„Ach du scheiße!“ - Reaktionen auf Staffeleinteilung aus Olfen und Nordkirchen

dzFußball

Überrascht waren beide Vereine: Der FC Nordkirchen und der SuS Olfen spielen künftig in der Bezirksliga 9 Fußball gegen Teams aus dem Dortmunder Norden und Westen und Castrop-Rauxeler Vereine.

Nordkirchen, Olfen

, 20.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ach du scheiße! Der Ausruf von Norbert Sander, als er von der Staffeleinteilung erfuhr, sprach Bände. Niemals hatte der Sportliche Leiter des Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen damit gerechnet, dass sein Verein Dortmunder Raum eingruppiert würde. Doch so ist es gekommen. Auch beim FC Nordkirchen staunte man nicht schlecht, nun in der Bezirksliga 9 gelandet zu sein.

Viel eher hatte Norbert Sander den SuS Olfen im zentralen Ruhrgebiet gesehen. Recklinghäuser Vereine, Marler Klubs - hierhin hätte sich Sander eine Umgruppierung durchaus vorstellen können. „Warum man aber die Dortmunder Gruppe sprengt, verstehe ich nicht. Ich bin gar nicht auf die Idee dieser Möglichkeit gekommen“, sagt er. Dass die Bezirksliga 11 nicht komplett neu gestaltet würde, damit hatte Sander jedoch gerechnet.

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Die meisten Gegner sind Neuland für den SuS Olfen. „Das Abenteuer beginnt“, sagte Sander. Die neue Liga hält er nicht für schwerer als die alte. Bei der Titelfrage versteift sich Sander jedoch: „Egal, ob in der Bezirksliga 8, 9 oder 11 - Nordkirchen ist für mich der Topfavorit.“

Der neue SuS-Trainer Jupp Ovelhey zeigte sich enttäuscht. „Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt und mich fast schon ein wenig auf eine Gruppe mit Marl, Herten, Recklinghausen und Castrop eingeschossen“, sagte er. Castrop-Rauxel hat der neue Trainer bekommen - die anderen Klubs nicht, auch nicht die Duelle mit seinem Wohnort Marl.

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Die Namen vieler Vereine sind Ovelhey sehr wohl bekannt, Details kennt er jedoch nicht. Dass der SuS umgruppiert wurde, weil in der Bezirksliga 11 kein Platz mehr war und diese zusammenbleibt, sei nachvollziehbar.

Potthoff gefiel das Münsterland besser als das Ruhrgebiet

Der spielende Olfener Co-Trainer Matthias Potthoff nahm die Umgruppierung mit ein wenig Ironie: „Die gute Nachricht: Es ist nur noch eine 16er-Liga.“ Die alte Liga war mit 18 Teams überfüllt. Potthoff selbst hätte sich gewünscht, weiter im Dülmener und Coesfelder Raum zu spielen. Im Münsterland findet er die Platzanlagen schöner: „Das hat mir schon besser gefallen.“ Potthoff spielte jahrelang bei Viktoria Resse, kennt daher sowohl das Münsterland aus seiner Zeit in der Landesliga 4 als auch das Ruhrgebiet (Landesliga 3).

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Für Potthoff steht aber fest, dass der SuS Olfen sich spielerisch umstellen muss. „Es erwartet uns eine andere Art Fußball. Der eine oder andere, der nur im Kreis Ahaus/Coesfeld gespielt hat, wird sich wundern, was für ein Fußball im Ruhrgebiet gespielt wird“, sagt Potthoff. Ihn hat die Neueinteilung überrascht, „ohne sie bewerten zu wollen. Es ist sicherlich auch kein einfacher Job, allen gerecht zu werden.“

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FC Nordkirchen reagiert überrascht auf die Einteilung

Auch der FC Nordkirchen zeigte sich überrascht: „Damit hat keiner gerechnet. Da ist ja wirklich alles dabei mit Teams aus Castrop und Dortmund“, sagte FCN-Trainer Mario Plechaty. „Ich gehe davon aus, dass alle Dortmunder Mannschaften gut sind“, sagte Plechaty. Er begegnet mit Mengede 08/20 einem Ex-Verein, der „viele Spieler zurückgeholt hat, die ich noch von früher kannte“, und in dem Plechaty „eine wirklich tolle Zeit“ gehabt hat. In Eichlinghofen ist sein langjähriger Co-Trainer Andreas Uphues aktiv - die Verbindungen sind noch da.

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Für Plechaty nicht nur deswegen eine „interessante“ Liga. Insgeheim hatte er sich aber in Richtung Münsterland auf fremde Plätze und unbekannte Gegner gefreut. „Wir müssen unsere Hausaufgaben jetzt machen. Es ist keine schlechte Liga“, so Plechaty.

„Unerwartet“ nannte die Einteilung auch David Handrup, Chef der Nordkirchener Fußballabteilung. In der neuen Bezirksliga 9 werden den FC Nordkirchen nun mehr Kunstrasenplätze erwarten. „Wir sind eine Mannschaft, die viel auf Rasen trainiert und auch spielt“, sagte Handrup. Ein Vorteil, auf den der Abteilungsleiter hinwies: „Man fährt nicht mehr so weit.“ Mit Nordkirchen und Olfen sind bekanntlich zwei Teams aus direkter Umgebung in der Liga. Und: „Waltrop liegt auch umme Ecke“, so Handrup. Auch die Dortmunder Auswärtsreisen sind kein Vergleich zur Bezirksliga 11 mehr.

Bei Florian Fricke kribbelt es schon

Teams aus Castrop-Rauxel kennt Handrup gar nicht - sie sind für den Aufstiegsanwärter aus Nordkirchen sicherlich die großen Unbekannten, über die der Verein sich nun mit Infos versorgen muss.

Auch Nordkirchens Kapitän Florian Fricke sagte am Mittag, dass er noch nie Berührungspunkte mit Castrop gehabt habe. „Es gilt, sich auf diese Vereine vorzubereiten und sich die Gegner schon mal anzuschauen.“ Persönlich froh ist der in Olfen wohnhafte Abwehrspieler, dass das Duell mit dem SuS auch 2020/21 steigt. Die Liga findet er „total interessant“ und freut sich drauf: „Das Kribbeln im Bauch beginnt so langsam.“

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