Bewegender Abschied: Capeller Fußballer beendet seine Laufbahn nach Überraschung unter Tränen

dzFußball

Er lernte in Capelle das Fußballspielen. Die Saisoneröffnung des SC Capelle mit einem Freundschaftskick „Erste gegen Erste“ war gleichzeitig auch sein Abschiedsspiel. Es flossen Tränen.

Capelle

, 14.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Capeller Mannschaft stand Spalier. Publikum und Spieler klatschten, als der Spieler des SC Capelle die Fußball-Bühne verließ. Erst am Freitag hatte dieser seinen Trainer Reinhard Behlert informiert, dass er Schluss macht mit Fußball. Der SC Capelle erfüllte ihm dann noch einen Herzenswunsch, mit dem er nicht mehr gerechnet hatte.

Immer wieder wischte sich Marcel Dülfer ergriffen die Tränen aus dem Gesicht. Arm in Arm ging der 32-Jährige zusammen mit seinem Sohn zwischen den aufgereihten Capeller Spielern in Richtung Vereinsheim, wo Vereinschef Josef Mertens ihm ein Trikot als Erinnerung überreichte. Dann winkte er in Richtung Zuschauer und, der Applaus wurde noch größer.

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Marcel Dülfer gibt sein Abschiedsspiel

Was Dülfer so bewegte: Reinhard Behlert, Trainer der ersten Mannschaft in der Fußball-Kreisliga B, hatte ein Abschiedsgeschenk organisiert. „Er hatte immer gesagt, dass er mal mit seinem Sohn zusammen auf dem Feld stehen wollte.“ Und so organisierte Behlert, dass Dülfers Sohn Felix Mürmann ein Gastspiel bekam, von dem der Vater nichts wusste.

Der Sohn am Feldrand - und plötzlich auf dem Platz als Mitspieler

Als der SCC am Sonntag eine Saisoneröffnung feierte und ein internes Spiel der ersten Mannschaft austrug, war Felix Mürmann unter den Zuschauern. Womit Marcel Dülfer allerdings gar nicht gerechnet hatte: Abgesprochen war, dass der 14-Jährige, der eigentlich beim TuS Ascheberg kickt, für die Schlussphase eingewechselt wird.

Marcel Dülfer macht Schluss mit Fußball

Marcel Dülfer macht Schluss mit Fußball © Sebastian Reith

„Meine Mitspieler sagten, dass ich doch mal genauer hingucken sollte, wer da eingewechselt wird“, erzählte Dülfer, der zunächst noch abwinkte und weiterspielen wollte. Als man ihn dann erneut aufforderte, doch mal genauer hinzublicken, überkam es den Verteidiger bereits. „Das habe ich Behle zu verdanken“, sagte Dülfer. Er war gerührt.

Marcel Dülfer begann einst beim SCC mit Fußball

Dass Marcel Dülfer, der in Capelle aufwuchs und einst als junger Offensivspieler beim SC Capelle begann, die Schuhe an den Nagel hängt, war ein kurzfristiger Entschluss. Eigentlich wollte er noch weiterspielen. Eigentlich sogar noch einige Jahre. Es kam alles anders. Dülfer gibt private Gründe für den plötzlichen Abschied an. Er wohnt in Münster-Hiltrup, will sich auf Familie und Eigenheim konzentrieren. Im Leben setzt er andere Prioritäten.

Marcel Dülfer spielt seit einigen Jahren wieder bei seinem Heimatverein Fußball.

Marcel Dülfer spielt seit einigen Jahren wieder bei seinem Heimatverein Fußball. © Sebastian Reith

„Ich möchte nicht mit angezogener Handbremse Fußball spielen. Dafür bin ich immer noch zu ehrgeizig. Derzeitig kann ich aber nicht garantieren, dass ich drei mal pro Woche erscheinen werde“, sagt Dülfer. Ihm ist wichtig, dass es keine Entscheidung gegen Capelle und schon gar nicht gegen die Mannschaft ist. „Ich habe die Entscheidung für mich alleine getroffen“, sagt er.

Jetzt, nach unter anderem zwei Kreuzbandrissen und Meniskusschaden, ausgerechnet jetzt, wo Dülfers Körper mal nicht streikt, hört er auf. Zu seinen persönlichen Highlights gehört der Aufstieg mit dem SC Capelle. Und wer weiß? Vielleicht ist ja doch noch nicht ganz Schluss. Die Tür für eine Rückkehr ist jedenfalls nicht zu beim SC Capelle.

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