Schiedsrichter Daniel Decker-Törö musste am Sonntag erneut eine Partie in der Nachspielzeit abbrechen, nachdem er sieben Platzverweise gezeigt hat. Diese Vereine waren diesmal beteiligt.

22.09.2019, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö musste am Sonntag wieder einmal ein Spiel abbrechen, nachdem er sieben Platzverweise gezeigt hatte. Eine Mannschaft war schließlich derart dezimiert, dass eine Fortsetzung der Partie beim Stande von 4:4 nicht mehr möglich war.

In der Begegnung der Reserve-Teams von RW Unna und SuS Oberaden gab es nach 18 Minuten den ersten totalen Platzverweis für Oberadens Christoph Gärtner nach einem Foulspiel. Teamkollege Luca Opitz durfte nur zehn Minuten später wegen einer „Notbremse“ vorzeitig zum Duschen. Beim Stande von 2:1 für Unna ging es in die Pause, wo sich beide Mannschaften darauf verständigten, im zweiten Durchgang freundschaftlich-fair miteinander umzugehen. Oberadens Co-Trainer Almir Halilovic: „Wir wollten ja nicht noch weitere Karten riskieren.“

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In der 65. Minute traf es dann RW Unna: Ein Spieler der Gastgeber erhielt die Ampelkarte, weil er den Ball jonglierend zum Eckball ging und angeblich gesagt habe, dass nun die „One-Man-Show“ beginne. Nach einem Foulspiel von Oberadens Andreas Triller bekam dieser wegen Meckerns die nächste Ampelkarte. Der SuS Oberaden führte nun 4:3, als die Nachspielzeit begann. Oberadens Halilovic völlig aufgelöst: „Nico Nuzzo tippte den Schiedsrichter an die Schulter, um nochmals darauf hinzuweisen, dass wir wechseln wollten. Das hatten wir schon zwei, drei Mal signalisiert. Dann zeigt ihm der Schiedsrichter die Ampelkarte.“

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Halilovic selbst traf es in der gleichen Minute auch. Er sah nach einem Foul Rot. „Naja, dunkelgelb hätte auch gereicht“, so der Oberadener. Jedenfalls regte dieser Platzverweis seinen Teamkollegen Ramazan Bicakci derart auf, dass auch er die Rote Karte sah. Wie Halilovic erklärte, habe sich der Schiedsrichter bedroht gefühlt. „So steht´s im Spielbericht.“

Nachdem der SuS Oberaden nun mit sechs Platzverweisen dezimiert worden war, musste Decker-Törö die Partie abbrechen.

Oberadens Co-Trainer Almir Halilovic erklärte anschließend: „Soetwas habe ich noch nicht gesehen. Das ist ja schlimmer, als es in der Zeitung steht oder erzählt wird. Der Mythos lebt. Vielleicht wurde es dem Schiedsrichter zwischenzeitlich zu langweilig, sodass er handeln musste. Sechs Ordner haben ihn schließlich durch die Hintertür des Unnaer Vereinsheimes über den Trainingsplatz zum Auto begleitet. Ansonsten hätte er die Polizei gerufen. Wie auch immer: Wir werden Einspruch einlegen.“

Hoffnung auf Erfolg gibt dem SuS Oberaden die Tatsache, dass sowohl ein Schiedsrichter-Beobachter vor Ort war als auch der ehemalige Kreisvorsitzende Horst Weischenberg. Beide hätten Decker-Törö nach dem Abbruch in der Kabine aufgesucht. Es sei dabei laut geworden. Halilovic: „Der Schiedsrichter-Beobachter hat sich auf sechs DIN-A4-Seiten Notizen gemacht. Da ist ja auch einiges vorgefallen.“

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