentlich verstärkt

Wenn die Trainingsbeteiligung weiter hoch bleibe, sei das „für Bezirksliga schon richtig gut. Damit kann man arbeiten“, so Plechaty. Der FC Nordkirchen hat einen Trainer gewonnen, der nicht viel Eingewöhnungszeit brauchte.

Der Kader ist punktuell verstärkt. 6 der 21 Spieler am Sonntag waren neu, rechnet man Lars Wannigmann, Reservespieler, der die Vorbereitung mit absolviert, und Trainersohn Nico Plechaty hinzu, der im Winter kam, ist ein Drittel neu. Auffällig: Plechatys externe Neuzugänge sind Anfang bis Mitte 20. Daniel von der Ley ist mit 27 Jahren der älteste Neuling.

Die Neuzugänge des FC Nordkirchen: (hintere Reihe v.l.) Florian Siemerling, Ufuk Ekincier, Daniel von der Ley, Alexander Koch, (mittlere Reihe v.l.) Sporttherapeut Robert Goelzner, Trainer Mario Plechaty, Co-Trainer Marcel Stiepermann, (vordere Reihe v.l.) Roman Humenscheimer, Lars Wannigmann, Dominik Dupke und Nico Plechaty.

Die Neuzugänge des FC Nordkirchen: (hintere Reihe v.l.) Florian Siemerling, Ufuk Ekincier, Daniel von der Ley, Alexander Koch, (mittlere Reihe v.l.) Sporttherapeut Robert Goelzner, Trainer Mario Plechaty, Co-Trainer Marcel Stiepermann, (vordere Reihe v.l.) Roman Humenscheimer, Lars Wannigmann, Dominik Dupke und Nico Plechaty. © Sebastian Reith

Ein Oldie ist nicht dabei. Plechaty zufolge ganz bewusst: „Ich finde, dass in der Mannschaft schon genug erfahrene Spieler sind.“ Das Muster bei den Verpflichtungen war ähnlich: Plechaty setzte viel auf höherklassige Erfahrung, aber nicht nur: Auch blutjunge Spieler sind dabei, alle talentiert. „Die Spieler, die wir geholt haben, sind auch gestandene Westfalenliga- und Landesligaspieler, die trotzdem hungrig sind. Bei Erfahrenen ist immer die Gefahr: Nehmen die das alles noch Ernst?“, sagt Plechaty.

Nicht nur Spieler aus der Gemeinde oder der Nachbarschaft

Dabei hat der FC Nordkirchen zuletzt auch wieder weitere Anfahrtswege der Spieler in Kauf genommen - wovon der FCN ursprünglich einmal Abstand genommen hat und auf Spieler aus der Umgebung setzen wollte. Das macht der Klub zwar weiterhin, denn aus Bochum oder dem Ennepe-Ruhr-Kreis sind keine Neuzugänge dabei, dafür aber trotzdem aus Dortmund oder Münster.

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„Ich glaube, dass es schwierig ist, wenn man gewisse Ansprüche hat. Die Philosophie hat jeder Verein, aber es funktioniert nicht immer“, findet Plechaty, „wenn du Qualität haben willst, gehen die Spieler aus der Umgebung irgendwann aus. Aber mehr als 25 Minuten Fahrzeit sollen es nicht sein. Es ist alles noch im Rahmen. Wichtig ist, das wir eine gute Kameradschaft bekommen. Das ist das A und O - und nur so geht es irgendwann hoch.“

Auch dafür ist Rot eine Signalfarbe. Angriff.

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